Fussball

4:0 gegen Osnabrück - Hertha BSC vor dem Aufstieg

Hertha BSC spielt bald wieder in der ersten Bundesliga: Nach dem 4:0-Sieg gegen den VfL ist den Berlinern der Aufstieg nur noch theoretisch zu nehmen.

Die Fans feierten euphorisch in der Ost-Kurve, aber der Trainer wollte das A-Wort noch nicht in den Mund nehmen: Hertha BSC ist der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga nur noch theoretisch zu nehmen. Der Hauptstadtclub gewann am Samstag mit 4:0 (2:0) gegen den VfL Osnabrück und baute damit die Tabellenführung weiter aus. Die Berliner haben vier Spieltage vor Saisonende zehn Punkte Vorsprung auf den Aufstiegs-Relegationsplatz. Im Optimalfall könnte Berlin bereits am Gründonnerstag aufsteigen, wenn die Konkurrenz aus Bochum und Fürth patzt. Hertha spielt am Ostermontag beim MSV Duisburg.

Gegen Osnabrück sorgten Pierre-Michel Lasogga (37., 56. Minute) und Adrian Ramos (41., 89.) mit ihren Doppelpacks für den 20. Saisonsieg der Berliner, die nun seit neun Spielen ungeschlagen sind. Die Gäste stecken dagegen auch unter dem neuen Trainer Heiko Flottmann weiter tief im Kampf gegen den Abstieg.

Trotz des dritten Heimsieges in Serie und dem fast perfekten Sprung in die Bundesliga war von Euphorie bei Hertha-Trainer Markus Babbel noch nichts zu spüren. Nur widersträubend ging er zur Mannschaft, um mit den Fans in der Ost-Kurve zu feiern. Mit fast ausdrucksloser Miene ließ er die Prozedur über sich ergehen. „So lange nichts fix ist, gibt es auch nichts zu feiern“, erklärte Babbel. „Das war ein ganz wichtiger Sieg. Wir haben einen großen Schritt für unser großes Ziel gemacht. Jetzt haben wir etwas Zeit, um zu regenerieren und dann mit voller Konzentration in das nächste Spiel zu gehen“, räumte aber auch der so sachliche Coach ein.

Nach zähem Beginn nahm die Partie vor 46 293 Zuschauern im Berliner Olympiastadion erst von der 20. Minute an Fahrt auf. Der designierte Erstliga-Aufsteiger investierte nun mehr in sein Offensivspiel. Der Lohn: Eine Kopfballvorlage von Nikita Rukavytsya verwertet Lasogga per Direktabnahme zur Hertha-Führung. Nur vier Minuten später sorgte Ramos mit seinem zwölften Saisontreffer für das 2:0. Nach einem Traumpass von Fabian Lustenberger ließ der Kolumbianer mit seinem Schuss aus 14 Metern Osnabrücks Torhüter Tino Berbig keine Chance.

In der 56. Minute erhöhte Lasogga mit einem Schuss von der Strafraumgrenze auf 3:0. Auch in der Folgezeit dominierte Hertha das Spiel und vergab mehrere gute Chancen, das Ergebnis in die Höhe zu treiben. Eine Minute vor dem Ende drückte Ramos eine Raffael-Ecke zum Endstand über die Linie. „Mehr war heute nicht drin“, analysierte Osnabrücks neuer Coach Flottmann: „Die Gegentreffer drei und vier regen mich dennoch richtig auf.“ Der Osnabrücker Dennis Schmidt meinte: „Es ist unerklärlich, dass wir nach dem 0:1 zusammengebrochen ist. Man hat aber gesehen, Hertha ist halt eine Erstligamannschaft.“