"Auszeit"

Warum ein Ex-Fußballprofi für Sterbehilfe wirbt

Kaum von Herzattacken erholt, wirbt Timo Konietzka schon wieder für Sterbehilfe. 100 Jahre alt möchte er trotzdem werden, Gott sei Dank!

Ein Foto davon gibt es nicht, das ärgert Timo Konietzka. Nicht einmal für 1000 Mark Belohnung war ein Lichtbild vom ersten Tor der Bundesligahistorie aufzutreiben, welches der Fußballprofi 1963 erzielt hatte. Trotzdem vergessen die Menschen Konietzka nicht.

War er doch Nationalspieler, Meister mit Borussia Dortmund und 1860 München und wegen Angriffs auf einen Schiedsrichter sogar mal ein halbes Jahr gesperrt. Später arbeitete noch lange als Trainer in der Schweiz, heute betreibt er in seiner Wahlheimat mit seiner Frau ein Hotel am Vierwaldstädter See.

Die Suche nach dem Foto hat der inzwischen 72-jährige Konietzka längst aufgegeben, dafür verfolgt er seit Jahren eine andere Mission. Konietzka wirbt für Sterbehilfe. Die ist in Deutschland – anders als in unserem Nachbarland – verboten, im Herbst liefen mit ihm sogar Werbespots im Schweizer Fernsehen. Angeblich, weil er so viele Verwandte und Weggefährten dahinsiechen sah.

Konietzkas Eifer bei dieser Sache klingt verdächtig, hatte er rund um die Weihnachtstage zuletzt doch selbst zwei Herzattacken zu überstehen. Der Sportinformationsdienst vermeldete nun, dass es Konietzka wieder besser gehe und dass er in seiner Wohnung schon wieder 90 Minuten täglich laufe – angeblich auf einer Gesundheitsmatte, immer fünf Meter hin und her.

„Ich plane meinen Tod“, verriet er beim Krankenbesuch, wie zuvor schon dem Schweizer „Blick“ – für den Fall, dass er z.B. demenzkrank oder ähnlich pflegebedürftig würde. Dass unsere Gesellschaft Sterbewillige nicht gehen lasse, halte er für ein Problem, sagt Konietzka. Das Problem will er bekämpfen, noch lange. Er möchte 100 werden, tue zumindest alles dafür, betont Konietzka noch. Gott sei Dank!