Volleyball

VCO-Youngster spielen im Derby um ihre Zukunft

Nicht nur im Fußball ist am Sonnabend Derbyzeit: In der Volleyball-Bundesliga steht fast zeitgleich die Partie VCO Berlin gegen Charlottenburg an - mit wesentlich größeren Gegensätzen als im Fußball.

Foto: Eckhard Herfet / Eckhard Herfet/www.foto-herfet.de

Zwei Wochen sind schon abgelaufen, ohne dass sich jemand bei Philipp Jankowski gemeldet hat. Zumindest niemand, der ihm einen kleinen Blick in seine Zukunft eröffnen wollte. Er selbst hat da zwar durchaus seine Vorstellungen. Für einen jungen Volleyball-Spieler müssen die aber nicht immer viel mit der Realität zu tun haben. Ein bisschen ist das wie eine große Lotterie. Und damit genau das Gegenteil davon, was Philipp Jankowski am Samstagabend erwartet, wenn er mit dem VCO Berlin als Tabellenletzter der Bundesliga gegen den Ersten, den SC Charlottenburg, zum Derby antritt (19 Uhr, Anton-Saefkow-Platz, Spiel der Frauen-Bundesligateams gegen Sinsheim ab 16 Uhr).

Seit zwei Wochen dürfen sich Klubs aus ganz Deutschland beim VCO melden und anfragen, welchen der Spieler sie gern zur nächsten Saison unter Vertrag nehmen würden. Es ist das übliche Prozedere, wenn ein Jahrgang seine Ausbildung in Hohenschönhausen beendet. Denn der VCO ist ausschließlich zur Talententwicklung da. Für den 19-jährigen Jankowski bedeutet das, dass im Sommer dort für ihn und seine Kollegen Schluss ist. „Ich glaube, dass noch keiner sicher weiß, wohin es geht“, sagt er.

Ganz einfach stellt sich diese Situation für manchen gewiss nicht dar. Aber eigentlich seien alle ganz gut vorbereitet auf das, was kommt. „Wir leben hier ja sehr selbstständig im Internat und haben genug Erfahrung, um das hinzukriegen“, erzählt Jankowski. Obwohl gerade er nun eigentlich nicht im Internat wohnen müsste. Jankowski ist Berliner, er kommt aus Marzahn. Ausgerechnet dort hat der SCC seinen Jugendstützpunkt – und dort fing Jankowski auch an mit dem Volleyball. Er ist sogar noch Mitglied bei den Charlottenburgern. Die Frage nach seinem Ziel für die Zeit nach dem VCO erübrigt sich damit eigentlich. Aber trotzdem. „Der SCC wäre fast wie ein Traum“, sagt er. Allerdings einer, der erheblich realistischer ist als ein Sieg des VCO.

Verlassen hat Jankowski den SCC, weil die Bedingungen in Hohenschönhausen für die Entwicklung von Nachwuchsspielern optimal sind. Ob es mit der Rückkehr sofort klappt, „davon kann ich nicht ausgehen“.

Mitspielen in der ersten Liga, glaubt er, könne er schon. Nur an Athletik und natürlich Erfahrung fehlt es noch. Und er ist ein bisschen zu ruhig für seine Position. Jankowski besetzt die Zentrale, ist Zuspieler und Kapitän und damit der wichtigste Mann auf dem Feld. Gerade gegen den SCC könnte Jankowski ein gutes Spiel gebrauchen, um seiner Zukunft vielleicht etwas mehr Richtung zu geben.