Eisschnelllauf

Pechstein soll nach Ablauf der Sperre arbeiten

| Lesedauer: 2 Minuten

Mal ganz abgesehen von den vergangenen zwei Jahren war das sportliche Leben von Claudia Pechstein ein recht behütetes. Die Eisschnellläuferin konnte als Beamtin der Bundespolizei weitgehend sorgenfrei ihrem größten Talent nachgehen, als Mitglied der Sportfördergruppe kam sie mit dem tatsächlichen Dienst kaum in Berührung.

Ihre zweijährige Sperre wegen erhöhter Blutwerte allerdings hatte zur Folge, dass sie von ihrem Arbeitgeber von ihrem Status entbunden worden ist. Heute läuft die Sperre der 38-jährigen Berlinerin ab. Doch eine Rückkehr in die Sportfördergruppe wird es nicht geben. Wie das Bundesinnenministerium einen Tag vorher mitteilte, ist "nicht beabsichtigt, Frau Pechstein wieder in die Spitzensportförderung der Bundespolizei aufzunehmen".

So explizit übermittelt hatte man dies Pechstein nicht, ihr aber indirekt zu verstehen gegeben, dass es so kommen würde. Seit langem bilden die fünfmalige Olympiasiegerin und ihr Arbeitgeber zwei Konfliktparteien, deren Ton keinen Zweifel am Grad der gegenseitigen Sympathie lässt. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hatte ihr Verhalten als "nicht stilbildend" bezeichnet, da Pechstein, die während der Sperre Dienst tun sollte, durch den ständigen Wechsel von Krankschreibungen und Urlaub fast nie zur Verfügung stand, dennoch öffentliche Auftritte und Training so absolvierte, das ihr rechtlich keine Verfehlungen vorgehalten werden konnten. Das kam nicht gut an.

Ziel ist die WM-Qualifikation

Damit zu rechnen, dass ihr die Sportfördergruppe nun verwehrt bleiben würde, war folglich nicht schwer. Offiziell lauten die Gründe, dass Pechstein das Ziel der Spitzensportförderung, die Olympischen Spiele, nicht mehr erreichen könne und die Förderung vornehmlich jungen Sportlern zugedacht sei. Pechstein äußert sich dazu bisher nicht. Sie will sich jetzt auf den Sport konzentrieren. Wie es diesbezüglich weitergehen soll, dazu gibt sie heute auf einem Pressetermin Auskunft. Am Sonnabend will sie in Erfurt die Qualifikation für den Weltcup schaffen, dann später beim Weltcup die WM-Norm erfüllen.

Außer der sportlichen Qualifikation steht der WM-Teilnahme in Inzell (10. bis 13. März) nichts im Wege. Pechstein - die in den vergangenen Monaten wegen eines Nervenzusammenbruchs nicht arbeitsfähig war und das Training im Rahmen der Therapie durchführte - kann die Zeit bis dahin auch mit ihrem Urlaub überbrücken. Danach jedoch erwartet man Pechstein "zum normalen Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei". Spitzensport könne sie dann entweder in ihrer Freizeit machen oder in Teilzeit arbeiten. Einem Antrag auf Freistellung wurden eher geringe Chancen eingeräumt. Wie sie in dieser Angelegenheit vorgeht, will Pechstein erst entscheiden, wenn sie weiß, wo sie sportlich steht. Dass sie jedoch möglicherweise von sich aus aus ihrem Dienstverhältnis ausscheidet - man würde ihr sicher keine Steine in den Weg legen - steht dagegen wohl eher nicht zu erwarten.

( mst )