"Auszeit"

Tiger Woods' neuer schmutziger Skandal

Der Übergolfer spuckt aus und muss dafür eine Strafe zahlen. Im Fußball hätte so etwas verheerende Folgen.

Foto: REUTERS

Nein, es ist nicht leicht, Tiger Woods zu sein. Ist es nie gewesen. Als Kind wurde er vom dominanten Vater zum Supergolfer gedrillt. Dann lebte er als reichster Sportler der Welt unter der Käseglocke seiner Prominenz. Und als er ausbrach und außerehelich den Schläger schwang, kam das Ganze prompt heraus. Gefühlt jede zweite Frau in den USA, die über Körbchengröße Doppel-D verfügt, brüstete sich anschließend damit, mit Woods das Lager geteilt zu haben.

Seitdem geht es bergab mit der Überfigur des Golfsports. Vor 14 Monaten gewann er das letzte Turnier, auf einem Videospiel, das seinen Namen trägt, programmierte ein Scherzkeks eine Oben-ohne-Golferin. Und nun das: Als ihm bei den Dubai Desert Classic die Galle hochkam, weil er eine wirklich miese Runde spielte, ließ er sich hinreißen und spuckte auf dem zwölften Grün aus.

Das geht natürlich nicht, und die European Tour als Turnierveranstalterin belegte Woods auch prompt mit einer Geldstrafe in nicht genannter Höhe. Zum einen, weil Woods ja quasi auf Bewährung spielt, nach all den Skandalen. Und zum anderen, weil im Golf traditionell auf gutes Benehmen geachtet wird wie in keiner anderen Sportart. Woods akzeptierte die Strafe auch umgehend.

Eigentlich schade, dass im Fußball weit weniger auf die Etikette geachtet wird. Zwar würden Knickerbocker und grelle Karos auch im Fußballstadion nicht besser aussehen als auf den Golfplätzen dieser Welt. Aber man stelle sich vor, der Deutsche Fußball-Bund würde für jedes geräuschvolle und beidseitige Entleeren der Nasenflügel auf dem Rasen eine Geldbuße verhängen. Lothar Matthäus hätte sich in diesem Fall wohl kaum vier Scheidungen leisten können.