Achtelfinal-Aus

Köln und Frankfurt blamieren sich gegen Zweitligisten

Der 1. FC Köln verliert zu Hause gegen den MSV Duisburg. Und Alemannia Aachen schaltet Eintracht Frankfurt nach Elfmeterschießen aus.

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Am Ende einer sportlich enttäuschenden Hinrunde blamierte sich Fußball-Bundesligist 1. FC Köln bis auf die Knochen. Der Bundesliga-16. unterlag am Mittwochabend nach einer zum Teil indiskutablen Vorstellung dem Zweitligisten MSV Duisburg mit 1:2 (0:1) und verpasste dadurch das DFB-Pokal-Viertelfinale. Die Aufbruchstimmung durch die Verpflichtung des neuen Sportdirektors Volker Finke und der neuen Nummer eins Michael Rensing war damit schnell verpufft.

Stefan Maierhofer (3.) und Julian Koch (76.) bescherten dem von rund 10.000 MSV-Fans unterstützten Zweitliga-Fünften mit ihren Toren den ersten Viertelfinal-Einzug seit fast sieben Jahren. Dazu kommt für den MSV ein warmer Geldregen von rund 1,2 Millionen Euro für das Erreichen der Runde der letzten Acht. Für Köln kam der Anschlusstreffer von Simon Terodde zu spät (84.).

„Das war ein bitterer Abend und eine enttäuschende Leistung von uns“, sagte FC-Trainer Frank Schaefer. Martin Lanig kritisierte sogar die Einstellung der Kölner: „Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit gespielt. Im zweiten Durchgang sind wir etwas besser ins Spiel gekommen. Wir sind nicht mit der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen.“ MSV-Stürmer Maierhofer war hingegen überglücklich: „Wir haben uns zahlreiche Chancen herausgespielt. Köln kann mit dem 1:2 noch zufrieden sein. Wir waren eindeutig die bessere Mannschaft.“

Das Spiel begann wegen des großen Andrangs mit einer siebenminütigen Verspätung. Der FC war vor 44.500 Zuschauern allerdings noch nicht präsent. Eine Ecke von Ivica Grlic wuchtete Maierhofer zu seinem dritten Treffer im laufenden Wettbewerb in die Maschen. Kölns Martin Lanig kam zu spät, Torhüter Faryd Mondragon hatte in seinem Abschiedsspiel keine Abwehrmöglichkeit. Die Gastgeber versuchten sofort danach, das Heft in die Hand zu nehmen. Allerdings war zunächst nur Lanig mit einem Kopfball (11.) gefährlich, den Duisburgs Keeper David Yelldell aber parierte.

Danach herrschte weitgehend Planlosigkeit im Kölner Spiel. Nationalspieler Lukas Podolski wirkte nach auskuriertem Bänderriss übermotiviert und kassierte bereits nach 13 Minuten eine Gelbe Karte. Der MSV stand gut und hätte durch Koch (22.), Srdjan Baljak (28.) und Filip Trojan (40.) durchaus erhöhen können. Podolski sorgte noch mit einem strammen 25-m-Freistoß für Gefahr, den Schuss hielt aber Yelldell. Kurz vor der Pause köpfte Lanig knapp vorbei.

In der Pause musste Kölns Trainer Frank Schaefer, dem unter anderem der verletzte Torjäger Milivoje Novakovic nicht zur Verfügung stand, reagieren. Für den angeschlagenen Kapitän Youssef Mohamad kam Kevin McKenna, für Fabrice Ehret Stephan Salger. Und die Gastgeber machten sofort Dampf. Innenverteidiger Pedro Geromel verpasste eine Flanke von Taner Yalcin knapp (48.). Doch die Duisburger präsentierten sich insgesamt als eingespielteres Team und waren bei Kontern immer gefährlich. Grlic ließ die Riesenmöglichkeit zum 2:0 aus, als er alleinstehend an Mondragon scheiterte (53.). Drei Minuten später zirkelte Maierhofer nach einem weiteren Konter den Ball knapp am Kölner Tor vorbei.

