Champions League

Inter sucht vor dem Bayern-Spiel seine Triple-Form

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Inter Mailand gewann 2010 souverän das Champions-League-Finale gegen Bayern. Von dieser Souveränität hat der Triple-Gewinner allerdings viel eingebüßt.

Die letzten Ergebnisse waren fast perfekt, doch die Zweifel sind noch nicht verflogen. Inter Mailand ist rechtzeitig vor der Champions-League-Revanche gegen Bayern München wieder im Aufwind, aber von der Souveränität der Triple-Saison noch weit entfernt. Großer Respekt spricht deshalb aus jeder Äußerung über den Gegner. „Bayern ist ein großartiges Team. Sie haben viele Klasseleute, vor denen man sich fürchten muss“, sagte Trainer Leonardo vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/SAT.1, Sky, Live-Ticker Morgenpost Online) in San Siro.

Auch der Ex-Münchner Lucio redet mit Hochachtung vom Bundesliga-Zweiten, der anders als Inter keine Chance mehr auf den nationalen Meistertitel hat. „Ribery und Robben gehören zu den Besten Europas, Gomez ist in Super-Form, Müller trifft ebenfalls regelmäßig“, zählte der Brasilianer, der 2009 nicht ganz freiwillig vom FC Bayern zu Inter wechselte, im "Kicker"-Interview die Offensivstärken der Münchner auf.

Gleichzeitig verwies der Abwehrchef auf die ungewohnten Schwächen seiner Mannschaft. „Inter schoss zuletzt viele Tore, kassierte aber auch eine Menge - das kann sich in der Champions League schnell rächen“, sagte Lucio. 17 Gegentreffer mussten die Mailänder in den 13 Spielen unter ihrem neuen Trainer Leonardo verbuchen - nicht zuletzt, weil die eingespielte Innenverteidigung zuletzt komplett fehlte. Neben Walter Samuel, für den die Saison nach einem Kreuzbandriss beendet ist, musste auch Lucio pausieren. Gegen seinen Ex-Klub ist der 32-Jährige aber wieder fit.

Auch ein anderer Erfolgsfaktor, der am 22. Mai 2010 im Estadio Bernabeu zu Gunsten von Inter den Ausschlag gab, wird in Mailand 2011 vermisst - Startrainer Jose Mourinho. Der Portugiese, der nach dem Triumph von Madrid zu Real wechselte, „fehlt schon ein bisschen“, gab Lucio zu: „Er ist ein schlauer Trainer, ein unglaublicher Motivator, der während der ganzen Woche in Gesprächen die Spannung hoch hielt.“

Die Konzentration nach dem Triple hoch zu halten, entpuppte sich bei Inter als größtes Problem. Mourinhos Nachfolger Rafael Benitez gelang es nicht. Als der Spanier kurz vor Weihnachten gehen musste, stand zwar mit der Klub-Weltmeisterschaft der vierte Titel zu Buche. Doch Platz sieben in der Serie A mit 13 Punkten Rückstand auf den Lokalrivalen und Spitzenreiter Milan war zu wenig für die hohen Ansprüche.

Unter Leonardo stimmen zumindest die Ergebnisse wieder. 11 von 13 Spielen unter dem Brasilianer gewann Inter, rückte in der italienischen Meisterschaft auf Rang drei vor und bis auf fünf Punkte an den AC Mailand heran. Doch spielerisch überzeugend waren die Vorstellungen nur selten. „Wir müssen noch besser arbeiten“, mahnte daher Abwehrspieler Ivan Cordoba: „Wir müssen ein großartiges Match liefern. Wir können nicht erwarten, dass uns Bayern viel Spielraum lässt.“

Dass Stürmerstar Diego Milito verletzt fehlt und Neuzugang Giampaolo Pazzini in der Champions League nicht spielberechtigt ist, macht die Aufgabe nicht leichter. Dennoch sieht Leonardo keinen Grund, vor den Bayern in Ehrfurcht zu erstarren: „Die Münchner überkommt sicher Angst, wenn sie die Namen meiner Spieler hören.“

( sid/fb )