Ringen

Hemmer verpasst Bronze, Engelhardt gibt auf

Die deutschen Ringerinnen haben einen traurigen Auftakt bei den Europameisterschaften in Dortmund erlebt. Nina Hemmer verpasste im „kleinen Finale“ der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm die Bronzemedaille. Gegen die Rumänin Cristina Croitoru zog die 18-Jährige vom AC Ückerath mit 0:3 und 0:6 den Kürzeren. Tränen der Schmerzen flossen bei Alexandra Engelhardt (51 kg), der großen Medaillenhoffnung des Deutschen Ringer-Bundes (DRB). Engelhardt kugelte sich die Schulter aus, gab im Viertelfinale verletzt auf und bangt um ihre sportliche Zukunft.

Mit einer Schlinge um den Arm und Tränen in den Augen endete für Engelhardt die Heim-EM. Passiert war das Malheur im Viertelfinale nach nur 25 Sekunden. Gegnerin Estera Dobre aus Rumänien setzte zum Schulterschwung an und kugelte der 28-Jährigen von der KSG Ludwigshafen unbeabsichtigt die Schulter aus. „Das ist sehr bitter“, sagte Bundestrainer Jörg Helmdach.

Engelhardt fehlten anschließend die Worte. Sie weinte hemmungslos und wurde von ihren Mannschaftskameraden getröstet. Sagen wollte sie nichts. Zu groß war die Enttäuschung und zu unsicher die sportliche Zukunft. „Eine ausgekugelte Schulter renkt sich nicht mal eben ein. Da können Bänder reißen, Muskeln verletzt werden – das ist eine komplette Baustelle“, meinte der Bundestrainer.

Erst in den nächsten Tagen sollen die medizinischen Untersuchungen Gewissheit über die Schwere der Verletzung geben. „Wie und ob es weitergeht, hängt von der Diagnose ab. Der Arzt muss entscheiden, was genau gemacht werden muss und was nicht“, sagte Helmdach, dessen dritte deutsche Starterin, Christiane Knittel (55 kg) aus Freiburg, in der Hoffnungsrunde gegen die Griechin Maria Prevolaraki durch einen Schulterwurf ausschied.

Nachdem ein vom Bundeskriminalamt vereitelter möglicher Sprengstoff-Anschlag auf das Dortmunder Fußballstadion bekannt wurde, gab der Ringer-Bund in der benachbarten Westfalenhalle Entwarnung. „Es wird vom Ordnungsdienst auf bestimmte Dinge verstärkt geachtet, aber sonst bleibt alles wie gehabt“, sagte DRB-Generalsekretär Karl- Martin Dittmann. Der DRB ist der Veranstalter der noch bis Sonntag stattfindenden Ringer-EM mit 492 Teilnehmern aus 43 Nationen.