Fussball-Bundesliga

HSV-Aufsichtsrat vertagt Gespräche über Hoffmann

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Matthias Linnenbrügger

Gremium zögert Entscheidung über Zukunft des Vorstandsvorsitzenden hinaus. Chefkontrolleur Rieckhoff sagt: "Haben nicht über Alternativen gesprochen."

Der Hamburger SV lahmt dem Ende dieser Bundesligasaison entgegen. Frank Arnesen, der vom englischen Meister FC Chelsea als Sportdirektor in die Hansestadt wechseln wird, steht erst ab dem 1. Juli zur Verfügung. Und die Zukunft von Bernd Hoffmann bleibt weiter offen. Der Aufsichtsrat kann sich offensichtlich nicht auf eine gemeinsame Linie einigen, wie es mit dem Vorstandsvorsitzenden weitergehen soll. Der Verein bleibt gelähmt - und im Hinblick auf die Planungen für die kommende Spielzeit handlungsunfähig.

"Es war nie Sinn und Zweck, das Thema so konkret zu besprechen. Wir werden definitiv keine Beschlüsse fassen und deswegen auch nichts verkünden", sagte Chefkontrolleur Otto Rieckhoff, ehe er die Sitzung des Gremiums am Dienstagabend im Stadionrestaurant "Die Raute" eröffnete. Eigentlich sollte darüber beschieden werden, ob die am Jahresende auslaufenden Verträge von HSV-Boss Hoffmann und seiner Vorstandskollegin Katja Kraus verlängert werden. Die Aufsichtsräte sind sich aber derart uneins, dass aktuell keine Entscheidung getroffen werden kann.

Nach rund 90 Minuten verließ Rieckhoff das Sitzungszimmer und bezog Stellung. Auf die Frage, wann über Hoffmanns Zukunft entschieden werde, sagte er: "Der Monat März bietet sich an für eine solche Entscheidung. Und ich bin optimistisch, dass wir diesen Zeitrahmen einhalten können." Der HSV sei überhaupt nicht gelähmt. "Alle sind an ihren Arbeitsplätzen, die Spieler, der Trainer, der Vorstand und der Aufsichtsrat. Alle Themen werden bearbeitet. Alles geht seinen Gang." Bei der Sitzung habe das Gremium nicht über Alternativen zu Hoffmann gesprochen. "Nur über den Zeitplan."

Bei der Mitgliederversammlung im Januar wurde das Gremium neu gewählt. In Ex-Präsident Jürgen Hunke sowie Manfred Ertel und Hans-Ulrich Klüver, die beide der Fanvereinigung "Supporters Club" angehören, wurden drei Hoffmann-Gegner in den Aufsichtsrat beordert. Hinzu kommt Björn Floberg, der als Delegierter dieser Abteilung zu dieser illustren Gruppe zählt, die über die Zusammensetzung des HSV-Vorstands zählt. Es sind also schon vier Kontrolleure, die Hoffmann ihr Votum verweigern dürften. Und der 48-Jährige braucht acht von zwölf Stimmen, um für weitere drei Jahre im Amt zu bleiben.

Die Planungen, was die Besetzung des Trainerpostens und die Zusammensetzung des Kaders für die nächste Saison betreffen, werden also weiter ausgesetzt. Eine sportliche Katastrophe. "Es ist März...", stellte Armin Veh am Dienstag fest, darüberhinaus wollte sich der HSV-Trainer nicht zu diesem Thema äußern: "Ich halte mal meinen Mund", fügte er hinzu. Veh hatte seine Zukunft in Hamburg mit der des Vorstandsvorsitzenden verknüpft, schließlich könne er für sich keine Entscheidung treffen, "so lange ich nicht weiß, wer den Klub führt." Zuletzt hatte Veh versichert, dass sich beide Seiten "in zwei bis drei Wochen" dazu äußern würden.