"Auszeit"

Der berühmteste Terrier Mönchengladbachs beißt zu

Bertie Vogts rechnet mit seinem Klub Gladbach, Sportchef Eberl und Präsident Königs ab. Er will jeden vom Hof jagen, der nicht bei Drei auf dem Baum ist.

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Es gibt Anlass zur Sorge. In Deutschland kann der Umgang mit gefährlichen Hunden anscheinend nicht geregelt werden. In Thüringen droht gar dem Kampfhundegesetz das Aus, die schwarz-rote Landesregierung will Beißattacken verhindern.

Bei der Opposition hat das jedoch gleich einen Beißreflex ausgelöst. Wie auch immer: Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier stehen im Gesetzesentwurf auf der Gefahrenliste. Das finden nicht alle gerecht, es gibt Streit.

Dabei zeigt ein Beispiel in Nordrhein-Westfalen, dass selbst kleinwüchsige Köter sehr bedrohlich sein können. In Mönchengladbach jedenfalls hat der berühmteste „Terrier“ der Stadt, nämlich Hans-Hubert Vogts, kräftig um sich gebissen. Berti will jeden vom Hof des örtlichen Fußball-Bundsligaklubs Borussia jagen, der nicht bei Drei auf dem Baum ist.

Der Niedergang am Niederrhein hat ihn tollwütig gemacht. Sportchef Max Eberl? „Er weiß ja gar nicht, wie er in diese Position gekommen ist. Er ist wahrscheinlich zufällig mit dem Fahrrad vorbeigefahren, Präsident Rolf Königs hat ihn gesehen und dann gesagt: ‚Max, willst du nicht Sportdirektor werden?' Eberl ist kein Borusse. Er ist mal von Torstange zu Torstange gelaufen, mehr nicht. Und er ist ein Ja-Sager“, bellte der Berti.

Er hat sich von der Kette los machen können, anders ist es nicht zu erklären. Oder kommt das, weil ihm jemand auf den Schwanz getreten hat? Etwa „Seine Majestät“, wie der Berti den Präsidenten Königs nennt? Berti erzählte diese Geschichte aus seinem Revier. Er kam in ein Restaurant, wo zufällig die Majestät saß. Als er den Berti da so herum streunen sah, habe Königs „die Zeitung vor das Gesicht genommen. Die Zeitung war wichtiger, als einen Gladbacher zu begrüßen. Das war schon ein harter Schlag“. So etwas lässt Berti nicht mit sich machen.

Günter Netzer erzählt noch heute gern die Geschichte, das bei unliebsamen Gladbacher Spielern früher der Hans-Hubert von der Mannschaft den Befehl bekam: „Berti, beiß!“ Der Reflex ist noch da – und Vogts instinktsicher wie eh und je. Kein Gesetz kann ihn stoppen.