Langlauf

Männer-Staffel überrascht mit Platz drei

Der Weltcup in Rybinsk erwies sich als Mutmacher für die deutschen Langläufer auf dem Weg zur WM. Den Männern glückte sogar der erste Podestplatz.

Auferstehung im russischen Winter: Nach dem Weltcup-Wochenende in Rybinsk ist Bundestrainer Jochen Behle wieder etwas optimistischer, was mögliche Erfolge bei den Weltmeisterschaften ab dem 23. Februar in Oslo anbelangt. Mit Tobias Angerer (Vachendorf) und Franz Göring (Zella-Mehlis) sind zwei wichtige Stützen mit starken Leistungen wieder ins Team zurückgekehrt. Die bislang von Krankheiten und Formschwäche gebeutelten Männer krönten das Wochenende mit Platz drei im Staffel-Rennen, dem ersten Podestplatz überhaupt in diesem Winter.

„Mein Fazit ist sehr positiv. Ich bin auf dem aufsteigenden Ast und freue mich richtig auf die kommenden Wochen“, sagte Angerer, der wochenlang völlig neben sich gestanden hatte, die Tour de Ski vorzeitig beendete und dann nach einer Erholungsphase besonders im Trainingslager in Toblach wiedererstarkte. Platz vier in der Doppelverfolgung am Freitag war ein Fingerzeig auf die wiedergewonnene Stärke. Sein Part als Schlussläufer der 4 x 10- Kilometer-Staffel unterstrich das.

In der Besetzung Andy Kühne (Oberwiesenthal), Göring, Tom Reichelt (Oberwiesenthal) und Angerer kam es endlich zum ersten Podestplatz. „Das war sehr in Ordnung“, sagte Behle und verwies auch darauf, dass es für das Selbstbewusstsein seiner Schützlinge wichtig war. „Sie wissen jetzt, es geht voran, auch wenn beispielsweise die siegreichen Russen – allerdings in Bestbesetzung – einfach stärker waren“, bemerkte der Coach. Dafür hat Behle mit Jens Filbrich (Frankenhain), Axel Teichmann (Bad Lobenstein) und Tim Tscharnke (Biberau) noch drei starke Läufer daheim, auch wenn Teichmann derzeit wegen einer Erkältung erneut pausieren muss.

Eine Leistungssteigerung gab es auch bei den Sprintern. Josef Wenzl (Zwiesel) schaffte am Samstag erstmals in diesem Winter den Sprung ins Finale und belegte dort beim Sieg des Russen Alexej Petuchow Rang sechs. Auch Daniel Heun (Gersdorf) überzeugte und kann nun sogar mit einer WM-Teilnahme liebäugeln. „Josef hat sich hervorragend verkauft, und das, obwohl schon die Qualifikation für ihn schwierig war. Er hat sich durchgekämpft, das will ich sehen. Am Ende fehlte die Kraft“, sagte Behle und ergänzte: „Bei der WM kann er für eine Überraschung sorgen.“

Diesen Optimismus in Richtung WM kann Behle auf die Frauen nicht übertragen. Wie schon im Dezember konnte der Coach auch in Rybinsk keine Staffel stellen, da nur noch drei gesunde Läuferinnen zur Verfügung standen. So siegte erwartungsgemäß Italien vor Russland. Große Sorgen macht sich Behle um Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl). Die zweimalige Olympiasiegerin kommt nach ihrer wochenlangen Erkrankung nicht in Tritt. Platz neun in der Doppelverfolgung war zwar ein Lichtblick, doch das Scheitern in der Sprint-Qualifikation trotz fehlender Konkurrenz zeigte, wie es wirklich um sie steht. „Wir sind nicht vorangekommen und ich befürchte, dass es auch in den nächsten Tagen nicht besser wird“, meinte Behle. Sachenbacher-Stehle selbst war ebenfalls niedergeschlagen: „Ich kann nicht sagen, was los ist. Ich bin enttäuscht und muss es alles analysieren“, sagte sie.