Bob

Manuel Machata krönt seine Saison mit dem WM-Titel

Manuel Machata aus Potsdam hat in seiner ersten Weltcup-Saison auf Anhieb den Viererbob-Weltmeistertitel gewonnen. Silber blieb ebenfalls in Deutschland.

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Shootingstar Manuel Machata hat bei der Bob-WM mit Gold in der „Königsdisziplin“ seine herausragende Saison gekrönt. Der 26 Jahre alte WM-Debütant gewann zum Abschluss der Titelkämpfe in Königssee im Vierer mit 52 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Lokalmatador Karl Angerer. Dritter wurde Olympiasieger Steven Holcomb aus den USA vor Junioren-Weltmeister Maximilian Arndt aus Oberhof und dem russischen Zweier-Weltmeister Alexander Subkow, die sich zeitgleich Rang vier teilten.

Für den Potsdamer Machata, der sich gleich in seiner Premierensaison den Gesamtweltcup und den EM-Titel gesichert hatte, war es nach Silber im kleinen Schlitten die zweite WM-Medaille. „Unglaublich, dass ich vier gute Läufe runterbringe“, sagte Machata. Angerer feierte auf seiner Heimbahn ebenfalls den bislang größten Erfolg seiner Karriere. „Das war eine geile WM“, jubelte Angerer im Kreis seiner Teamkameraden.

Florschütz enttäuscht

Der mit Titelambitionen gestartete Olympiazweite Thomas Florschütz (Riesa) enttäuschte dagegen mit seiner Crew um Top-Anschieber Kevin Kuske und landete nur auf dem siebten Platz.

Durch den Doppelsieg der zwei „Playboy-Piloten“, die beide auf ihren Bobs für das Männermagazin werben, beendete Gastgeber Deutschland die Bob- und Skeleton-WM auf der für 22 Millionen Euro modernisierten ältesten Kunsteisbahn der Welt mit zehn Medaillen. Damit war Deutschland erneut die mit Abstand erfolgreichste Nation.

Der WM-Triumph ist für Manuel Machata eine Genugtuung. Der frühere Leichtathlet hatte im Vorfeld von Olympia 2010 den Viererbob des FES-Instituts maßgeblich optimiert und in einer internen Selektion sogar den viermaligen Olympiasieger Andre Lange geschlagen. Ein Startplatz in Vancouver blieb Machata aber verwehrt.

„Da war damals Politik im Spiel“, meinte Machata. Durch die Ernennung von Christoph Langen zum neuen Bundestrainer hat sich das Blatt zu seinen Gunsten gewendet. Der zweimalige Olympiasieger formte den Zwei-Zentner-Koloss in seinem Nachwuchsteam zu einem Top-Piloten und gab ihm in diesem Winter die Bewährungschance im Weltcup.

Cheftrainer Langen, der mit der bestandenen WM-Feuertaufe seine Kritiker vorerst zum Schweigen gebracht haben dürfte, zeigte sich hochzufrieden. „Manuel hat das ganz sicher und routiniert runtergezogen“, sagte der zweimalige Olympiasieger, der seinem Musterschüler jedoch gleich weitere Hausaufgaben mit auf dem Weg gab: „Die WM war nur die Gesellenprüfung. Die Meisterprüfung sind die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi.“