"Auszeit"

Das Duell der Schürzenjäger jenseits der Piste

Die Italiener können nicht aus ihrer Haut: Alberto Tomba und Christof Innerhofer wetten bei den Ski-Weltmeisterschaften, wer mehr Frauen abschleppt.

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Vielleicht ist es ein wenig unfair, beim Lauschen von Alberto Tombas amüsanten Wortschwallen an ein Bonmot des Mainzer Germanisten Rainer Kohlmeyer zu denken. Aber irgendwie erinnert „La Bomba“ mit 44 Jahren dann doch an den Macho, der beim Kauf einer neuen Küche grinsend die Achseln zuckt: „Meine Freundin braucht mehr Spülraum.“

Tomba hat sich jetzt in Garmisch-Partenkirchen bei der Ski-WM blicken lassen, den inneren optischen Scanner für langhaarige und -beinige Frauen unübersehbar im Dauerbetrieb. Italiens dreimaliger Olympiasieger war in Höchstform, wenngleich nicht sportlich – was ein schwarzer Rollkragenpulli nur notdürftig kaschierte –, sondern mit dem noch immer flinken Mundwerk.

"Lass uns das Rennen beginnen!"

Auf Einladung der internationalen Sportjournalistenvereinigung AIPS ließ sich Tomba gemeinsam mit dem italienischen Dreifach-Medaillengewinner Christof Innerhofer interviewen. Der ist zwar 18 Jahre jünger als der Nationalheld, gilt aber Branchenkennern ebenso als einer der Schürzenjäger der Szene, und das nicht erst, seitdem er sich kürzlich in Schlüpfern fotografieren ließ. Ob er eine Frage an das Idol habe? Claro, sagte Innerhofer: „Alberto, wie viele Frauen hast DU bis jetzt gehabt?“ Gelächter im Saal, Tomba inklusive. Der reagierte flink mit einem Vorschlag: „Lass uns das Rennen heute beginnen, Christof!“

Mamma mia, da hatten sich zwei Bonvivants gefunden! Andererseits: Hat nicht Johann Wolfgang von Goethe Recht? „Wenn du von außen ausgestattet bist / So wird sich alles nach dir drängen. / Ein Kerl, der nicht ein bisschen eitel ist, / der mag sich auf der Stelle hängen.“ Ciao!