Kicker-Ticker

Real schreibt Özil-Ablöse auf 250 Millionen fest

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Der Ex-Bremer wäre jetzt so teuer wie Barcelonas Lionel Messi. Außerdem: Dreierpack von Theo Walcott bei Arsenals Kantersieg.

++++ Real Madrid will sich den deutschen Nationalspieler Mesut Özil von niemandem abwerben lassen. Wie das Madrider Sportblatt „As“ berichtete, legte der spanische Rekordmeister für den Ex-Bremer eine vertraglich vereinbarte Ablösesumme von 250 Millionen Euro fest . Die enorme Summe sei die Antwort der „Königlichen“ auf die Millionenbeträge, die der englische Erstligist Manchester City in letzter Zeit auf dem Transfermarkt ausgegeben habe. Özil hatte in Madrid einen Sechsjahresvertrag unterzeichnet und spielt in den Planungen von Trainer José Mourinho eine zentrale Rolle. Nach Angaben der Zeitung betrachten die Madrilenen den 21-Jährigen in vereinsinternen Berichten als einen potenziellen Kandidaten für die Auszeichnung des Weltfußballers des Jahres. Die festgelegte Ablösesumme ist ebenso hoch wie die des Weltmeisters Xabi Alonso (Real Madrid), des Argentiniers Lionel Messi und des Schweden Zlatan Ibrahimovic (beide FC Barcelona). Sie wird in Spanien nur übertroffen von den Klauseln, die für die Real-Stars Cristiano Ronaldo, Kaká und Karim Benzema festgelegt wurden. ++++

++++ Titelverteidiger FC Chelsea marschiert auch in der neuen Saison der Premier League vorneweg. Der englische Doublegewinner feiert am 2. Spieltag einen 6:0-Erfolg bei Wigan Athletic und führt mit 6 Punkten die Tabelle an. Die französischen Nationalspieler Florent Malouda (34.) und Nicolas Anelka (48., 52.), der wegen seiner Eskapaden während der WM in Südafrika für 18 Länderspiele gesperrt worden ist, der kurz zuvor eingewechselte Salomon Kalou (78./90.) und Yossi Benayoun (90.+2) erzielten die Treffer. Theo Walcott war der Mann des Tages beim 6:0-Kantersieg des FC Arsenal gegen den FC Blackpool. Dem Nationalspieler gelang gegen den Aufsteiger ein Dreierpack (12., 39., 58.), die weiteren Treffer für den zwölfmaligen englischen Meister steuerten Andrej Arschawin (32.), Abou Diaby (49.) und Marouane Chamakh (83.) bei. Arsenal verbesserte sich durch seinen ersten Saisonsieg vorübergehend mit vier Punkten auf Platz zwei. West Ham United, neuer Klub des verletzten deutschen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger, kassierte mit 1:3 gegen die Bolton Wanderers seine zweite Niederlage. Matthew Upson per Eigentor (48.) und Johan Elmander (68., 84.) machten den Erfolg der Gäste perfekt, die dadurch vier Punkte aufweisen. Mark Noble (79.) konnte für die Hammers, die auf den letzten Platz abrutschten, per Foulelfmeter zwischenzeitlich nur noch verkürzen. Der ehemalige Bremer Ivan Klasnic saß bei Bolton 90 Minuten auf der Bank. Ungeschlagen ist auch noch Tottenham Hotspur durch ein 2:1 bei Stoke City mit dem deutschen Nationalspieler Robert Huth. Derweil muss Nationalspieler Jerome Boateng noch mindestens einen weiteren Monat auf sein Debüt in der englischen Premier League warten. Der für 12,5 Millionen Euro vom Hamburger SV zu Manchester City gewechselte Abwehrspieler fällt wegen eines kleinen Risses einer Sehne im linken Knie aus. Die Citizens treffen erst am Montag auf Rekordchampion FC Liverpool. Am Sonntag spielen Newcastle United gegen Aston Villa und der FC Fulham gegen Rekordmeister Manchester United. ++++

