Debüt-Sieg

Favre gibt Gladbach das Selbstvertrauen zurück

Lucien Favre hat Borussia Mönchengladbach die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Bundesliga zurückgegeben. Die Spieler sind voll des Lobes.

Als Trainer Lucien Favre nach fast 15 Monaten eine erfolgreiche Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne gefeiert hatte, blieb der Schweizer bescheiden und gab alles Lobeshymnen an seine Mannschaft weiter. „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Sie hat fantastisch gespielt. Es war viel Bewegung im Spiel. Wir haben hart gearbeitet, die Mannschaft war sehr konzentriert“, sagte Favre nach dem hoch verdienten 2:1 (2:1)-Erfolg des Tabellenletzten gegen Schalke 04 und der damit verbundenen Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Doch auch wenn Favre sein Team mit Lob überhäufte, der Anteil des 53-Jährigen am ersten Gladbacher Heimsieg seit dem 9. April 2010 ist enorm. Die bei seinem Vorgänger Michael Frontzeck zwischenzeitlich aussortierten Mohamadou Idrissou und Juan Arango spielten wie aufgedreht. Zudem zog sich der fünfmalige deutsche Meister nach einer Pausenführung nicht verängstigt zurück und wartete auf Gegentore, sondern spielte weiter engagiert nach vorne und suchte die Entscheidung.

„Natürlich bringt ein neuer Trainer neue Impulse. Das war wichtig für uns“, sagte der starke Marco Reus, der mit seinem sechsten Saisontor (12.) die Schalker Führung des Ex-Gladbachers Peer Kluge ausglich (2.). Auch Siegtorschütze (23.) Idrissou zeigte sich nach nicht einmal einer Woche gemeinsamer Arbeit mit Favre begeistert: „Er hat mir das Selbstvertrauen zurückgegeben.“

Bei vier Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz ist der Glaube an die Rettung zurückgekehrt. Am Freitag steht mit dem Gastspiel beim Mitkonkurrenten VfL Wolfsburg die nächste richtungweisende Begegnung an. Der Sieg gegen Schalke könne daher nur der Anfang gewesen sein. In Wolfsburg müsse man nachlegen. Es sei noch ein langer Weg, so Innenverteidiger Dante, der wie seine Teamkollegen Favres Arbeit besonders im taktischen Bereich lobte.

„Er ist zwar erst eine Woche da, aber es hat sich schon etwas getan“, meinte Reus über die Arbeit des Disziplin- und Taktikfanatikers Favre, der an der Seitenlinie ruhig und sachlich seine Anweisungen an sein Team weitergab.

Dem Schweizer waren die Aussagen seiner Spieler fast schon ein wenig peinlich. Er richtete den Blick lieber voraus. Ob seine Entscheidung für einen erneuten Torhüterwechsel von Christofer Heimeroth zu Logan Bailly richtig war („Das war mein Bauchgefühl“), werden erst die kommenden Spiele zeigen. Die erschreckend schwachen Schalker prüften den belgischen Nationaltorhüter nach ihrer Führung kein einziges Mal.

„Das Spiel der Schalker in der Champions League hat viel Energie gekostet“, sagte Favre und blickte auf die bevorstehenden Aufgaben: „Der Dreier war sehr wichtig. Es gibt aber noch viel zu tun. Das Programm ist schwer. Aber ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“