"Auszeit"

Sinkewitz müsste lebenslang gesperrt werden

Radprofi kehrt nach einer Dopingsperre zurück in die Radsport-Familie – und wird wieder beim Dopen erwischt. Die UCI-Statuten kennen nur eine Strafe.

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Wie schön. Die Radsportfamilie kann ihr abtrünniges Mitglied Patrik Sinkewitz wieder in ihre Arme schließen. Der fiese Schuft hatte es sich mit Jan Ullrich, Andreas Klöden, Erik Zabel und all den anderen radelnden Kollegen verscherzt, indem er sich vor dreieinhalb Jahr mit einer Dopingbeichte beim deutschen Verband einschleimte. T-Mobile zog sich zurück, die Pedaleure standen erstmals unter Generalverdacht, Schlingel Sinkewitz aber kam als Kronzeuge mit einem milden Strafmaß von einem Jahr davon. Von da an gab er sich natürlich geläutert. Ich und Doping? Iwo. Nie mehr.

Aber es ist wie beim Paten, irgendwann merkt jeder Nestbeschmutzer, dass er sich dem Kreise seiner Lieben schlecht entziehen kann. Sinkewitz ist weiter gefahren und hat weiter gedopt. Der Weltverband UCI teilte gestern mit, dass der 30 Jahre alte Hesse am 27. Februar beim Grand Prix Locarno mit einem deutlich erhöhten Testosteron-Epitestosteron-Wert aufflog.

Ob sich Sinkewitz' zweite Beichte genauso gut vermarkten lässt wie die erste, ist fraglich. Der Präsident des deutschen Radsportverbandes Rudolf Scharping hielt dem Sünder ein „hohes Maß an Beklopptheit“ vor. Und an die flächendeckende Versorgung der Familie mit Pharmazeutika ist man inzwischen gewöhnt.

Ob Sinkewitz erneut eine Chance erhält wie beim bislang letzten Comeback 2008, als er beim tschechischen Team PSK Whirlpool unterkam, ist dagegen ein bisschen wahrscheinlicher. Eigentlich müsste er lebenslang gesperrt werden. Nach den Statuten jedenfalls. Vielleicht aber drücken sie ja beim verlorenen Sohn Patrik Sinkewitz beide Augen zu, die netten Onkel von der UCI.