Biathlon-Weltcup

Neuner fehlt wegen Krankheit, Henkel wird Dritte

In Abwesenheit ihrer erkrankten Teamkollegin Magdalena Neuner belegt Biathletin Andrea Henkel beim Weltcup-Finale in Oslo im Verfolgungsrennen Platz drei.

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Den endgültigen Verlust der Weltcup-Krone musste Biathlon-Königin Magdalena Neuner im Krankenbett verkraften. Die zehnmalige Weltmeisterin verpasste wegen einer Erkältung das Verfolgungsrennen beim Finale am Holmenkollen in Oslo und hat mit 914 Punkten keine Chance mehr, zum zweiten Mal in Folge den Gesamtweltcup zu gewinnen.

Andrea Henkel bescherte den DSV-Skijägerinnen im vorletzten Rennen des Winters als Dritte einen Podiumsplatz, liegt aber in der Gesamtwertung mit 929 Punkten ebenfalls deutlich hinter der Führenden Kaisa Mäkäräinen (979). Die Finnin machte beim Sieg von Olympiasiegerin Anastasija Kuzmina (Slowakei) vor Darja Domratschewa (Weißrussland) als Vierte einen entscheidenden Schritt zum Gewinn der großen Kristallkugel.

Bei den Männern belegte Michael Greis als bester Deutscher Platz acht. Emil Hegle Svendsen siegte vor seinem norwegischen Landsmann Tarjei Bö, der die Verfolger-Wertung gewann und weiter im Gesamtweltcup mit 1076 Punkten vor Svendsen (1045) führt. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte Greis.



„Ich bin erstmal sehr froh, dass ich es wieder aufs Podium geschafft habe. Das hat ja eine Weile nicht geklappt. Da war es mir auch fast egal, ob ich Zweite oder Dritte werde“, sagte Henkel, für die auch klar ist, wer den Gesamtweltcup gewinnt: „Die Kaisa macht es.“ Die finnische Verfolgungs-Weltmeisterin selbst war überglücklich: „Es tut mir leid für Lena, aber es macht es auch einfacher für mich“, sagte Mäkäräinen.

Doppel-Olympiasiegerin Neuner hatte bereits beim ihrem Sprintsieg am Donnerstag über starken Husten geklagt und weitere Starts infrage gestellt. „Heute morgen ging gar nichts mehr“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Über Nacht hatte sich der Zustand Neuners deutlich verschlechtert. „Magdalena hat Probleme im Bereich der oberen Atemwege. Nach dem Sieg im Sprint hat sich ihr Zustand deutlich verschlechtert. Sie wird von einem Reizhusten geplagt“, sagte Frauen-Trainer Gerald Hönig.

„Sie ist natürlich sehr enttäuscht, dass sie quasi kampflos den Gesamtweltcup abgeben muss. Aber es geht wirklich nicht“, hatte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach dem Sport-Informations-Dienst (SID) gesagt. Auch am Sonntag (14.00 Uhr/ARD und Eurosport) im Massenstart kann sie wohl kaum antreten. „Die Chancen auf einen Start sind eher gering“, sagte Schwarzbach.

Staffel-Weltmeisterin Miriam Gössner (Garmisch/4 Fehler) stürmte von Platz 35 aus dem Sprint als Sechste noch in die Top 10. „Ich hatte mich auch im Sprint gut gefühlt und hatte sehr knappe Fehler. Aber vielleicht war die Konzentration doch nicht ganz so hoch, wie ich es mir gedacht habe. Heute habe ich versucht, es ein bisschen besser zu machen“, sagte Gössner.

Ebenfalls mehr als zufrieden war Florian Graf (Eppenschlag), der als Zwölfter sein sein bestes Weltcupergebnis erreichte: „Das ist sensationell, wenn man Sumann Paroli bieten kann. Es war einfach ein super Rennen für mich“, sagte Graf.

Sprintsieger Andreas Birnbacher (Schleching) war nach seinem Erfolg am Donnerstag aus dringenden privaten Gründen auf schnellstem Weg nach Hause zurückgekehrt. Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) leistete sich fünf Strafrunden und kam auf Platz 18 ins Ziel. „Ich habe heute am Schießstand ein bisschen Federn gelassen. Da tut man sich schon schwer, wenn man jedesmal in die Strafrunde muss“, sagte Peiffer.