Mönchengladbach

Was Dante mit Sammer und Hoeneß verbindet

Gladbachs Dante richtete sich selbst einen Nasenbeinbruch. Mit Morgenpost Online spricht er über das Bremen-Spiel, seinen Trainer und eine Glatze in spe.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Morgenpost Online: Herr Dante, Ihr Name wird in Zukunft in einem Atemzug mit Dieter Hoeneß und Matthias Sammer genannt werden.

Dante (27): Ich kenne die beiden natürlich. Aber warum mein Name?

Morgenpost Online: Hoeneß köpfte einst mit blutgetränktem Turban ein Tor, Sammer ließ sich eine Platzwunde auf dem Platz tackern und spielte weiter. Und Sie…

Dante: Sie meinen die Sache mit meiner Nase, richtig?

Morgenpost Online: Sie haben sich am vergangenen Wochenende beim 2:0-Sieg gegen Hoffenbeim einen Nasenbeinbruch selbst gerichtet.

Dante: Ja, das war nicht so angenehm. Aber besser so, als ins Krankenhaus zu fahren. Unser Mannschaftsarzt war jedenfalls ganz zufrieden mit meiner Arbeit. (lacht) Im Ernst: Für mich war es wichtig, ein Zeichen zu setzen. Im Abstiegskampf geht es nicht um Schmerzen, da geht es nur um Kampf.

Morgenpost Online: Können Sie denn am Samstag gegen Werder Bremen spielen?

Dante: Natürlich, dass ist ein sehr wichtiges Spiel. Ich hoffe sogar, keine Maske tragen zu müssen. In unserer Situation brauchen wir jeden Spieler. Die Nase tut bei Kopfbällen noch ein bisschen weh, aber das ist egal.

Morgenpost Online: Aber dann kann die gebrochene Nase ganz schnell wieder hinüber sein.

Dante: Nicht so schlimm. Ich hatte schon Nasenbeinbrüche, als ich in Brasilien und Belgien gespielt habe. Die habe ich auch selbst gerichtet. Ich habe also ein bisschen Erfahrung mit Operationen.

Morgenpost Online: Der Sieg gegen Hoffenheim war der zweite Erfolg im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Lucien Favre. Was hat er bewirkt?

Dante: Favre hat mit uns sehr viel gesprochen, hat sich mit jedem einzelnen unterhalten und uns sehr motiviert. Jetzt wissen wir, was er von uns erwartet und können das auch umsetzen. Ich freue mich über diese beiden Siege, es waren ja unsere ersten beiden Heimsiege in dieser Saison. Aber wir müssen weitermachen, noch haben wir überhaupt nichts erreicht. Gegen Bremen müssen wir nachlegen.

Morgenpost Online: Ein echtes Abstiegsduell.

Dante: Ja, ein Sechs-Punkte-Spiel. Aber für uns ist jedes der verbleibenden Spiele überlebenswichtig, es geht es um alles.

Morgenpost Online: Werder Bremen hat gerade in Freiburg 3:1 gewonnen. Ist deren Krise vorbei?

Dante: Bremen hat eine Mannschaft mit viel Qualität, die sie bisher nicht so abrufen konnte. Jetzt müssen wir sehr aufpassen, denn sie werden neues Selbstbewusstsein getankt haben. Das haben wir aber auch.

Morgenpost Online: Hat Lucien Favre Ihrer Mannschaft die Hoffnung zurückgegeben?

Dante: Ja, wir haben wieder Hoffnung. Wir wussten auch vorher, dass wir Qualität haben, aber jetzt glauben wir auch an unsere Chance, die Klasse zu halten. Jeder Spieler weiß, was seine Aufgabe auf dem Feld ist. Und wir halten zusammen, das ist auch ein wichtiger Punkt.

Morgenpost Online: Gab es einen Zeitpunkt während der Saison, an dem Sie nicht mehr an den Klassenerhalt geglaubt haben?

Dante: Natürlich gab es Momente, in denen der Abstand zu Platz 15 sehr groß war. Aber Aufgeben war nie ein Thema. Ich denke immer positiv.

Morgenpost Online: In der vergangenen Saison stand Gladbach an einem von 36 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz, wurde am Ende Zwölfter. Nun sind Sie seit dem 13. Spieltag ununterbrochen Tabellenletzter. Was ist passiert?

Dante: Wenn man aus einer guten Saison kommt, muss man sich sofort kritisch hinterfragen, darf nicht zufrieden sein. Das war vielleicht ein bisschen unser Fehler. Plötzlich mussten wir lernen, mit dieser schwierigen Situation umzugehen.

Morgenpost Online: Sie konnten wegen Verletzungen nur elf von 25 Spielen bestreiten. Hat das die Mannschaft geschwächt?

Dante: Das denke ich nicht. Wir haben auch andere gute Innenverteidiger. Unsere schwache Saison hat mit meinen Verletzungen nicht zu tun.

Morgenpost Online: Sollte Gladbach nicht absteigen, sollen Sie eine spektakuläre Aktion planen.

Dante: Ja, wenn wir die Klasse halten, rasiere ich mir eine Glatze.

Morgenpost Online: Aber Ihre gewaltige Haarpracht ist Ihr Markenzeichen.

Dante: Egal. Bleiben wir drin, kommt sie ab.

Morgenpost Online: Funktionieren Sie ohne Haare überhaupt?

Dante: (lacht) Das werden wir sehen. Auf jeden Fall wird es ungewohnt. Ich hatte zuletzt vor sechs Jahren kurze Haare.