Skeleton

Marion Thees verteidigt in Königssee ihren WM-Titel

Skeleton-Pilotin Marion Thees ist wieder Weltmeisterin. Die Oberhoferin fuhr in Königssee erneut Bahnrekord und ließ der Konkurrenz keine Chance.

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Die Oberhoferin Marion Thees hat ihren Weltmeistertitel im Skeleton erfolgreich verteidigt. Die 26-Jährige fuhr im Königsseer Eiskanal wie entfesselt und ließ sich auch von einigen Bandenberührungen nicht aus der Goldspur werfen. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen ihre Teamkollegin Anja Huber setzte sich Thees, die 2009 in Lake Placid noch unter ihrem Mädchennamen Trott WM-Gold geholt hatte, nach vier Läufen mit 88/100 Sekunden Vorsprung durch und schraubte im Finallauf den Bahnrekord auf 52,01 Sekunden. Dritte wurde die Kanadierin Mellisa Hollingsworth. Die Winterbergerin Katharina Heinz landete auf Platz sechs.

„Die Stimmung hier ist unglaublich. Es war ein Klasse-Wettkampf. Natürlich kamen mir einige Passagen in dieser Bahn entgegen, wo es bergauf ging. Da konnte ich mit meiner hohen Geschwindigkeit Zeit herausholen“, sagte Thees, die mit 105,79 Stundenkilometern schneller in der Endgeschwindigkeit war als Männer-Weltmeister Martins Dukurs aus Lettland. Topfavoritin Huber, die in diesem Winter erstmals den Gesamtweltcup gewann, war am Ende machtlos.

Große Vorwürfe musste sie sich allerdings nicht machen. Hochkonzentriert stürzte sie sich kopfüber in den Eiskanal, legte die besten Startzeiten hin und fuhr zwischenzeitlich im zweiten Lauf Bahnrekord. „Wenn man bei jedem Rennen im Winter auf dem Podium ist und dann bei der Heim-WM Silber gewinnt, ist alles ok. Wenn man sich darüber aufgregt, dann hat man irgendetwas falsch gemacht“, sagte Huber, die auf einen Spitzenspeed von 103,46 km/h kam.

Skeleton-Bundestrainer Jens Müller war es am Ende egal. Er erfüllte seine Zielvorgaben vom Titelgewinn plus Medaille bei den Frauen und schaffte bei den Männern die angestrebte WM-Plakette, die der drittplatzierte Frank Rommel aus Zella-Mehlis am Freitag holte. „Die beiden Frauen fahren auf einem anderen Niveau, da konnte man berechtigt von einem Doppelerfolg träumen. Bei den Männern ging die Rechnung voll auf, dass wir uns zum Saisonhöhepunkt noch einmal deutlich steigern konnten“, bilanzierte der Rodel-Olympiasieger von 1988.