Bayern München

"Robbery" spielen sich in Mainz für Inter warm

Am Bruchweg zauberte die Flügelzange der Münchner fast nach Belieben. Robben legte dabei zu zwei Toren auf. Bayern scheint für Inter gerüstet.

Die wichtigsten Spiele der Saison vor Augen, wollte Christian Nerlinger seine Profis stark reden. Vor der Partie beim FSV Mainz 05 sagte der Sportdirektor des FC Bayern München gestern Abend: „Wir sind die beste deutsche Mannschaft.“ Die Tabellenführung Borussia Dortmunds hin oder her.

Am Mittwoch (20.45 Uhr, Sat.1 und Sky) treten die Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim Titelverteidiger Inter Mailand an, es soll die Revanche werden für das verlorene Endspiel im vergangenen Jahr (0:2). Am Samstag empfangen sie in der Bundesliga Borussia Dortmund, und am 2. März treffen sie im Halbfinale des DFB-Pokals auf den FC Schalke 04. „Das sind jetzt entscheidende Wochen“, sagte Nerlinger. Das Ligaspiel in Mainz war die Generalprobe für die wichtigen Partien – und sie gelang, die Bayern siegten am Bruchweg 3:1 (1:0). „Wir haben verdient gewonnen“, sagte Bayerns Nationalspieler Thomas Müller.

Als wollten die Spieler den Beweis für den Wahrheitsgehalt Nerlingers Aussage liefern, gingen sie bereits in der neunten Minute in Führung: Nach einem Eckball köpfte Arjen Robben auf Bastian Schweinsteiger, der nur noch ins Tor einnicken musste. Es war sein erster Kopfballtreffer in der Bundesliga. Mainz war in der Anfangsphase mit dem Tempo der Bayern überfordert, Thomas Müller vergab nach einem Pass von Franck Ribery die Chance zum 2:0 (10.). Vor allem Ribery und Robben spielten stark. Dem Niederländer Robben war nicht anzumerken, dass ihn eine Sehnenverletzung am kleinen Finger der rechten Hand plagt und er deswegen mit einer Schiene spielte. Unter der Woche war er im Training an einem Zaun hängen geblieben. „Es war ein bisschen dumm von ihm“, sagte Trainer Louis van Gaal.

Clever hingegen war am Samstag seine Aufstellung. Den im Winter verpflichteten Luiz Gustavo ließ er nicht wie von vielen erwartet im defensiven Mittelfeld, sondern wie gewohnt auf der linken Außenbahn spielen. Er gewann dort die meisten seiner Zweikämpfe. Vor die Abwehr stellte van Gaal neben Schweinsteiger den Kroaten Danijel Pranjic. Die beiden stoppten die meisten Angriffe der Mainzer weit vor dem Strafraum, der Trainer dürfte diese taktische Variante auch gegen Inter anwenden.

Mitte der ersten Hälfte wurde Mainz stärker, es war jetzt ein ausgeglichenes und richtig gutes Bundesligaspiel. Nationalspieler Andre Schürrle kam zehn Meter vor dem Tor freistehend an den Ball, schoss aber vorbei (27.). In der 42. Minute hatte Schürrle seine zweite große Chance. Von der Strafraumgrenze aus wollte er den Ball ins linke Eck schießen, doch Bayerns Torwart Thomas Kraft parierte. Jetzt war es die Abwehr der Bayern, die überfordert war. „Da fehlte uns das Glück“, ärgerte sich Mainz-Präsident Harald Strutz.

Zur zweiten Halbzeit musste Van Gaal den Torwart-Routinier Jörg Butt einwechseln. Kraft war in einem Zweikampf mit dem Mainzer Stürmer Petar Sliskovic zusammengestoßen, in der Halbzeit diagnostizierten die Betreuer, dass er eine Schädelprellung davongetragen hat. Butt hatte erst ein paar Mal den Ball, als er aus seinem Strafraum sah, wie Müller nach einem Konter das 2:0 schoss (50.). Der Pass kam erneut von Robben. Die Bayern hatten die Begegnung jetzt wieder im Griff. Und Robben drehte weiter auf: Er spielte den Ball sehenswert auf Mario Gomez, der aber nur den Pfosten traf (60.). In der 77.?Minute schoss Gomez nach Vorarbeit von Müller das 3:0, Sami Allagui gelang per Kopfball der Mainzer Ehrentreffer (84.). Die Bayern haben sich dank ihrer starken Offensive für das 1:2 im Hinspiel gegen Mainz revanchiert – und fühlen sich bereit für Mailand.

„Sie haben groß aufgespielt“, sagte Mainz-Torwart Heinz Müller, und FCB-Angreifer Thomas Müller betonte hinsichtlich des Spiels gegen Inter: „Wir haben offensiv eine ganz andere Qualität, wenn Robben und Ribery dabei sind. Sie haben eine super Übersicht, Arjen hat die Tore toll vorbereitet und ist wieder sehr gut drauf. Ich denke, es sieht wirklich ganz gut aus.“