Wettskandal

Matthias Sammer nimmt die Trainer in die Pflicht

Der Deutsche Fußball-Bund zeigt sich erleichtert, dass keine Spiel der 1. Bundesliga von dem neuerlichen Skandal betroffen sind. Für Matthias Sammer nehmen die Trainer eine ganz wichtige Roille ein, denn sie geben den Spielern die Werte mit auf dem Weg. Und Theo Zwanziger bittet die EU um Hilfe.

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Erschüttert sei er gewesen, als er vom größten Wettskandal der europäischen Fußballgeschichte erfahren hat. „Das zeigt leider wieder: Wo Geld im Spiel ist, wird betrogen“, sagte Matthias Sammer, Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und sprach von einer „erschreckenden“ Realität: „Es ist schlimm zu wissen, dass trotz eines Falls Hoyzer weiter manipuliert wird. Aber wir dürfen nicht kapitulieren.“

Sowohl der DFB als auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben der Staatsanwaltschaft Hilfe bei der Aufklärung zugesichert. DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigte sich froh darüber, dass bislang keine Spiele oder Protagonisten der 1. Bundesliga in den Skandal verwickelt sind. Auch die vier betroffenen Zweitligaspiele bringen ihn nicht aus der Ruhe. „Ich verstehe die Aufregung nicht, wenn von 1,4 Millionen Spielen im Jahr 32 untersucht werden. Ich möchte die Sache nicht bagatellisieren, aber im europäischen Rahmen sieht das gleich anders aus“, sagte Zwanziger, der einräumte, dass die Ligen unterhalb der 2. Bundesliga für Manipulationen „eher gefährdet“ seien.

Für Matthias Sammer zeigt der neuerliche Betrugsskandal einmal mehr, wie wichtig im Fußball die Rolle des Trainers sei. „Es geht eben nicht nur darum, sportliche Dinge zu vermitteln. Trainer sind auch als Pädagogen gefragt, die den Spielern auch Dinge vermitteln müssen, die neben dem Platz essenziell sind“, sagte Sammer zu Morgenpost Online und fügte an: „Es ist wichtig, dass sich die Trainer über ihre Vorbildfunktion im Klaren sind. Sie sind es, die den jungen Menschen auch Werte mit auf den Weg geben und erzieherisch auf sie einwirken können, damit sie ihren Platz in der Gesellschaft finden.“

Theo Zwanziger bat auf einer Tagung am Samstag die Europäische Union (EU) um Hilfe. „Bestimmte Sportwetten sind gefährlich für den Fußball. Sie werden im Internet über Asien und den Balkan platziert, wo es keine klaren Auflagen gibt. Die Gefahr für den Fußball wird dann besonders groß, wenn Spitzenwettbewerbe betroffen sind. Das macht die Faszination des Fußballs kaputt. Da brauchen wir Hilfe von der EU“, sagte Zwanziger.

Derweil sprach sich das Online-Glücksspiel-Unternehmen bwin für eine Neuausrichtung des Online-Glücksspiels in Europa aus. „Monopole können den aktuellen Anforderungen nicht standhalten. Verbote sind kontraproduktiv. Nur ein regulierter Markt mit seriösen Anbietern kann Betrugsskandale künftig besser vermeiden“, sagte Vorstand Norbert Teufelberger.