Fußball

Bayern-Trainer van Gaal zog vor den Spielern blank

Der Niederländer hat in der Kabine vor versammelter Mannschaft die Hosen runter gelassen. Ex-Stürmer Luca Toni hat nun den Grund dafür preis gegeben.

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Bayern-Trainer Louis van Gaal soll laut Ex-Spieler Luca Toni vor versammelter Mannschaft die Hosen runtergelassen haben. „Der Trainer wollte uns klarmachen, dass er jeden Spieler auswechseln kann - egal, wie er heißt, weil er Eier hat. Um das zu demonstrieren, ließ er die Hosen runter“, sagte Toni, der mittlerweile für Juventus Turin spielt, der Sport Bild. „So etwas habe ich noch nie erlebt, das war total verrückt“, erzählte Toni: „Ich habe aber nicht viel gesehen. Ich saß nicht in der ersten Reihe.“

Luca Toni und wie auch der Ex-Bayern-Spieler Lucio (Inter Mailand) übten erneut Kritik an van Gaal. „Van Gaal hat mich mehr als jeder andere im Fußball verletzt. Er hat die positiven Erinnerungen an die Titel in einem Moment ausgelöscht“, sagte Lucio, der von van Gaal in München aussortiert worden war und anschließend mit Inter Mailand die Champions League gewann.

Juventus Turins Stürmer Toni kritisierte den Umgang von van Gaal und Ex-Bayern-Trainer Felix Magath mit ihren Profis. „Die Spieler wünschen sich einen Dialog mit ihrem Trainer, wollen von ihm motiviert werden. Das gibt es aber bei Magath und van Gaal nicht“, klagte Toni. Die beiden Trainer würden einer Generation angehören, mit der es die heutigen Spieler schwer hätten zu arbeiten: „Im Fußball sind neue Zeiten angebrochen.“

Unterdessen hat Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge van Gaal nach den Querelen der vergangenen Wochen den Rücken gestärkt. Van Gaal sei „genau das, was wir wollten“, sagte Rummenigge der "Sport Bild". Man könne ihm „nicht einen einzigen Vorwurf machen. Er hat unser Vertrauen.“ Als Mensch sei der Holländer zwar „nicht immer vergnügungssteuerpflichtig“, seine extrem ehrliche und offene Art führe manchmal zu Irritationen. „Aber er ist ein exzellenter Fußballlehrer und Trainer“, sagte Rummenigge.

In Bezug auf den öffentlichen Zwist zwischen van Gaal und Präsident Uli Hoeneß sowie Sportdirektor Christian Nerlinger in den vergangenen Wochen mahnte Rummenigge die Beteiligten zu Harmonie: „Jeder im Klub muss darauf achten, dass alle, die in diesen Positionen stehen, harmonisch, loyal, respektvoll und tolerant miteinander arbeiten.“ Van Gaals Kritik, Nerlinger habe sich nicht über den Zustand des verletzten Superstars Franck Ribery zu äußern, bezeichnete Rummenigge als „einen Schuss zu aggressiv, zu wenig gelassen“. Die Reaktion von Nerlinger habe er deshalb verstanden, sagte Rummenige, der dennoch voll hinter van Gaal steht: „Wir sollten wie im letzten Jahr, als es auch mal Kritik gab, Geduld und Gelassenheit zeigen.“ Rummenigge betonte, es gebe keinen Spieler, „der gesagt hätte, Louis van Gaal sei kein guter Trainer. Sie sagen, dieser Mann hat einen klaren Plan, eine klare Strategie und Philosophie.“