Talfahrt abgewendet

Eintracht Frankfurt macht einen Schritt aus der Krise

Die Hessen verbuchten den ersten Punkt nach zuvor drei Niederlagen. Freiburg büßte dagegen wichtige Punkte im Rennen um die Europa-League-Plätze ein.

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Eintracht Frankfurt hat trotz der anhaltenden Torflaute einen Schritt aus der Krise gemacht und den Europacup-Hoffnungen des SC Freiburg einen Dämpfer versetzt. Die Hessen erarbeiteten sich am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein 0:0 beim Überraschungsteam aus dem Breisgau. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge holte die Eintracht, die im Jahr 2011 weiter auf einen Treffer wartet, den ersten Punkt in der Rückrunde. Eintracht Frankfurt ist nach dem VfL Bochum (1991/92 und 06/07), dem 1. FC Köln (1995/96 und 01/02) und Preußen Münster (1963/64) erst die vierte Mannschaft, die an den ersten bvier Spieltagen einer Rückrunde kein Tor erzielt hat. Alle 52 Torschüsse der Hessen im Jahr 2011 blieben ohne Erfolg. Die Freiburger sind dagegen seit mittlerweile sieben Partien ungeschlagen.

„Wir können mit dem Punkt leben. Wenn man die 90 Minuten sieht, war es ein gerechtes Unentschieden“, sagte Freiburgs Mittelfeldspieler Cedric Makiadi und freute sich über den gefühlten Kontakt zu den internationalen Plätzen in der Tabelle: „So wie das bis jetzt gelaufen ist, ist es sensationell. Es entwickelt sich hier super.“ Freiburg liegt auf Rang sechs, zwei Punkte hinter dem FC Bayern. Frankfurts Kapitän Patrick Ochs haderte dagegen vor allem mit den vergebenen Möglichkeiten: „Vielleicht hätten wir gewinnen können, aber wenigstens haben wir uns Chancen kreiert. Wir haben aggressiv gespielt, mit viel Leidenschaft.“

Die 21.900 Zuschauer sahen zunächst eine Partie ohne Höhepunkte. Weder die Freiburger noch die Frankfurter konnten sich Chancen erarbeiten, die Defensivreihen beider Teams hatten das Geschehen im Griff. Die Langeweile wurde nur gelegentlich durch Fouls und kleine Streitigkeiten über die Entscheidungen von Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) unterbrochen.

Die Gastgeber, die ohne Stammtorwart Simon Pouplin, Pavel Krmas, Jonathan Jäger, Julian Schuster, Daniel Williams und Tommy Bechmann auskommen mussten, agierten ohne Kreativität im Offensivspiel. Den Frankfurtern, bei denen Kapitän Chris, Aleksandar Vasoski, Ricardo Clark und Zlatan Bajramovic fehlten, fiel im Angriff auch nicht viel mehr ein. Beide Mannschaften neutralisierten sich auf einem schwachen Niveau. Von den Top-Torjägern Papiss Cisse und Theofanis Gekas war nichts zu sehen.

Erst in der 22. Minute erspielten sich die Gäste die erste Gelegenheit der Partie. Patrick Ochs scheiterte aus kurzer Distanz mit einer Direktabnahme am Freiburger Torwart Oliver Baumann. Auf eine Chance der Gastgeber warteten die Fans in der ersten halben Stunde vergeblich. Erst ein Schuss von Maximilian Nicu sorgte für ein wenig Gefahr vor dem Frankfurter Tor (32.).

In den letzten Minuten des ersten Abschnitts wurden die Gäste stärker. Der Brasilianer Caio (39.), der Schweizer Pirmin Schwegler (40.) und Benjamin Köhler (42.) konnten die sich bietenden Chancen aber nicht nutzen. Die beste Möglichkeit in dieser Phase hatte Ochs, der völlig frei den Ball über die Latte setzte (43.). „Beide Mannschaften haben über einen langen Zeitraum in der Defensive viel richtig gemacht. Es ist deshalb oft zu langen Bällen gekommen, die beide Abwehrreihen vor keine großen Probleme gestellt hat. Deshalb denke ich, dass das 0:0 in Ordnung geht", sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit konnten sich die Freiburger ein wenig steigern, Torgefahr strahlte die Mannschaft von Trainer Dutt aber zunächst nicht aus. Erst in der 57. Minute hatten die Frankfurter Glück, dass der Distanzschuss des Freiburger Mittelfeldspielers Cedrick Makiadi knapp über die Querlatte strich.

Sieben Minuten später fiel Gekas bei einem Kopfball das erste Mal auf. Kurz darauf machte auch Cisse auf der Gegenseite erstmals auf sich aufmerksam. Der Senegalese konnte den Ball aus kurzer Distanz per Kopf aber nicht über die Linie bringen (66.). Anschließend verfiel das Spiel über weite Strecken wieder in den alten Trott. Makiadi sorgte mit einem Kopfball noch einmal für ein wenig Aufregung (75.). Der Frankfurter Maik Franz traf zudem die Latte (79.). „Ich bin nicht unzufrieden damit, dass wir den ersten Punkt im Jahr 2011 geholt haben. In der ersten Halbzeit haben wir richtig gut gespielt und uns ein paar gute Tormöglichkeiten erarbeitet. In der zweiten Halbzeit ist das Spiel insgesamt schlechter geworden. Am Ende bin ich froh, dass kurz vor Schluss nicht noch ein Ball reingerutscht ist", sagte Frankfurts Trainer Michael Skibbe.

Unmittelbar vor dem Spiel gegen Frankfurt gab der SC Freiburg bekannt, dass Mittelfeldspieler Julian Schuster seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag verlängert hat. Zur Laufzeit des neuen Kontrakts machte der Verein jedoch keine Angaben. Der 25 Jahre alte Schuster war 2008 vom VfB Stuttgart nach Freiburg gewechselt. Er ist beim Sportclub unumstrittener Stammspieler im defensiven Mittelfeld, muss zurzeit aber wegen eines Zehenbruchs pausieren.