Ski alpin

Rebensburg gewinnt Riesenslalom, Riesch enttäuscht

Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg feiert in Spindlermühle ihren dritten Weltcup-Sieg im Riesenslalom, Maria Riesch erlitt einen Rückschlag.

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- Freud und Leid lagen nicht weit auseinander. Hier Viktoria Rebensburg, die freudestrahlend ihren dritten Sieg im Weltcup feierte, einen Erfolg, der einer Olympiasiegerin würdig war. Dort die ziemlich bedröppelt dreinschauende Maria Riesch, die am fast perfekten Tag für die Mannschaftskollegin einen herben Rückschlag im Kampf um den Gesamtweltcup erlitt. „Das tut schon sehr weh heute“, sagte die Partenkirchnerin an ihrem schwarzen Tag auf dem „schwarzen Kurs“ im tschechischen Spindlermühle.

Maria Riesch belegte nach einem schweren Fehler im zweiten Durchgang nur Rang 29, ihre Rivalin Lindsey Vonn allerdings fuhr hinter der herausragenden Rebensburg und Denise Karbon aus Italien (1,26 Sekunden zurück) überraschend auf Rang drei (1,45 Sekunden zurück). Die Amerikanerin sitzt ihrer deutschen Freundin im Kampf um die große Kristallkugel damit endgültig im Nacken - nur noch 38 Punkte beträgt vor den abschließenden fünf Rennen der Rückstand der Titelverteidigerin.

Für Viktoria Rebensburg hätte der Tag dagegen kaum besser laufen können. Bereits im ersten Lauf am Morgen hatte sie sich Platz eins erkämpft, im Finale war sie bei schlechter werdender Piste und Sicht dann eine Klasse für sich und fuhr erneut die beste Laufzeit: eine Machtdemonstration der besonderen Art. Die angenehme Begleiterscheinung: Tessa Worley, WM-Zweite aus Frankreich, schied im ersten Lauf aus, Rebensburg hat damit einen Vorsprung von 77 Punkten auf ihre letzte Rivalin im Kampf um die kleine Kristallkugel im Riesenslalom.

Viktoria Rebensburg reicht beim Weltcup-Finale ab kommendem Mittwoch im Schweizer Lenzerheide schon ein elfter Rang, um sich den Disziplin-Weltcup zu sichern und damit die Nachfolge von Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) anzutreten, Wesentlich unangenehmer ist die Lage mittlerweile für Maria Riesch. Von 196 auf 38 Punkte ist ihr Vorsprung im Gesamtweltcup in den vergangenen vier Rennen nun geschrumpft - und wäre nicht Viktoria Rebensburg vor der starken Lindsey Vonn gelandet, der Vorsprung betrüge nur noch 18 Punkte.

„Das muss man abhaken“, sagte Maria Riesch trotzig nach einem Rennen, das ihr reichlich missriet. Bereits nach dem ersten Durchgang war sie als Zehnte zwei Ränge hinter Lindsey Vonn platziert, im Finaldurchgang unterlief ihr dann nach etwa 20 Sekunden Fahrzeit ein haarsträubender Fehler: „Ich hatte zu viel Innenlage, und dann hat der Außenski den Innenski überholt“, sagte sie. Die Folge: Maria Riesch wäre fast draußen gewesen. Sie schob sich dann aber doch noch in den Kurs zurück und fuhr ins Ziel. Machte immerhin noch zwei Punkte.

Bitter für Maria Riesch: Im Riesenslalom und im Slalom hatte sie sich eigentlich gegenüber Lindsey Vonn im Vorteil gesehen. Am Samstag steht in Spindlermühle ein Slalom auf dem Programm - dann geht es zu den letzten vier Rennen des Winters nach Lenzerheide. Dort werden, in dieser Reihenfolge, noch eine Abfahrt, ein Super-G, ein Slalom und ein Riesenslalom gefahren.