Volleyball

SCC-Coach Lebedew schielt bereits aufs Finale

Die Bundesliga-Hauptrunde verlief für den SC Charlottenburg fast perfekt: 22 von 24 Partien gewannen die Berliner. Vor dem Play-off-Start sprach Morgenpost Online mit Trainer Mark Lebedew über die Form seines Teams und den vermeintlich leichten Viertelfinal-Gegner Bottrop.

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Sie spielten eine vorzügliche Saison. Die Volleyballer des SCC verloren nur zwei ihrer 24 Bundesliga-Partien und ließen gerade mal 16 Satzgewinne der jeweiligen Gegner zu. Nur Serienmeister Friedrichshafen durfte in eigener Halle und Haching in der Schmeling-Halle jubeln, eine tadellose Bilanz. Diese Meriten dürften aber schnell verblassen, wenn es dem Team von Mark Lebedew nicht gelingt, das bislang Gezeigte im Play-off zu bestätigen. Am Samstag fängt im ersten von maximal drei Viertelfinalspielen gegen die RWE Volleys Bottrop (19 Uhr, Sömmering-Halle) alles bei Null an. Theo Breiding sprach mit dem Trainer des SCC, dem Australier Mark Lebedew, über den Start in die entscheidende Saison-Phase.

Morgenpost Online: Sie haben noch am vergangenen Sonnabend das Derby in Bestensee mit 3:0 gewonnen. Haben Sie sich auf den Play-off-Start gegen Bottrop wie auf ein „normales Saisonspiel vorbereitet?

Mark Lebedew: Nein, wir waren ab Montag für drei Tage im Trainingslager im Leistungszentrum in Kienbaum. Wir wollten die Hauptrunde schnell hinter uns bringen und nach vorn schauen und uns auf komplett neue Aufgaben fokussieren. Wir haben dort technisch nichts Neues begonnen, sondern viel miteinander gesprochen, Videos angeschaut und an den Dingen gearbeitet, mit denen wir zuletzt erfolgreich waren.

Morgenpost Online: Einer der größten Erfolge war Ende März sicherlich der 3:1-Sieg gegen Friedrichshafen vor 8045 Zuschauern in der Schmeling-Halle. Hat dieser Triumph ihrer Mannschaft einen Schub gegeben?

Mark Lebedew: Die Leistung, die wir da gezeigt haben, war für das Selbstvertrauen der Mannschaft sehr wichtig, taktisch, individuell und unser Zusammenspiel betreffend. Ob es uns der Sieg dauerhaften Schwung verliehen hat, weiß ich nicht. Ich glaube, dass wir jetzt sogar besser sind als vor drei Wochen, aber das wird sich erst in den nächsten Wochen weisen.

Morgenpost Online: Sie haben Ihren Viertelfinalgegner Bottrop in der Hauptrunde zweimal klar mit 3:0 geschlagen. Wird es für Sie und Ihr Team nicht erst im Halbfinale ernst?

Mark Lebedew: Es wird genau jetzt ernst. Alles fängt bei Null an und es muss nicht unbedingt immer der Bessere gewinnen. Da kommt es auf die Tagesform an. Nach vorn schauen können wir erst, wenn die aktuellen Aufgaben erledigt sind.

Morgenpost Online: Ihr Manager Kaweh Niroomand forderte vor der Saison, dass der SCC in einem Finale stehen soll. Das hat im Europa- und auch im nationalen Pokal nicht geklappt. Wie stehen die Chancen in der Meisterschaft, dieses Ziel zu erreichen?

Mark Lebedew: Ich will ins Finale, weil ich es will, und nicht, weil Kaweh das öffentlich gesagt hat. Wir haben mit dem Sieg gegen Friedrichshafen gezeigt, dass wir jeden schlagen können. Was natürlich nicht heißt, dass wir jeden schlagen werden. Aber wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir es bis in das Endspiel schaffen.

Morgenpost Online: Wäre Ihre gute Saison nichts mehr wert, wenn Sie das Finale nicht packen würden?

Mark Lebedew: Wir haben diese Saison gespielt, um für das Play-off bereit zu sein. Wir haben uns ständig verbessert und weiter entwickelt und haben im vorletzten Spiel unsere beste Leistung gebracht. Genau das zählt auch jetzt, weiter an uns arbeiten und erst mal Bottrop schlagen.