"Auszeit"

Nehmen Sie besser Brezeln auf die Pisten mit

Wie die Organisatoren der Ski-WM gegen die Unbilden der Witterung und um ihren Schnee kämpfen und wie sich Maria Riesch gegen kalte Füße wehrt.

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Der Trick mit dem Fön ist prima – natürlich aber nur, sofern es Strom auf der Hütte gibt. Maria Riesch zum Beispiel, unsere Olympiasiegerin im Skirennlauf, versucht – wenn nötig – einen bei der Hand zu haben vor dem Start.

Nicht zur Modellierung einer Fönfrisur, die sieht ja ohnehin niemand in ihrem Sport, in dem Helme zum vorgeschriebenen Inventar gehören – worüber manch Sportlerinnenmanager der Optik wegen recht traurig ist. Nein, Riesch fönt vor dem Start oft ihre Skischuhe, weil es ihr bei der Ausübung ihres Berufs auf dem Berg geht wie Millionen Deutschen abends auf dem Sofa: Sie leidet an kalten Füßen.

Wir dürfen vor dem Beginn der Weltmeisterschaften der alpinen Skisportler in Garmisch-Partenkirchen am Dienstag also mit Fug und Recht die alte Weisheit „Bad news are good news“ bemühen: Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Denn eine wintersportbehindernde Wettervorhersage reduziert das Risiko kalter Füße: 11, 9, 7, 10, 8 lauten die Gewinnzahlen. Es sind die prognostizierten Temperaturen im Ort zur Mittagszeit.

Den Pistenarbeitern bereitet die Wärme zusätzliche Plackerei auf den Hängen, drum werden sie sich womöglich ihrerseits eines Tricks bedienen müssen: Brezelsalz. Kein Witz! Das grobkörnige Salz führt dazu, dass die Schneeoberfläche nicht so leicht aufweicht.

Wer also in den zwei WM-Wochen Touristen an Kandahar und Gudiberg sieht, die frisches Laugengebäck in den Schnee stippen, sollte sich nicht wundern. Sie machen einfach das Beste draus.