Fußball

Deutsche wollen Ballack nicht mehr

Die Fans zweifeln an einem Nationalmannschafts-Comeback von Michael Ballack, Deutschlands Fußball-Prominenz glaubt dagegen weiter fest an eine Rückkehr des „Capitano".

Die Fans zweifeln an einem Nationalmannschafts-Comeback von Michael Ballack, Deutschlands Fußball-Prominenz glaubt dagegen weiter fest an eine Rückkehr des „Capitano“. „Michael Ballack hat unglaublich viel für den deutschen Fußball geleistet. Auch in Zeiten, wo die Nationalelf noch nicht so gut gestellt war wie heute. Ich hoffe, dass er sich die Zeit nimmt, seine Verletzung auszukurieren und gesund wieder angreift. Ich traue Michael zu, dass er es schafft“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der "Bild".

Bei der Februar-Umfrage des Dortmunder Meinungsforschungsinstituts promit im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes (SID) meinten allerdings 49,9 Prozent der Befragten, dass der etatmäßige Kapitän der DFB-Auswahl nach seiner langen Verletzungspause nicht mehr für die Nationalelf auflaufen solle. 38,5 Prozent der Befragten würden es dagegen begrüßen, wenn der 34-Jährige noch einmal in die Nationalmannschaft zurückkehrt.

Auch Bundestrainer Joachim Löw ist der Überzeugung, dass Ballack in Zukunft beim dreimaligen Welt- und Europameister noch eine Rolle spielen könnte, wenn er sich in Geduld übt. „Ich habe immer gesagt, dass Michael Ballack nichts überstürzen soll nach zwei schweren Verletzungen und einem halben Jahr Pause. Es wird dauern, bis er richtig fit ist. Ich kenne aber seinen Ehrgeiz und traue ihm zu, dass er wieder zu seiner alten Stärke zurückfindet“, sagte Löw.

Dafür müsste Ballack allerdings zunächst einmal richtig fit werden. Beim 3:0 bei Eintracht Frankfurt kam der 34-Jährige überhaupt nicht zum Einsatz, musste sich 40 Minuten lang vor den Frankfurter Fans warmlaufen, ohne von Trainer Jupp Heynckes eingewechselt zu werden. Auch im Zwischenrunden-Hinspiel in der Europa League am Donnerstag (17.00 Uhr) beim ukrainischen Vertreter Metalist Charkow kann Ballack wegen einer leichten Knieverletzung nicht mitwirken. Mehr als fraglich ist deshalb, ob Heynckes im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag Ballack wieder von Beginn an bringen wird.

Der ehemalige Leverkusener Coach Klaus Toppmöller erklärte, Heynckes müsse Ballack besser unterstützen. „Dass Jupp Heynckes Ballack nicht spielen lässt, ist Luxus. Man hat ihn doch nicht zum Warmlaufen oder für die Ersatzbank gekauft. ’Balle’ sollte den Unterschied ausmachen und Bayer endlich das Sieger-Gen geben. Ein fitter Ballack ist ausschlaggebend, um aus Bayer eine große Elf zu machen“, meinte Toppmöller, der mit Ballack 2002 das Finale in der Champions League gegen Real Madrid knapp verlor.

Der ehemalige Nationalspieler Mario Basler sieht für Ballack indes keine Perspektiven mehr. „In der Nationalelf ist der Zug abgefahren, in Leverkusen wird es schwierig für Ballack. Im hohen Fußballer-Alter zwickt und zwackt es überall, da häufen sich Verletzungen. Und damit verliert er den Anschluss. Ballack sollte sich überlegen, ob er sich das noch antun muss. Es ist besser, zurückzutreten, als zurückgetreten zu werden“, sagte Basler.