Kicker-Ticker

Barca-Trainer Guardiola fordert neue Spieler

| Lesedauer: 14 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Josep Guardiola würde Barcelonas Kader für die neue Saison gerne noch verstärken. Außerdem: Rafael van der Vaart erwägt einen Wechsel zu ManU.

++++ Josep Guardiola , Trainer des spanischen Meisters FC Barcelona , wünscht sich noch einen Zugang für die am 28. August beginnende Saison in der Primera Division. „Ein Spieler kann noch kommen“, sagte der 39 Jahre alte Erfolgstrainer auf einer Pressekonferenz, ergänzte aber auch: „Und falls niemand geholt wird, dann haben wir eben nur 19 Spieler im Kader - plus drei, vier, fünf, sechs, sieben oder acht Spieler aus dem Reserveteam.“ Barca hat bislang Weltmeister David Villa (FC Valencia) und Adriano (FC Sevilla) für die kommende Saison verpflichtet. Thierry Henry, Rafael Marquez (beide New York) und Yaya Toure (Manchester City) haben den Champions-League-Sieger von 2009 verlassen. +++

++++ Wenige Stunden vor dem Start in die Bundesliga hat Werder Bremen die lange angestrebte Verpflichtung des Brasilianers Wesley als Nachfolger von Mesut Özil perfekt gemacht. Wie der Verein mitteilte, erreichte die Bremer am Freitag die Zusage vom FC Santos . Mit dem 23 Jahre alten Mittelfeldspieler, der einen Vertrag bis 2014 erhalten wird, waren sich die Hanseaten bereits seit Wochen einig. Özil war am Dienstag zu Real Madrid gewechselt. „Wir haben viel Geduld aufbringen müssen und sind jetzt dafür belohnt worden“, sagte Manager Klaus Allofs : „Mit Wesley verstärkt uns ein sehr vielseitiger, dynamischer Spieler, der im Mittelfeld auf allen Positionen eingesetzt werden kann.“ Wesley soll in der kommenden Woche in Bremen eintreffen, wird aber noch nicht im Kader für das Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation bei Sampdoria Genua stehen. „Ich bin überglücklich, dass das jetzt mit Werder Bremen geklappt hat“, sagte Wesley: „Es war mein Lebenstraum, in einer sehr starken Liga bei einem Topklub zu spielen. Ich freue mich auf die Stadt, möchte so schnell wie möglich zur Mannschaft stoßen und die Fans glücklich machen.“ Cheftrainer Thomas Schaaf nahm die Nachricht ebenfalls positiv auf. „Dass wir den Transfer nun realisieren konnten, spricht für Werder und erhöht weiter die Qualität unserer Mannschaft“, sagte der Coach. ++++

++++ Der langjährige Bundesliga-Profi Marko Pantelic von Hertha BSC wechselt zum griechischen Rekordmeister Olympiakos Piräus . Der Verein, der vor zwei Wochen den deutschen Trainer Ewald Lienen nach nicht einmal zweimonatiger Amtszeit entlassen hatte, teilte mit, der 31-Jährige habe einen Zweijahres-Vertrag unterzeichnet. Pantelic, der für die Hertha 50 Tore in 130 Bundesliga-Spielen erzielt hatte und in der vergangenen Saison für Ajax Amsterdam spielte, war auch bei Borussia Dortmund und vor allem bei Schalke 04 im Gespräch. ++++

++++ Armin Veh , Trainer des Bundesligisten Hamburger SV, hat die Kritik des privaten HSV-Sponsors Klaus-Michael Kühne an der Einkaufspolitik der Hanseaten zurückgewiesen . „Den Fußballlehrer-Schein hat er nicht. Deshalb sollte man das nicht so ernst nehmen“, sagte der Trainer in der Bild-Zeitung zu den Vorhaltungen Kühnes. Der in der Schweiz lebende Milliardär hatte dem HSV 15 Millionen Euro für Spielerverpflichtungen zur Verfügung gestellt und dafür Anteile an den Transferrechten mehrerer Profis erhalten. Der HSV-Vorstand hatte diese Vereinbarung ungeachtet lautstarker Kritik bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung aufrechterhalten. Kühne erwartet von den Norddeutschen die Verstärkung des Kaders durch einen weiteren Mittelfeldspieler. Eine Forderung, die nicht nur bei HSV-Ehrenmitglied Uwe Seeler Unverständnis auslöste. Vereinsboss Bernd Hoffmann hatte bei der Vorstellung des Deals versichert, dass sich Kühne nicht in die Transferpolitik einmischen würde. ++++

++++ Bundesligist Borussia Dortmund hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010 ein Minus von 2,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Dennoch konnten die Westfalen die Verbindlichkeiten von 61,27 Millionen Euro auf 59,22 Millionen Euro drücken. Beim Umsatz hat Dortmund mit 100,9 Millionen Euro eine Schallmauer durchbrochen. Diese Zahlen der Borussia Dortmund KGaA wurden am Freitag bekannt gegeben. „Es immer schwierig, im Fußball-Geschäft Stichtags-bezogen zu bilanzieren. Hätten wir den Wechsel von Nelson Valdez vor dem 30. Juni bestätigt, wären wir da, wo wir hin wollten: Bei einer schwarzen Null“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. ++++

