1. FC Köln

Novakovic schießt den FC Bayern ab und schmollt

Weil Choupo-Motings Transfer wegen eines defekten Faxgerätes scheiterte, wurde Novakovic gegen Bayern zum Matchwinner. Versöhnen konnte ihn das nicht.

Sagen wollte Milivoje Novakovic nach seinem Galaauftritt mit zwei Toren gegen den FC Bayern München erst mal nichts. Wie ein Verlierer schlich der Slowene durch den Hinterausgang aus dem Stadion. Dabei war der schlaksige Stürmer beim 3:2 (0:2) des 1. FC Köln über den Deutschen Meister der große Gewinner gewesen.

Das Spiel am Samstagnachmittag hatte eine weitere Woche voller Unruhe am Geißbockheim beendet, vor allem eine Personalie war leidenschaftlich diskutiert worden. „Rasiert Trainer Schaefer Novakovic?“, fragte etwa „Bild“.

Der Torjäger hatte tatsächlich in der Rückrunde bislang traurige Leistungen geboten, nicht einen Torschuss aus dem Spiel heraus zustande gebracht; seine fünf Saisontreffer waren dem Stürmer allesamt vor der Winterpause gelungen. Und so sah der Verein Handlungsbedarf und wollte als Ersatz den Hamburger Eric Maxim Choupo-Moting verpflichten. Der Wechsel scheiterte jedoch an einem defekten Faxgerät, das den Vertrag erst nach Ablauf der Transferfrist auf die Datenreise schickte. Die Liga schmunzelte über Köln, und Novakovic erhielt offenbar noch eine Chance, die er gar nicht erhalten sollte. Er nutzte sie, nach Frohsinn aber war ihm nicht zumute.

m Vokabular des Slowenen Milivoje Novakovic kommen die Begriff „Stolz“, „Respekt“ und „Ehre“ übermäßig häufig vor. Nicht das Gespött der Republik nach der Faxpanne hatte den Angreifer gekränkt, sondern die Tatsache, dass der Verein überhaupt nach einem Ersatz im Sturm gesucht hatte. „Der Transfer ging ja nicht gegen ‚Nova’“, versuchte Trainer Frank Schaefer nach dem Triumph über die Bayern die Seele seines sensiblen Torjägers zu streicheln: „Wir wollten einfach eine weitere Möglichkeit in der Offensive haben.“

Denn die lahmte zuletzt doch gewaltig. Gerade mal 22 Tore in 20 Spielen hatte der 1. FC Köln zustande gebracht. Der Ein-Mann-Sturm Novakovic musste bereits lange 345 Minuten auf einen Torjubel warten. Bis zu jener 62. Minute im denkwürdigen Heimspiel gegen die Bayern. Mit dem Kopf erzielte Novakovic zunächst den 2:2-Ausgleich. Nur elf Minuten später gelang ihm dann mit seinem siebten Saisontreffer für die Entscheidung. „Es ist wichtig, dass seinen Spielern Vertrauen entgegengebracht wird“, wagte Frank Schaefer nach dem Spiel einen Einblick in die Trainerpsychologie. „Aber ‚Nova’ weiß auch, dass er zu Recht in der Kritik stand. Er hat heute die richtige Reaktion gezeigt.“

Und so war der Trainer im Nachhinein vielleicht sogar ganz froh, dass das Faxgerät der Familie Choupo-Moting geklemmt hat.