Rad

Martin übernimmt Führung bei Paris–Nizza

Nach einem souveränen Zeitfahrsieg auf der sechsten Etappe der Fernfahrt Paris–Nizza steht der Deutsche vor dem größten Erfolg seiner Karriere.

Der Eschborner Radprofi gewann am Freitag zwischen Rognes und Aix-en-Provence den 27,5 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr vor dem Briten Bradley Wiggins und übernahm die Führung im Gesamtklassement. Zwei Etappen vor Ende führt der deutsche Meister und WM-Dritte 36 Sekunden vor Andreas Klöden, der das Gelbe Trikot damit nach nur einem Tag wieder verlor. HTC-Highroad-Profi Martin könnte am Sonntag in Nizza seinen dritten Rundfahrt-Sieg nach der Eneco-Tour 2010 und der Algarve-Tour in diesem Februar feiern.

„Der Sieg bei Paris-Nizza ist eines meiner Hauptziele in diesem Jahr“, sagte Martin. „Mein Status bei der Tour de France könnte auch von diesem Ergebnis hier abhängen. Das ist ein wirklich wichtiges Rennen für meine Karriere.“

Paris-Nizza gilt als aussagekräftiger Test für die Tour de France und wird zum Teil auf identischem Terrain ausgefahren wie der dreiwöchige Saisonhöhepunkt im Juli. Der Wahl-Schweizer Klöden dürfte dagegen seinen zweiten Erfolg bei Paris-Nizza nach 2000 verpassen. Der Fahrer vom Team Radioshack, das nach dem Rücktritt von Tour-Rekordsieger Lance Armstrong noch keinen Kapitän für die wichtigsten Rennen in diesem Jahr benannt hat, hatte am Donnerstag auf der Königsetappe Gelb erobert. Im Zeitfahren konnte der frühere Telekom-Profi und zweimalige Tour-Zweite dem Auftritt von Martin, der 46 Sekunden schneller war, nichts entgegensetzen.

Am Samstag steht die längste Etappe über 215,5 Kilometern mit zwei Bergwertungen der Kategorie eins auf dem Programm. Allerdings sind diese Anstiege relativ früh zu bewältigen, so dass sie sich auf den Ausgang der Etappe nicht entscheidend auswirken dürften. Zudem zeigte der Gesamtführende Martin schon auf dem schwierigen Tagesabschnitt am Donnerstag eine starke Form bei den insgesamt sieben Bergwertungen.