Tennis

Kohlschreiber mit Mühe ins Achtelfinale

Deutschlands Nummer eins Philipp Kohlschreiber hat beim ersten Masters-Turnier des Jahres in der kalifornischen Wüstenstadt Indian Wells das Achtelfinale erreicht. Der 27-jährige Augsburger gewann ein schon verloren geglaubtes Match gegen den amerikanischen Qualifikanten Tim Symczek mit 2:6, 6:2, 7:6 (8:6) und trifft in der nächsten Runde auf den an Nummer fünf gesetzten Schweden Robin Söderling. „Das war eine Achterbahnfahrt“, sagte Kohlschreiber, der beim Stand von 5:6, 0:40 im dritten Satz drei Matchbälle abwehren musste: „Aber Spiele wie dieses muss man einfach gewinnen.“

Derweil berichtete Andrea Petkovic von einem Kindheitstraum, den sie sich im Vorfeld von Indian Wells erfüllt hatte. In Las Vegas trainierte „Petko“ 45 Minuten mit ihrem großen Idol Steffi Graf. „Am Anfang war ich schon noch ein wenig nervös, aber ich habe mich ziemlich schnell entspannt. Auch weil Steffi einfach unglaublich nett ist“, erzählte die Darmstädterin: „Ich bin sicher, dass sie noch in den Top 20, wenn nicht sogar noch höher stehen könnte, wenn die Verletzungen nicht wären.“ Graf gab das Lob ungefiltert zurück: „Ich bin sicher, wir werden in Zukunft noch viel von Andrea sehen.“

Nicht ganz so viel Spaß hatte Kohlschreiber bei seinem Arbeitssieg gegen Smyczek, seinen nächsten Gegner Söderling bezeichnet der Augsburger als „sehr stark, ein Top-5-Spieler mit starken Waffen“. Von sich selbst erwartet Kohlschreiber, „einen Tick besser“ zu spielen: „Gegen die richtig guten Gegner habe ich momentan noch das Nachsehen, das muss sich ändern.“ Dennoch bezeichnet er sich als einen sehr soliden Spieler: „Ich kämpfe, ich arbeite. Vielleicht werde ich, wenn ich aufgehört habe, einmal sagen: Ich hatte nie dieses Wahnsinnsergebnis, aber ich war ein verdammt guter, solider Typ.“

Weniger Glück als Kohlschreiber hatten am Wochenende Rainer Schüttler (Korbach), Michael Berrer (Stuttgart) und Mischa Zverev (Hamburg). Schüttler verlor 3:6, 6:7 (5:7) gegen den an Nummer 28 gesetzten Franzosen Gilles Simon, Berrer unterlag Söderling 3:6, 6: 7 (4:7), und Linkshänder Zverev hatte gegen den Spanier Tommy Robredo (Nr. 25) mit 3:6, 6:3, 5:7 das Nachsehen. „Ich habe seit dem letzten September Verletzungsprobleme und meine Bestform noch nicht erreicht“, sagte Zverev: „Im Moment macht mir der Rücken zu schaffen, ich kann immer noch nicht richtig aufschlagen.“

Beim parallel an gleicher Stelle stattfindenden WTA-Turnier haben Andrea Petkovic und Fed-Cup-Teamkollegin Julia Görges (Bad Oldesloe) das Achtelfinale erreicht. Petkovic schlug die Tschechin Lucie Safarova 7:6 (10:8), 7:5. Görges setzte sich gegen Sybille Bammer aus Österreich mit 6:1, 6:3 durch. Petkovic spielte in der nächsten Runde gegen Marion Bartoli (Frankreich), Görges traf auf die ehemalige Weltranglistenerste Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 6).

„Ich habe gegen sie in Brisbane gespielt und sie dort geschlagen“, sagte Petkovic über Bartoli: „Ich muss auf einem hohen Niveau spielen, um sie wieder zu schlagen, und dabei vor allem ihren Aufschlag attackieren.“