Eiskunstlauf

Moskau richtet WM nach Japans Verzicht aus

Moskau richtet statt Tokio die Eiskunstlauf-WM 2011 aus. Das gab der Eislauf-Weltverband am Donnerstag bekannt.

Die Titelkämpfe finden vom 24. April bis zum 1. Mai in der Megasport Arena der russischen Hauptstadt statt. Moskau springt für Tokio ein, das die Weltmeisterschaft wegen der Folgen der schweren Umweltkatastrophe in Japan nicht wie geplant ausrichten kann. Die WM in Japan war vor zehn Tagen abgesagt worden, seitdem hatte die Internationale Eislauf-Union ISU nach einem Ausweichort gesucht.

Neben Russland hatten auch Österreich (Graz), Kanada (Vancouver), Kroatien (Zagreb), Finnland (Turku) und die USA (Colorado Springs oder Lake Placid) Interesse angemeldet. Doch die ISU setzt auf Russland, das sich am Dienstag mit einem Brief um die Ausrichtung beworben hatte. Die russische Regierung ist nach Angaben von Ministerpräsident Wladimir Putin bereit, alle entstehenden Kosten zu übernehmen.

Die Weltmeisterschaften hätten eigentlich vom 21. bis 27. März in Tokio stattfinden sollen, wurden wegen der von einem schweren Erdbeben ausgelösten Katastrophe in Japan aber abgesagt. Die ISU hatte sich erst nach tagelangem Zögern zu der Entscheidung durchgerungen.

In einer Mitteilung gab die ISU bekannt, dass die Vorbereitungen bereits in vollem Gange seien. Schon in Kürze sollen wichtige Informationen zum WM-Verlauf, auch der Zeitplan, veröffentlicht werden. In der Megasport Arena finden 14.000 Zuschauer Platz. Die Halle wurde zur Eishockey-WM 2007 erbaut.

Tokio war am Mittwoch als WM-Gastgeber 2012 ins Gespräch gebracht worden. Der ursprünglich vorgesehene Gastgeber Frankreich bot den Japanern die Ausrichtung an. „Wir alle haben ein Herz und stehen solidarisch zu Japan, dem japanischen Volk und dem japanischen Verband", sagte der Präsident des französischen Eissport-Verbandes (FFSG), Didier Gailhaguet.

Bislang sind Nizza oder Montpellier als Orte für die Ausrichtung der Weltmeisterschaften 2012 vorgesehen. „Der Vorschlag, den wir dem Eislauf-Weltverband unterbreiten werden, gibt Japan genug Zeit zur Vorbereitung und eine Möglichkeit, sich von den schrecklichen Ereignissen zu erholen."