++++ Zweitliga-Absteiger TuS Koblenz und Traditionsverein Dynamo Dresden haben mit Siegen zum Auftakt des 5. Spieltags in der Dritten Liga den Kontakt zur Spitzengruppe gehalten. Die Koblenzer verbesserten sich durch das 2:1 (1:0) bei der bis dahin ungeschlagenen 2. Mannschaft des VfB Stuttgart vorübergehend auf Rang sechs und sind nun punktgleich mit den Schwaben (beide 8). Dresden setzte sich gegen Aufsteiger 1. FC Saarbrücken mit 3:0 (1:0) durch und ist mit sieben Zählern Achter. Die Saarländer bleiben mit drei Punkten 13., außer dem 7:0 bei Carl Zeiss Jena haben sie alle Saisonspiele verloren. Massimo Cannizzaro (43.) und Stefan Haber (65.) sorgten in Stuttgart für den Sieg der Koblenzer. Dem VfB gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Matthias Schwarz (90.+2). Wenige Sekunden zuvor hatte Stuttgarts Stürmer Sven Schipplock die Rote Karte gesehen, da er dem Gegenspieler ins Gesicht geschlagen hatte. Die mit den nachverpflichteten Neuzugängen Alexander Esswein (VfL Wolfsburg) und Cristian Fiel (Alemannia Aachen) angetretenen Dresdener kamen durch ein Hackentor von Robert Koch (34.), einen Kopfballtreffer von Tim Kister (65.) und den Schlusspunkt von Marc Sand (90.) zum zweiten Saisonsieg vor der beachtlichen Drittliga-Kulisse von 17.349 Zuschauern. ++++

++++ Gerichtlicher Teilerfolg von Werder Bremens ehemaligem Stürmer Ivan Klasnic . Der 30-jährige Kroate verklagt seit eineinhalb Jahren in einem Zivilrechtsstreit den Klubarzt von Werder Bremen, Dr. Götz Dimanski, die Bremer Internistin Dr. Manju Guha sowie zwei Bremer Therapiezentren, denen Dimanski jeweils als Geschäftsführer vorsteht, wegen angeblich fahrlässiger Behandlung . Der Streitwert liegt bislang bei rund 1,2 Millionen Euro. Seit seiner Einstellung bei Werder im Mai 2001 sollen Klasnics Blutwerte, die von Dimanski und Guha mehrmals im Jahr begutachtet wurden, nicht ordnungsgemäß kontrolliert worden sein. Wegen der unqualifizierten Behandlung soll für den Angreifer, der derzeit beim englischen Erstligisten Bolton Wanderers unter Vertrag ist, eine Nierentransplantation im Frühjahr 2007 unumgänglich gewesen sein. Klasnic ist weltweit der einzige Fußball-Profi, der mit einer Spender-Niere spielt. Freitagmorgen tagte die 3. Zivilkammer am Bremer Landgericht und verkündete einen Auflagen- und Hinweißbeschluss. Zwar erging kein Urteil, weil das Gericht noch weiteren Aufklärungsbedarf sieht. Insbesondere wird die Vorlage weiterer medizinischer Unterlagen über die Behandlung des Angreifers sowie eine ergänzende Befragung des Sachverständigen Professor Hermann-Joseph Pavenstädt für notwendig befunden. Dieser hatte schon am 4. Juni vor der Kammer ausgesagt. Aber der vorsitzende Richter am Bremer Landgericht Uwe Boysen stellte klar, dass bisher eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine Falschbehandlung von Klasnic spricht. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es ein Behandlungsfehler war“, so Boysen. Ob dieser Fehler der Bremer Ärzte jedoch „grob fahrlässig“ war, werden erst die kommenden Untersuchungen zeigen. Ebenso ist noch nicht hinreichend geklärt, welche Konsequenzen sich ergeben hätten, wenn dem Verdacht der Nierenerkrankung früher nachgegangen worden wäre. So beispielsweise in der Zeit vor dem Jahr 2001 als Klasnic noch beim FC St. Pauli spielte. Hierzu soll der gerichtliche Gutachter Pavenstädt noch einmal befragt werden. Ein weiteres „Obergutachten“, das Dimanski in Auftrag geben wollte, um die Expertise von Pavenstädt zu entkräften, wies die Zivilkammer allerdings ab. ++++

++++ Die Profis des Zweitligisten Karlsruher SC müssen nun doch nicht mit „nackter Brust“ in die Punktspiel-Saison starten. Die Badener fanden kurz vor dem Liga-Start noch einen Haupt- und Trikotsponsor , nachdem sie am vergangenen Wochenende im DFB-Pokal als einzige Profimannschaft ohne Schriftzug auf dem Jersey aufgelaufen waren. Der KSC einigte sich mit einem Unternehmen aus der Sonnen- und Wetterschutzbranche (Klaiber) auf einen Zweijahres-Vertrag bis 2012. Pro Saison soll der Kontrakt dem früheren Erstligisten rund 500.000 Euro in die Kasse spülen. Zum Ligastart muss Karlsruhe am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth (13.30/live bei Sky und Liga total!) antreten. ++++

