Ski alpin

Super-G-Sieg für Cuche, Keppler scheidet aus

Selbst sein vorzeitiger Triumph im Gesamtweltcup hat den unbändigen Siegeswillen von Ivica Kostelic nicht stillen können. Einen Tag nach der Krönung zum Allround-König schimpfte der 31-Jährige über seinen „dummen Fehler“, der ihn am Sonntag im Super-G im norwegischen Kvitfjell auf Rang acht zurückwarf. „Es geht für mich immer noch um die Slalom- und Super-G-Kugel“, erklärte er seinen überraschenden Ausbruch. „Ich muss sehr seriös sein.“

Zumindest am Vortag hatte sich Kostelic, der sich bereits die Wertung in der Super-Kombination sicherte, noch unbändig über den ersten Gesamtsieg eines kroatischen Skirennfahrers gefreut. „Ich habe seit Jahren davon geträumt und dafür gekämpft“, sagte der 31-Jährige, der eine Familientradition fortsetzte. „Meine Schwester hat den Gesamtweltcup dreimal gewonnen, das war eine große Inspiration für mich. Ich bin stolz, es geschafft zu haben.“ Janica hatte die große Kristalltrophäe zuletzt 2006 errungen.

Kostelic will die ausstehenden vier Saisonrennen auf der Schweizer Lenzerheide nun nicht zum Schaulaufen nutzen. Und auch der Deutsche Stephan Keppler darf trotz des Ausscheidens am Sonntag dank guter Vorleistungen im WM-Winter beim Saisonfinale auf der Schweizer Lenzerheide erneut im Super-G angreifen. „Es war das gleiche Problem wie gestern: Es fehlte die Kraft“, sagte er über sein Comeback-Wochenende acht Wochen nach dem schweren Sturz von Wengen.

In Norwegen musste er erneut eine Schrecksekunde überstehen, als er am Samstag bei seinem Abfahrtssturz auch von zwei Fangnetzen nicht aufgehalten werden konnte und in den Wald rutschte. „Den einen Baum hab' ich schon noch berührt, aber das macht dann auch nichts mehr“, sagte Keppler, der sich wegen „ein paar Blessuren“ zumindest noch am Ellenbogen untersuchen lassen will. „Für ihn war es wichtig, wieder Rennen zu fahren“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier, der warnte, „Wunderdinge“ von seinem Top-Speedathleten zu erwarten.

Für außergewöhnliche Leistungen sind Michael Walchhofer und Didier Cuche auch in ihrem hohen Rennfahreralter noch gut. Der 35 Jahre alte Walchhofer aus Österreich setzte sich mit seinem Abfahrtssieg an die Spitze der Disziplin-Wertung. Im Kampf um die kleine Kristalltrophäe im Super-G hat der Schweizer Cuche (36) nach seinem Sieg bereits 68 Punkte Vorsprung auf Verfolger Kostelic. Für den Schweizer Altstar war der Jubel über seinen 17. Weltcup-Sieg jedoch nicht ungetrübt. Vor der ersten Abfahrt hatte er FIS-Renndirektor Günter Hujara wegen eines vermeintlich zu gefährlichen Sprunges kritisiert und war daraufhin zu 5000 Schweizer Franken Geldstrafe verdonnert worden. Wegen der Auseinandersetzung, in der er sich missverstanden fühlte, habe er vor den Rennen kaum geschlafen. „Das tat mir richtig weh“, sagte Cuche zum Disput und zog Konsequenzen. „Ich fordere gar nichts mehr. Ich bin gestern aus der Athletenkommission ausgetreten.“ Nach dem Vorjahreserfolg seines Teamkollegens Carlo Janka konnte Cuche nicht mehr Kostelic an der Spitze der Gesamtwertung gefährden. Für sein großes Ziel hatte dieser sogar auf den WM-Start – und auf das als fast sicher prognostizierte Gold – in der Super-Kombination verzichtet. Mit insgesamt sieben Saisonsiegen in Slalom, Kombination und erstmals im Super-G war Kostelic mit weitem Abstand der konstanteste Fahrer dieser Saison.