Ski Alpin

Rieschs Vorsprung auf Vonn schmilzt weiter

Maria Riesch stürzte im zweiten Slalom-Lauf und musste mitansehen, wie Lindsey Vonn weiter Punkte sammelte. Den Sieg holte sich die Österreicherin Marlies Schild.

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Ivica Kostelic jubelte über seine erwartete Krönung zum Weltcup-König, das Kugel-Duell zwischen Maria Riesch und Lindsey Vonn ist hingegen so spannend wie nie zuvor. Nach ihrem Patzer im Slalom von Spindlermühle fährt die Doppel-Olympiasiegerin aus Partenkirchen nur noch mit 23 Punkten Vorsprung zum Saisonfinale auf die Lenzerheide. „Es war nicht mein Wochenende, es ist irgendwie gar nichts gelaufen“, stellte Riesch nach ihrem Aus im zweiten Durchgang fest.

Da sich die erneut überragende Torlauf-Weltmeisterin Marlies Schild (Österreich) mit ihrem sechsten Saisonsieg vorzeitig die Disziplin-Wertung sicherte, musste Riesch endgültig und vorzeitig die letzte Mini-Hoffnung auf eine kleine Kristalltrophäe abschreiben. In der Schweiz will sie bei den ausstehenden vier Saisonrennen nun versuchen, ihre Enttäuschung wieder wettzumachen.

„Man sieht, wie schnell es gehen kann“, meinte die 26-Jährige, die tagszuvor nur auf Rang 29 im Riesenslalom gefahren war. Auch im ersten Torlauf-Durchgang hatte sie zweiFehlern Nerven gezeigt und wollte als 15. eigentlich auf Angriff fahren. Susanne Riesch wurde als Achte beste Deutsche. Katharina Dürr und Christina Geiger erreichten die Plätze 13 und 14.

Mit ihrem 16. Rang robbte sich Vonn wieder ein weiteres Stück an ihre Dauerrivalin heran. Dass der Zweikampf auch zum Nervenduell wird, war zwischen den Durchgängen zu erleben. Auf Vonns Vorgehen angesprochen, andere Skischuhe als vom Ausrüster vorgesehen zu nutzen und dies nicht zuzugeben, meinte Riesch: „Das ist ein bisserl ne Verarschung.“ Dies sei ihm Zielzelt zu sehen gewesen. „Aber darum geht es ja nicht. Es muss jeder den Berg runterfahren, egal mit welchen Schuhen und Skiern.“ Das Reglement verbietet einen solchen Tausch nicht.

Von kommenden Mittwoch an stehen beim Showdown des Winters noch jeweils eine Abfahrt, ein Super-G und Slalom sowie der abschließende Riesentorlauf auf dem Programm. Zumindest dass sie ihre Führung nicht abgegeben habe, gebe ihr ein gutes Gefühl, sagte Riesch.

Während die Entscheidung bei den Damen erst in letzter Sekunde fallen dürfte, nahm der Kroate Kostelic bereits im norwegischen Kvitfjell die ersten Glückwünsche für den ersten Weltcupgesamtsieg eines Kroaten entgegen. „Das ist das Größte, was ein Skifahrer im alpinen Skisport erreichen kann“, sagte der 31-Jährige, dessen Schwester Janica die begehrte Kristalltrophäe dreimal gewinnen konnte.

Über den Tagessieg bei der Abfahrt auf der Olympiabakken-Strecke in Norwegen konnte sich Michael Walchhofer (Österreich) freuen. Kurz vor seinem Laufbahn-Ende machte er auch einen Schritt Richtung Disziplin-Weltcup.

Kostelic darf am Sonntag beim Super-G das erste von fünf ausstehenden Genuss-Rennen bestreiten, der deutsche Stephan Keppler will nach seinem Sturz vom Samstag seine Qualifikation für das Weltcup-Finale fix machen. Nach dem Unfall in der Abfahrt hockte Keppler etwas mitgenommen im Schnee, die zwei Fangnetze hatten den Sturz des deutschen Skirennfahrers nicht aufhalten können.

Nach einem Sprung war der 28-Jährige an seinem Comeback-Wochenende in Rücklage geraten und erst am Rande eines kleinen Waldstücks zum Stillstand gekommen. „Den einen Baum hab' ich schon noch berührt, aber das macht dann auch nichts mehr“, sagte Keppler, der dem Augenschein nach keine schwereren Verletzungen erlitt.