Kolumne "Abschlag"

Tiger Woods startet Charmeoffensive bei den Fans

Aus dem gefallenen amerikanischen Held wird ein Golf-Star zum Anfassen. Der einstige Weltranglistenerste sucht Kontakt über Twitter und Facebook.

Foto: AFP

Letztmals in diesem Jahr steht Tiger Woods (34) im Rampenlicht. Bei der Chevron World Challenge in Kalifornien hat Amerikas Superstar bis Sonntag noch die finale Chance, in 2010 doch noch ein Turnier zu gewinnen. Mit einem Erfolg könnte Woods sogar wieder Weltranglistenerster werden. Diese sensationelle Wende eines sportlich verkorksten Jahres wäre möglich, da Ranglistenpunkte vergeben werden, obwohl das Turnier kein offizieller PGA-Tour-Event ist.

Aber wie steht es überhaupt um die Form des Kaliforniers? Glaubt man seinen eigenen Aussagen in diesen Tagen, so zeigen die Schwunganpassungen durch den neuen Coach Sean Foley Fortschritte. „Ich befinde mich seit Monaten in der Automationsphase meines Schwunges, ich brauche Zeit um Konstanz in meinen Bewegungsablauf zu bekommen, vor allem im Wettkampf unter Stress“, erklärte Woods. Zudem ließ er keinen Zweifel daran, dass er nur bei einem Turnier antritt, wenn er eine Möglichkeit zu siegen sieht. Mutige Ansage, wie ich finde, dass zwölf der Top 20-Spieler am Start sind.

Aber es zeigt auch, dass das Feuer im einst Unschlagbaren noch lodert. Ich bin daher von einer Rückkehr in den Kreis der Sieger spätestens 2011 überzeugt. Tiger selber arbeitet dafür nicht nur auf dem Grün. Auch seine Öffentlichkeitsarbeit macht Fortschritte. Aus dem ehemals unnahbaren, bisweilen arrogant auftretenden Superstar wird ein Star zum Anfassen, der erstmals seinen Fans über Twitter und Facebook Kontakt ermöglicht. Am Dienstag meldete er sich hier gleich 23 Mal zu Wort – ein echter Neuanfang. Dass ein Hersteller für Computerspiele zuvor erstmals eine mögliche Auflösung des Sponsorvertrages angedeutet hatte, war vielleicht nur Zufall.