Fussball-Bundesliga

Hannover schießt Lautern in den Abstiegsstrudel

Bereits nach 23 Spieltagen hat Hannover sein Saisonziel erreicht und öffnet den Blick in Richtung Europa. Für die Pfälzer wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner.

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Hannover 96 steuert auf Europapokal-Kurs, der 1. FC Kaiserslautern Richtung 2. Liga. Mit einem eindrucksvollen 3:0 (2:0) gegen einen schwachen Aufsteiger aus der Pfalz hat das stürmisch gefeierte Überraschungsteam aus Hannover bereits nach 23 Spieltagen das Saisonziel von 40 Punkten übertroffen. „Wir sind sehr zufrieden, so früh schon diese Marke erreicht zu haben. Ich will nun mit der Mannschaft sprechen. Wir müssen uns ein reizvolles und erreichbares Ziel setzen“, erklärte 96-Trainer Mirko Slomka nach dem 13. Saisonsieg seiner Mannschaft.

Die Niedersachsen etablierten sich am Samstag mit 41 Punkten unter den Top-Fünf der Fußball-Bundesliga. Vor lediglich 35 412 Zuschauern vergrößerten der überragende Jan Schlaudraff mit einem Doppelpack (17./57.) und Mohamed Abdellaoue (45.), der seinen sechsten Saison-Treffer erzielte, die Abstiegsnöte des 1. FC Kaiserslautern. Das Team von Trainer Marco Kurz agierte über weite Strecken viel zu harmlos, brachte die 96-Abwehr nicht ernsthaft in Verlegenheit und rangiert weiterhin auf dem Relegationsplatz 16.

„Wir spielen seit dem ersten Spieltag gegen den Abstieg und daran hat sich auch heute nichts geändert“, sagte der verärgerte Kurz. Er monierte die fehlende Effizienz und Entschlossenheit seiner Mannschaft, die ihre wenigen Chancen im ersten Durchgang nicht nutzte. Das zweite Gegentor unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff schwächte zudem die Moral. „Nach dem 0:2 ist es schwer, den Hebel noch einmal umzuschalten“, gab der Lauterer Coach zu.

„Wir müssen weiter an uns glauben“, forderte Verteidiger Florian Dick nach dem sechsten Rückrundenspiel der „Roten Teufel“ ohne Sieg. Er musste aber auch erkennen: „Die kleinsten Fehler bei uns werden bestraft.“ Das 96-Team, das bis auf den gesperrten Manuel Schmiedebach in Bestbesetzung antrat, imponierte nicht zum ersten Mal durch eine „wahnsinnige Effektivität“ im Abschluss – so der fast schon neidische Gäste-Coach Kurz – und durch eine starke Offensive.

Das quicklebendige Sturmduo Didier Ya Konan/Mohamed Abdellaoue sorgte von Beginn an für Unruhe im Lauterer Strafraum. Nach einer feinen Einzelleistung von Abdellaoue (6.) klärte Dick im letzten Augenblick vor dem einschussbereiten Ya Konan. Im Gegenzug verhinderte 96-Profi Konstantin Rausch auf der Linie gegen Srdjan Lakic das mögliche 0:1. Lauterns Torjäger, der in diesem Jahr noch ohne Treffer ist, konnte auch mit einem harmlosen Drehschuss (29.) 96-Keeper Ron-Robert Zieler nicht überwinden.

Das Führungstor krönte eine Klasse-Kombination der 96-Offensive. Abdellaoue eroberte den Ball, spielte weiter zu Ya Konan, der im richtigen Moment den Torschützen Schlaudraff bediente. Mit dem 1:0 im Rücken spielte Hannover 96 souverän auf, während Kaiserslautern wenig einfiel. „Das war mein schönstes Geschenk“, freute sich 96-Kapitän Steve Cherundolo über die drei Punkte zum 32. Geburtstag. Es soll nicht der letzte „Dreier“ in dieser Saison sein. „Wir wollen in allen Bereichen konsequent bleiben und die Konzentration hoch halten“, kündigte Slomka an.