Biathlon-Weltcup

Deutscher Doppelsieg für Neuner und Birnbacher

Magdalena Neuner hat ihre Topform der Biathlon-WM mit zum Weltcup-Finale genommen und im Sprint gewonnen. Kurz darauf gewann Andreas Birnbacher das Männer-Rennen.

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Ein großes Stück Schokolade und eine kleine Kristallkugel als Belohnung: Vier Tage nach ihrem 10. Weltmeistertitel mit der Staffel bei den Biathlon-Titelkämpfen im russischen Chanty Mansijsk kämpfte sich eine kranke Magdalena Neuner beim Weltcupfinale am Holmenkollen in Oslo zum Sprintsieg. Den deutschen Tag in der Wiege des nordischen Wintersports machte Andreas Birnbacher mit seinem ersten Weltcupssieg überhaupt im 10-km-Rennen perfekt.

Neuner gewann nicht nur die Weltcupwertung im Sprint, sondern liegt im Gesamtweltcup mit 914 Punkten vor den letzten beiden Saisonrennen auch nur noch 22 Punkte hinter der führenden Finnin Kaisa Mäkäräinen (936).

„Ich bin total überrascht. Heute morgen habe ich noch nicht gewusst, ob ich überhaupt starten soll. Ich habe Husten. Ich habe gar nicht gewusst, wo ich in der Sprintwertung liege“, sagte Neuner: „Vielleicht habe ich auch gewonnen, weil ich nichts erwartet habe.“ Trotz der Krankheit lag die Doppel-Olympaisiegerin im Ziel über 30 Sekunden vor der Norwegerin Tora Berger, Dritte wurde die Weißrussin Darja Domratschewa. Für Neuner war es der 24. Weltcupsieg ihrer Karriere und der fünfte in diesem Winter.

Birnbacher verzichtete aus dringenden privaten Gründen auf die Siegerehrung. Der 29-Jährige aus Schleching wird in Oslo keinen Wettkampf mehr bestreiten und auf dem schnellsten Weg nach Hause zurückkehren. Hinter dem Schweden Björn Ferry sorgte Alexander Wolf mit Platz drei für die zweite Überraschung des Tages. Der Oberhofer war nicht für die WM in Sibirien nominiert worden. Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer belegte Platz acht.

„Ich habe den Husten schon seit Montag. Viel machen kann ich nicht. Scheinbar bin ich trotzdem noch fit genug“, sagte Neuner, die sich über den Ruhetag am Freitag freut. Bis zum Verfolgungsrennen am Samstag und dem Massenstart am Sonntag (beide 14.00 Uhr/ARD und Eurosport) will die 24-Jährige sich auskuriert haben. Eine Startgarantie wollte Neuner, die in diesem Winter bereits vier Rennen wegen Krankheit verpasst hatte, aber nicht geben. Auch den Gewinn des Gesamtweltcups hat sie sich offiziell noch nicht auf die Fahnen geschrieben: „Ich will unter die ersten Drei kommen.“

Ähnlich sieht das Frauen-Trainer Gerald Hönig: „Über den Gesamtweltcup reden wir nicht. Lena ist wirklich ein bisschen angeschlagen. Das Ergebnis war so nicht abzusehen. Das gewohnt gute Schießen war die Grundlage für das beeindruckende Ergebnis.“

Trotz zweier Schießfehler schaffte Andrea Henkel (Großbreitenbach) als Siebte den Sprung in die Top 10, einen Platz vor Kathrin Hitzer (Gosheim/1 Fehler). „Am Schießstand bin ich schon sehr enttäuscht. Dazu ging es auf der Strecke auch nur sehr schwer. Ich bin mit mir nicht ganz zufrieden, dafür ist das Ergebnis noch ganz gut“, sagte Henkel.

Staffel-Weltmeisterin Miriam Gössner (Garmisch) erwischte mit sechs Fehlern dagegen vor den Augen ihrer zum Teil norwegischen Verwandtschaft einen rabenscharzen Tag und war nach Platz 35 schwer enttäuscht: „Ich bin einfach nur noch müde und froh, wenn die Saison zu Ende ist. Sechs Fehler sind total deprimierend“, sagte die 20-Jährige.