"Auszeit"

Lothar Matthäus – Weltfußballer und Welterklärer

Lars Wallrodt

Lothar Matthäus wird am Montag 50 Jahre alt. Ihm verdankt die Fußball-Nation mehr als nur Titel und Tore. Eine Hommage.

Lothar Matthäus hat nachgedacht und sich entschieden. Ein „etwas ruhigeres Leben“ würde er sich zum 50. Geburtstag wünschen, sagte er der „Bild“. Weise Worte zum rechten Zeitpunkt. Denn wann, wenn nicht zum runden Wiegenfest am Montag, sollte auch ein rastloser Mann innehalten und die Gedanken schweifen lassen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Dass es mit dem ruhigeren Leben in den ersten 50 Lebensjahren nichts wurde, hat sich der deutsche Rekordnationalspieler allerdings auch selbst zuzuschreiben. Die vier Ehen mit zunehmend jüngeren Damen mal ausgeblendet, bedingt die Berufswahl Fußballprofi in vielen Fällen per se erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit. Zumal, wenn der Spieler einen derart vorpreschenden Charakter hat wie Matthäus.

Tore und Triumphe

Seine forsche Art bescherte der Nation wuchtige Tore, große Triumphe und geniale Erkenntnisse. Neben Weltmeister und Weltfußballer darf sich Matthäus auch Welterklärer nennen. Der Rücken sei „die Achillesferse des Körpers“, merkte er einst an, er errechnete, dass auch ein Chancenplus ausgeglichen sein kann und widmete sich dem Phänomen des Druckschmerzes. Der tut nämlich weh, „wenn man drauf drückt“.

Das Fußballdenkmal überquert am Montag also den Äquator des Lebens, kaum ergraut und rank und schlank wie immer. Also, lieber Lothar Matthäus, herzlichen Glückwunsch zum 50. Geburtstag! Möge Ihnen das gewünschte ruhigere Leben vergönnt sein – oder es zumindest mit einem Trainerjob in Deutschland klappen! Vielleicht halten Sie es doch einfach mit einem großen deutschen Philosophen, der einst anmerkte: „I look not back, I look in front“. Sie wissen schon, wer das gesagt hat, oder?