++++ Der niederländische Nationalspieler Rafael van der Vaart erwägt offenbar doch einen Abschied von Real Madrid - und einen Wechsel zu Manchester United . „Sollte (Real-Trainer) Jose Mourinho mir sagen, dass ich nicht spielen werde, sehe ich meine Zukunft im englischen Fußball. Und wenn man Real verlässt, gibt es nur einen Klub, der kein Rückschritt wäre - und das ist Manchester United“, wird van der Vaart in verschiedenen Medien zitiert. Zuvor hatte van der Vaart angekündigt, gegen Zugang Mesut Özil um seinen Platz im offensiven Mittelfeld der Königlichen kämpfen zu wollen. Nun nannte er Manchester „einen großen Klub“, und ergänzte mit Blick auf das Gerücht, dass Teammanager Alex Ferguson ihn gerne verpflichten möchte: „Wenn das angebliche Interesse sich als wahr herausstellen sollte, müsste ich mir das wirklich anhören.“ Sollte „Fergie“ ihm einen Stammplatz in Aussicht stellen, „könnte ich kaum widerstehen“, meinte der frühere Hamburger noch. ++++

++++ Carlo Ancelotti , Trainer des englischen Meisters FC Chelsea, hat die Sperre für den französischen Nationalspieler Nicolas Anelka durch den Fußball-Verband Frankreichs (FFF) kritisiert . „Ich denke, das ist unfair - 18 Spiele sind zu viel. Ich weiß nicht, was genau passiert ist, aber Anelka ist ein anständiger Mann, der diese Entscheidung nicht verdient hat“, sagte der 51-Jährige. Anelka wurde vom französischen Verband für 18 Spiele gesperrt, weil er während der WM in Südafrika den damaligen Nationaltrainer Raymond Domenech in der Kabine scharf attackiert hatte. Neben dem 31 Jahre alten Stürmer wurde unter anderem auch Mittelfeldstar Franck Ribery vom deutschen Rekordmeister Bayern München für drei Spiele gesperrt. ++++

++++ Die Pleite der Squadra Azzurra bei der WM in Südafrika hat vor allem die Wirtschaft verschreckt . Die Großsponsoren haben ihre Investitionen in die Serie A, die in einer Woche in die Saison startet, um 23 Prozent reduziert . Hatten Unternehmen im vergangenen Jahr noch Sponsoren-Engagements mit einem Gesamtwert von 75 Millionen Euro, so sind es in der kommenden Spielzeit noch 57,7 Millionen Euro. Das sei gerade einmal ein Drittel dessen, was in der englischen Premier League investiert wird, hieß es in der Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“. Den besten Sponsorvertrag hat der AC Mailand, der in Besitz des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ist. Eine arabische Fluggesellschaft (Fly Emirates) löst einen Wettanbierter ab und zahlt zwölf Millionen Euro jährlich. Die Vertrag läuft über vier Jahre. Champions League-Sieger Inter Mailand erhält von einem großen Reifenhersteller 9,2 Millionen Euro pro Jahr. Rekordmeister Juventus Turin erhält von einem Wettanbieter acht millionen Euro. ++++

++++ Brasiliens Nachwuchsstürmerstar Neymar wechselt nicht zum FC Chelsea in die Premier League. Der 18 Jahre alte Profi verlängerte seinen Vertrag beim FC Santos um fünf Jahre. „Die endgültige Entscheidung liegt immer beim Spieler“, sagte Neymar. „Geld allein macht nicht glücklich.“ Schon in der Vorwoche hatte er gesagt, er fühle sich zu jung für einen Wechsel ins Ausland und wolle mindestens bis zur Copa Libertadores 2011 in Brasilien bleiben. Chelsea soll 20 Millionen Euro geboten haben. Santos-Präsident Luis Alvaro erklärte, dass er Neymar nur für die in der Ausstiegsklausel fixierte Summe von 35 Millionen ziehen ließe. ++++

++++ Der Mannschaftsbus des bulgarischen Klubs Lewski Sofia ist nach dem Play-off-Hinspiel beim schwedischen Vertreter AIK Solna (0:0) in Stockholm mit Steinen und Flaschen beworfen worden . Dabei wurden der Pressesprecher und der Masseur von Sofia verletzt, Scheiben gingen zu Bruch. Auch Todor Batkow, Präsident des bulgarischen Klubs, wurde von einer Flasche getroffen. „Es ist schockierend“, sagte Batkow: „Schweden ist eigentlich ein zivilisiertes Land, und solche Szenen sind absolut inakzeptabel. Ich bin schon in so vielen Ländern gewesen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Gleichzeitig kündigte Batkow einen Protest bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) an. AIK gilt als Wiederholungstäter. Bereits Anfang August wurde der schwedische Meister von 2009 von der Uefa zu einer Strafe von 15.000 Euro verurteilt, nachdem AIK-Fans Feuerwerkskörper abgebrannt und sich gegenüber Gästefans und Polizeikräften aggressiv verhalten hatten. ++++

( sid/dpa/knb/jr )