Wasserspringen

Hausding/Feck verpassen EM-Gold knapp

Wieder einmal bewies Patrick Hausding eindrucksvoll seine Nervenstärke. Wie im vergangenen Jahr bei der EM inBudapest schob sich der Wasserspringer auch bei den Europameisterschaften in Turin erst spät an die Spitze.

Vor seinen sechs Sprüngen vom Drei-Meter-Brett entspannte er sich mit Ken Follets Thriller „Die Kinder von Eden“ – dann lieferte er selbst einen wahren Krimi, der für den Titelverteidiger mit 499,40 Punkten ein Happy End hatte.

„Ich habe mir meine besten Sprünge für den Schluss aufgehoben“, sagte er mit einem Lächeln. Nach der ersten Runde hatte er am Donnerstagabend noch auf Rang neun gelegen. „Der Sprung hätte auch besser sein können“, gestand der Sportsoldat, der sich aber davon nicht aus demTitel-Fahrplan bringen ließ. „Dann habe ich eben von hinten aufgeräumt und nach dem fünften Durchgang habe ich an eine Medaille geglaubt.“

In einem Wettkampf, der um „einiges hochkarätiger“ (Hausding) als der bei der EM in Budapest war, hielt der Berliner die Russen Ilja Sacharow (493,85) und Jewgeni Kusnezow (482,35) knapp in Schach. Zudem bescherte er dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) den ersten Quotenstartplatz für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in London. „Ich hätte nichts dagegen, wenn ich diesen Platz einnehmen könnte“, sagte der Schützling von Trainer Jan Kretzschmar, der bei der vergangenen EM als erster Springer überhaupt in allen fünf Disziplinen eine Medaille gewann.

Und auch diesmal war auf den Olympiazweiten im Synchron-Springen im Einzelwettbewerb wieder Verlass. „Er hat seinen EM-Titel in spannender Art und Weise verteidigt. Das war eine starke Vorstellung“, sagte Lutz Buschkow, der sich am Freitag auch über Hausdings zweiten Platz im Synchron-Wettbewerb mit dessen Partner Stephan Feck (Leipzig) freuen konnte. Der Sportdirektor Leistungssport will aber von einer Favoritenrolle für die Weltmeisterschaften in Shanghai (16. bis 31. Juli) nichts wissen. „Russland und Ukraine haben enorm aufgeholt und hohe Schwierigkeitsgrade gezeigt.“