Eintracht Frankfurt

Gekas-Tore gegen St. Pauli retten Trainer Skibbe

Mit einem Doppelpack hat Torjäger Theofanis Gekas Eintracht Frankfurt den ersten Rückrundensieg beschert. Michael Skibbe bleibt damit Trainer der Hessen.

Erlöser Theofanis Gekas schwieg wie gewohnt, aber ansonsten atmete ganz Eintracht Frankfurt hörbar auf. „Uns ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Bei einer Niederlage wäre wohl Michael Skibbe als Trainer weg gewesen - und das wollen wir alle nicht“, sagte Verteidiger Marco Russ nach dem 2:1 (1:1)-Zittersieg im Kellerduell mit dem FC St. Pauli. Der erste Rückrundensieg in der Fußball-Bundesliga wirkte im Abstiegskampf wie eine Befreiung.

Erleichterung herrschte auch bei den Verantwortlichen. „Ich bin - wie alle, die ein Herz für die Eintracht haben - sehr erleichtert. Es war auch für mich persönlich ein wichtiges Spiel“, sagte Skibbe. Von einer Wende wollte der 45-Jährige aber nichts wissen: „Wir haben uns ein ganz klein wenig Luft verschafft. Aber wir stecken noch mittendrin. In den nächsten Spielen müssen wir mutiger und schlichtweg besser auftreten.“

Auch Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der in der Krise stets an Skibbe festgehalten hat, blieb im Augenblick des Erfolges realistisch. „Ich freue mich für uns alle, aber wir haben auch Glück gehabt. Vieles in unserem Spiel war auf Zufall angelegt“, sagte Bruchhagen. Präsident Peter Fischer meinte dagegen: „Es zählen nur die drei Punkte. Zauberfußball war auch nicht zu erwarten.“

Vor 50.500 Zuschauern war der Eintracht die Verunsicherung deutlich anzumerken. Einzig auf Gekas war Verlass. Der Grieche brachte die Gastgeber per Foulelfmeter (34.) in Führung und sorgte nach einem Ausrutscher von St. Paulis Verteidiger Markus Thorandt kaltschnäuzig für das 2:1 (77.). Für die Eintracht waren es die ersten Treffer im Jahr 2011 vor heimischem Publikum. Gekas, der zuletzt am 18. Dezember 2010 beim 1:0 gegen Tabellenführer Borussia Dortmund getroffen hatte, bejubelte seine Saisontore Nummer 15 und 16.

Die Eintracht-Profis zeigten sich nach dem Ende der schwarzen Rückrundenserie aber auch selbstkritisch. „Wir haben gefightet - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Nur das Ergebnis ist zufriedenstellend“, sagte Stürmer Ioannis Amanadidis.

Skibbe hatte sein Heil in der Flucht nach vorne gesucht und in Amanatidis, Gekas und Martin Fenin erstmals drei Angreifer von Beginn an aufgeboten. Doch positive Auswirkungen brachte der Schachzug zunächst nicht. Die Hessen leisteten sich zahlreiche Abspielfehler, hatten aber auch Pech. Schiedsrichter Günter Perl (Pullach) erkannte ein reguläres Tor von Alexander Meier (40.) nicht an. Pauli-Torhüter Thomas Kessler wehrte Meiers Schuss klar hinter der Torlinie ab - doch das sah Perl anders.

Aufsteiger St. Pauli, der durch einen abgefälschten Freistoß von Charles Takyi (42.) zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgeglichen hatte, gab sich nach der fünften Pleite in Folge trotzig. „Wir behalten den Kopf oben. Die Art und Weise des Auftritts war in Ordnung“, sagte Trainer Holger Stanislawski: „Wir müssen uns für unseren Aufwand aber endlich mal wieder belohnen und mehr Konsequenz zeigen."

Die Mannschaft steht nach wie vor eng zusammen. „Unser Plus beim Aufstieg war, dass wir in jeder Situation als Team aufgetreten sind“, sagte Verteidiger Ralph Gunesch: „Dies müssen und werden wir auch im Abstiegskampf beherzigen.“