"Auszeit"

Ballack zeigt schlechte Manieren nach gutem Spiel

Weil er nach dem Sieg am Sonntag per Megafon den 1. FC Köln schmähte, ermittelt jetzt der DFB gegen Leverkusens Star.

Berti Vogts wusste es immer schon. „Hass gehört nicht ins Stadion“, mahnte der Bundestrainer a.D. einmal und empfahl stattdessen: „Die Leute sollen ihre Emotionen zu Hause in den Wohnzimmern mit ihren Frauen ausleben.“ Dumm nur, wenn der eigene Gatte nicht daheim ist und auch nicht in der Fankurve, sondern berufsbedingt selber auf dem Platz steht.

Dort droht der männliche Testosteronspiegel bisweilen über die Ufer zu borden. Dann können Worte fallen, die so besser nicht gefallen wären. Schon gar nicht übers Megafon. Michael Ballack hatte Sonntag so ein Erlebnis: 2:0 mit Leverkusen gewonnen, gut gespielt, Lob vom Trainer – da forderten die Fans den 98-maligen Nationalspieler zum Einpeitschen auf. Hätte Ballack es mal lieber bleiben lassen. Nach dem üblichen „Uffta“ war irgendwann Bayers Lokalrivale Thema. Ballack rief „Scheiß FC Köln!“ und genoss Applaus. Es könnte ihn teuer zu stehen kommen, dank Youtube bleibt nichts undokumentiert. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt.

Während Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser drollig zu beschwichtigen versucht („Michael wusste gar nicht, was er machen sollte“), werden sogleich Erinnerungen wach an den Bremer Tim Wiese, den der DFB in einem ähnlichen Fall („Scheiß HSV!“) zu 8000 Euro Bußgeld verdonnerte. Und an Gerald Asamoah. Der damalige Schalker empfahl nach einem verlorenen Pokalfinale grölend, den Bayern „die Schale in den A…“ zu schieben. Das war nicht fein, doch hatte es einen Grund, plädierte Asamoah: „Wir haben mächtig gefeiert und mächtig getrunken – da ist es doch normal, dass man für Stimmung sorgen will.“

Merke: In emotionalen Situationen empfiehlt sich ein neutrales „Humba-humba-tätärä“.