"Auszeit"

Wolfsburgs Profis zittern auch vor der Zeitumstellung

Schluss mit Ausschlafen: Die Wolfsburger Profis treten ihren Dienst vor Sonnenaufgang an. Denn Magath ist zurück und wird die Sommerzeit zu nutzen wissen.

Am Sonntag ist es endlich soweit: Am Morgen um zwei ist es drei. In Deutschland werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Sonne bis halb acht, nach Feierabend ist es noch hell, Biergarten, Grillen, Fahrradfahren, der Frühling erhellt unsere Gemüter.

Was dem Spätaufsteher bei all dieser Freude schlicht entgeht: Was hinten angefügt wird, wird vorn einfach weggenommen.

Einige Fußballspieler des VfL Wolfsburg könnten dies kommende Woche zu spüren bekommen, wenn ihr Arbeitstag plötzlich im Dunkeln beginnt. Montag zum Beispiel wird die Sonne über dem VW-Werk erst 7.02 Uhr aufgehen. Sicher, um diese Zeit dreht sich der normale Fußballprofi noch mal auf die andere Seite, aber bei Felix Magath ist eben nichts normal.

Seit einer Woche wirkt der Trainer wieder in Niedersachsen. Seine Spieler hat er in dieser Zeit die übliche Magath-Folklore aufführen lassen: Zirkeltraining, Medizinbälle, Steigerungsläufe und dergleichen mehr.

Er werde versuchen, die Herren Profis binnen zehn Tagen in einen konditionellen Zustand zu bekommen, für den er gern vier Monate Zeit hätte, lautete die unverhohlene Drohung ans Personal.

Taten folgten. Wer besonderen Nachholbedarf hat, muss wie einst „Rocky“ früh aus den Federn und Sonderschichten absolvieren. Nur, dass es für Patrick Helmes oder Tuncay Sanli nicht in die kalte Schlachthalle geht, wo der Filmboxer einst mit seinen Fäusten Rinderhälften malträtierte.

Viel mehr Charme hat aber auch der Treffpunkt der Fußballspieler nicht. Sie müssen sich in einer Schulsporthalle einfinden, 6.45Uhr schon. 8.00 Uhr beginnt die erste Stunde. Die Kinder wollen turnen.

Es wird ein weiter Weg bis zum Feierabendbier in der Sonne.