Olympische Spiele

Fackelträger von 1936 ist gestorben

Im Alter von 98 Jahren ist am vergangenen Montag Siegfried Eifrig gestorben, der am 1. August 1936 das Olympische Feuer in Berlin vor dem Alten Museum im Lustgarten entzündet hatte.

Das teilte sein Verein, der SC Charlottenburg, mit. Vom Lustgarten wurde das Feuer später durch die Stadt ins Olympiastadion gebracht, wo der 2005 verstorbene Fritz Schilgen Schlussläufer war.

„Die Stimmung war enthusiastisch, euphorisch, fast wie bei der Fußball-WM“, erinnerte sich der pensionierte Bankkaufmann Eifrig 2006 an den Fackellauf, für den er von seinem Klub ausgewählt worden war. Weil der SC Charlottenburg in den 30er-Jahren der führende Verein der Stadt gewesen ist, durfte er den Schlussläufer der Etappe nach Berlin stellen.

Eifrig galt als Laufstilist und Vorbild. So fiel die Wahl auf ihn, obwohl er nie in der NSDAP oder einer ihrer Organisationen war. „Ich hatte keine politischen Ambitionen. Ich war Sportler“, sagte Eifrig vor zwei Jahren. Fotos von seinem Lauf wurden später als Postkarte verkauft, die Fackel durfte er behalten.

Im Krieg wurde Eifrig an die Ostfront eingezogen und geriet in englische Gefangenschaft. Nach 1945 war er lange Vorstandsmitglied der Leichtathletik-Abteilung des SCC und später Schatzmeister des Berlin-Marathons. Dem SCC gehörte er 78 Jahre lang an.

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