Ski alpin

Absage in Lenzerheide als Vorteil für Maria Riesch

Die Absage des Super-G-Rennens beim Weltcup-Finale in Lenzerheide lässt die Chancen von Maria Riesch auf den Gesamtweltcup wieder steigen.

Foto: AFP

Didier Cuche durfte sich bereits zum zweiten Mal über Kristall freuen - und auch Maria Riesch war nicht gerade unglücklich: Während dem Schweizer aufgrund der regenbedingten Absage der Super-G-Rennen beim Saisonfinale in Lenzerheide erneut eine kleine Kristallkugel in den Schoß fiel, hat sich Rieschs Ausgangsposition im Kampf um den Gesamtweltcup wieder verbessert. Die Partenkirchnerin geht mit „nur“ 27 Punkten Rückstand in die beiden Abschluss-Rennen - einen Slalom und einen Riesenslalom - und darf sich angesichts ihrer Überlegenheit im Technikbereich Hoffnung auf den Coup machen.

„Die Absage ist okay“, sagte Riesch am Donnerstagmorgen diplomatisch, „bei diesen Verhältnissen ist es nicht möglich, ein ordentliches Rennen zu fahren.“ Dass sich ihre Lage durch den Ausfall des Super-G verbessert hat, wollte sie nicht bestätigen. „Ich habe in dieser Saison ja auch schon Super-G gewonnen“, sagte sie. Das sollte heißen: Sie hätte auf Vonn auch wieder Boden gut machen können. Aber: Riesch lag nur bei eben diesem Sieg in Are vor der Zweiten Vonn, bei den anderen fünf Super-G verlor sie 236 Punkte auf die Amerikanerin.

„Im Kampf um den Gesamtweltcup zählt jeder Punkt, und der Super-G ist eine meiner stärksten Disziplinen. Deshalb bin ich sehr enttäuscht, dieses Rennen zu verlieren“, sagte Vonn deshalb. Denn in den technischen Disziplinen machte Riesch in diesem Winter meist Boden gut, bei 15 Rennen insgesamt 352 Punkte, also über 23 Zähler im Schnitt.

Bis sich Riesch bei den Rennen am vergangenen Wochenende in Spindlermühle zwei Patzer leistete, stand es in Technik-Duellen bei zwei „Unentschieden“ 9:2 für die Deutsche. In Tschechien verlor die Doppel-Olympiasiegerin 73 Punkte auf Vonn, „aber Spindler“, betonte Riesch, „ist abgehakt.“ Beim Slalom am Freitag und dem Riesenslalom am Samstag will sie „richtig angreifen“, um die große Kristallkugel doch noch und zum ersten Mal überhaupt zu gewinnen.

Gleich zwei Kristallkugeln, wenn auch kleine, nimmt Didier Cuche mit nach Hause. Am Mittwoch hatte sich der 36-Jährige bei der letzten Saison-Abfahrt in einem spannenden Duell mit Michael Walchhofer (Österreich) zum vierten Mal den Gesamtsieg in der Königsdisziplin gesichert, tags darauf musste er für seinen ersten Super-G-Erfolg nicht einmal die Skier anschnallen. 64 Punkte lag er vor dem verletzten Österreicher Georg Streitberger, 68 Zähler vor Ivica Kostelic aus Kroatien, als der Regen ihn zum Gewinner machte.

„Als ich von der Absage erfuhr, spürte ich eine innere Freude. Kurz darauf standen aber schon mein Servicemann und mein Physio mit drei Cüpli Champagner im Zimmer. So früh habe ich noch nie Champagner getrunken“, sagte Cuche. Die Freude des Super-G-Weltmeisters von 2009 wurde jedoch etwas getrübt von den Ereignissen in Japan. „Es ist krass, das im Fernsehen zu sehen.“ Cuche will sich deshalb dem Aufruf der Amerikanerin Julia Mancuso anschließen und sein Preisgeld von 8500 Schweizer Franken für den vierten Abfahrtsrang spenden.

Kostelic indes kann nach dem Gesamtweltcup und der Kombinations-Wertung nun nur noch die Slalom-Kugel gewinnen. Der letzte Slalom findet nach dem „Riesen“ am Freitag in Lenzerheide am Samstag statt - sofern sich das Wetter bessert.