Diego

"Abstiegskampf ist eine neue Erfahrung für mich"

Der brasilianische Star Diego spricht im Interview mit Morgenpost Online über die Krise des VfL Wolfsburg und den Neuanfang mit Trainer Felix Magath.

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Der Wechsel des Brasilianers Diego (früher Bremen) von Juventus Turin zum VfL Wolfsburg war im vergangenen Sommer einer der spektakulärsten Bundesligatransfers. Der 26-Jährige wollte mit dem VfL um die Europapokalplätze spielen, jetzt kämpfen Diego und sein Team gegen den Abstieg.

Morgenpost Online: Bereuen Sie den Wechsel?

Diego: Nein. Der Klub will langfristig viel erreichen und hat eine sehr gute Perspektive. Aber wie bei jedem Projekt gibt es auch im Fußball immer ein Risiko. In den vergangenen Monaten hat nichts funktioniert, derzeit ist es sehr schwierig für uns. Für mich ist der Abstiegskampf ist eine ganz neue Erfahrung. Ich will sie nutzen, um mich zu verbessern.

Morgenpost Online: Warum läuft es so schlecht?

Diego: Die Philosophie des Klubs hat sich verändert, der Trainer wurde gewechselt, Spieler ausgetauscht. Die Kombination aus unserem ehemaligen Trainer Steve McClaren und der Mannschaft hat offenbar nicht funktioniert. Wir tragen alle zusammen die Verantwortung für unsere missliche Lage. Die Mannschaft ist zudem nicht konstant genug. Wir haben oft zwei oder drei Tore geschossen und trotzdem nicht gewonnen.

Morgenpost Online: Was denken Sie über den neuen Trainer Felix Magath?

Diego: Ich bin sicher, dass er uns helfen kann. Magath hat einen beeindruckenden Lebenslauf und ist ein sehr angesehener Trainer. Für mich persönlich ist der Trainerwechsel gut. Um erfolgreich zu sein, musst du etwas riskieren. Wir waren nicht erfolgreich, also wurde etwas verändert. Gemeinsam müssen wir jetzt alles tun, um von den Abstiegsplätzen wegzukommen.

Morgenpost Online: Was macht Ihnen dabei Hoffnung?

Diego: Wir haben trotz der vielen Gegentore neunmal unentschieden gespielt. Das zeigt, dass wir schwer zu bezwingen sind. Wir haben viele Siege verschenkt, das wird uns in der Endphase der Saison nicht mehr passieren. Unsere Mannschaft hat Potenzial, sie muss es nur ausschöpfen.

Morgenpost Online: Schöpfen Sie Ihr Potenzial aus?

Diego: Nein. Ich kann noch viel mehr für die Mannschaft machen, meine glänzende Form habe ich noch nicht gefunden. Die Mannschaft auch nicht, wir haben noch keinen Rhythmus. Wenn ich die Form kriege, die ich damals bei Werder Bremen hatte, kann sich hier etwas entwickeln.

Morgenpost Online: Können Sie sich andere Ziele setzen als den Klassenverbleib?

Diego: Derzeit nicht. Wir haben noch sieben Spiele, vier davon zu Hause gegen direkte Konkurrenten. Mit 38 Punkten können wir meiner Meinung nach aus eigener Kraft in der Liga bleiben. Wenn wir in der Bundesliga bleiben, können wir uns für die nächste Saison ganz andere Ziele setzen. Bis dahin ist jeder Sieg wichtig.

Morgenpost Online: Würden Sie im Falle des Abstiegs den Verein verlassen?

Diego: Das weiß ich nicht. Diese Entscheidung überlasse ich der Klubführung. Ich kenne die Pläne des VfL nicht genau, und denke darüber derzeit auch nicht nach, denn das wäre nicht korrekt. Wir müssen alles daran setzen, in der Bundesliga zu bleiben.

Morgenpost Online: Zuletzt hieß es, es lägen Angebote mehrerer brasilianischer Vereine vor.

Diego: Ich habe kein Angebot erhalten. Ob Wolfsburg eins vorliegen hatte, weiß ich nicht. Ich möchte meinen Vertrag beim VfL erfüllen.