Nach einer guten Stunde setzte sich die einzige Kölner Sturmspitze Terodde erstmals in Szene. Nach einer Drehung scheiterte der U23-Stürmer, der aus Duisburg nach Kökn kam, an Yelldell. Doch Duisburg konterte munter weiter. Olcay Sahan hatte zunächst mit einem Pfostenschuss Pech (63.), dann verzog er knapp (64.). Koch nutzte dann endlich den x-ten Konter zum 2:0. Doch Köln machte es noch einmal spannend.

Aachen schaltet Frankfurt aus

Alemannia Aachen hat sich durch einen Sieg im Elfmeter-Krimi zwei Tage vor Heiligabend selbst das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht. Der Zweitligist setzte sich im Achtelfinale des DFB-Pokals in einem bis zum Schluss spannenden Kampfspiel gegen den favorisierten Bundesligisten Eintracht Frankfurt mit 5:3 im Elfmeterschießen durch. Nach der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden, in der regulären Spielzeit war kein Treffer gefallen. Aachen zog erstmals seit 2006/2007 wieder ins Viertelfinale ein.

Benjamin Auer erzielte im Elfmeterschießen das entscheidende Tor für die Alemannia, die nach der Roten Karte gegen Frankfurts Innenverteidiger Pirmin Schwegler ab der 14. Minute in Überzahl agiert hatte. Beim fälligen Elfmeter scheiterte Marco Höger noch an Eintracht-Schlussmann Ralf Fährmann (15.), machte in der 93. Minute mit seinem 1:0 den Fehler aber wieder gut. Wenig später sorgte Martin Fenin für den Ausgleich (99.). Doch im Elfmeter-Krimi schoss Frankfurts Alexander Meier über das Tor.

Schon eine Runde zuvor hatte die Alemannia das Überraschungsteam Mainz 05 aus dem Rennen geworfen, sieben Jahre nach der Finalniederlage gegen Werder Bremen träumt der Underdog nun von einer erneuten Reise nach Berlin.

Die 32.160 Zuschauer am ausverkauften Tivoli sahen zuänchst stark aufspielende Frankfurter, die durch Torjäger Theofanis Gekas (9.) auch die erste Gelegenheit des Spiels hatten. Nach einer Viertelstunde wendete sich jedoch das Blatt. Innenverteidiger Schwegler brachte nach einem langen Ball in die Spitze Aachens Stürmer Babacar Gueye im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Michael Weiner zückte umgehend die Rote Karte (14.). Beim fälligen Elfmeter fand Höger, der in den ersten beiden Pokal-Runden noch getroffen hatte, mit seinem halbhohen Schuss ins rechte Eck in Fährmann seinen Meister.

Die Alemannia, die erneut auf den angeschlagenen Angreifer Zoltan Stieber verzichten musste, nutzte fortan ihre Überzahl geschickt und kam zu mehreren Chancen. Die beste Gelegenheit bot sich in der 27. Minute Torjäger Benjamin Auer, dessen Kopfball aus fünf Metern aber eine sichere Beute für Fährmann war.

Erst kurz vor der Pause erholte sich die Eintracht vom Schock des Platzverweises. Nach einer Flanke auf den langen Pfosten kam Gekas völlig frei aus kurzer Distanz zum Abschluss, setzte den Ball aber nur an den Pfosten (32.). Der agile Grieche war es auch, der mit einem Distanzschuss (38.) und einem Kopfball (44.) David Hohs immer wieder zu Glanzparaden zwang.

Nach dem Seitenwechsel verflachte das Spiel zusehends. Die Alemannia übernahm zwar das Kommando und ließ die Eintracht kaum mehr ins Spiel kommen, konnte sich allerdings keine zwingenden Möglichkeiten erarbeiten. Gefährlich wurde es nur noch bei Standardsituationen, die weder Aachen noch die Eintracht zu nutzen wussten. Erst in der Verlängerung entwickelte sich dann der Schlagabtausch, auf den die Zuschauer zuvor vergebens gehofft hatten.