++++ Der frühere deutsche U21-Nationalspieler Sebastian Boenisch hat sich für eine Zukunft in der polnischen Nationalmannschaft entschieden. „Nach langen Diskussionen mit Verbandsoffiziellen und den Verantwortlichen der Nationalmannschaft hat sich Boenisch für Polen entschieden“, hieß es in einer Mitteilung des polnischen Verbandes PZPN. Der 23 Jahre alte Abwehrspieler von Werder Bremen wurde im polnischen Gliwice geboren, wuchs aber in Deutschland auf und reifte in der Jugendabteilung von Schalke 04 zum Bundesligaspieler. Boenisch absolvierte insgesamt 13 Spiele für die deutsche U21-Nationalmannschaft und wurde mit dem Team 2009 in Schweden Europameister. Außerdem lief er in neun Spielen für die U20-Auswahl auf. ++++

++++ Der italienische Renommierklub AC Mailand will den schwedischen Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic vom spanischen Meister FC Barcelona verpflichten. „Ibrahimovic ist ein Gewinner und es wäre sehr wichtig, ihn in unserem Kader zu haben“ sagte Milans Trainer Massimiliano Allegri . Ibrahimovic, der in der Serie A bereits für Juventus Turin und Inter Mailand gespielt hat, steht nach nur einer Saison bei Barca auf dem Abstellgleis. Der 28-Jährige war im Sommer 2009 für insgesamt 75 Millionen Euro von Inter zu den Katalanen gewechselt. Barcelona hatte sich außerdem für die neue Saison bereits mit dem spanischen Nationalstürmer David Villa vom FC Valencia verstärkt und für den EM-Torschützenkönig 40 Millionen Euro überwiesen. ++++

++++ Bundesligist VfB Stuttgart muss sich offenbar nach einer Alternative für Wunschspieler Stefan Aigner umsehen. Der finanziell klamme Zweitligist 1860 München will den Mittelfeldspieler nun doch nicht abgeben. „Ich bin gegen einen Verkauf von Stefan Aigner. Ich werde alles versuchen, diesen Transfer zu verhindern. Ich möchte, dass wir solche guten Spieler und Identifikationsfiguren bei 1860 halten“, sagte Sportdirektor Miroslav Stevic der "Münchner Abendzeitung". Dabei war es Stevic gewesen, der Publikumsliebling Aigner unbedingt verkaufen wollte, um die Millionen-Lücke im Etat der Sechziger zu schließen. „Ich habe keine Lust mehr, in dieser Angelegenheit der Buhmann zu sein“, sagte Stevic nun, der von den Fans schon als „Totengräber von 1860“ beschimpft worden war. „Wir müssen statt Aigner einen anderen Spieler verkaufen“, ergänzte der Manager in der "Bild"-Zeitung. ++++

++++ Der spanische Skandal um den Erstliga-Aufsteiger Hércules Alicante bleibt ohne Folgen . Die Ermittlungen wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen sind im Sande verlaufen. Der spanische Fußballverband RFEF entschied, kein Verfahren gegen den Klub einzuleiten . Er begründete dies damit, dass dem RFEF-Disziplinarausschuss keine Beweise für die angeblichen Bestechungsversuche vorlägen. Der Hércules-Mehrheitsaktionär Enrique Ortiz soll in der vorigen Saison versucht haben, zur Sicherung des Aufstiegs in die Primera División gegnerische Teams zu bestechen. In einem Fall soll er damit Erfolg gehabt haben. Dies war nach Presseberichten aus Telefongesprächen des Unternehmers hervorgegangen, die die Justiz abgehört hatte. Die Gerichte hielten die Aufnahmen jedoch unter Verschluss und legten den Fall zu den Akten. Nach spanischem Recht ist Schiebung im Fußball kein Straftatbestand. Die Justiz ermunterte aber den RFEF, eigene Ermittlungen einzuleiten. Der Verband wies jedoch darauf hin, dass ihm dazu die Mittel fehlten. Hércules und dessen Vereinsboss Ortiz hatten bestritten, Gegner geschmiert zu haben. Der Aufsteiger nahm kürzlich den Stürmer Nelson Valdez vom Bundesligisten Borussia Dortmund unter Vertrag. Die Ablösesumme für den paraguayischen Nationalspieler und WM-Teilnehmer wird auf rund vier Millionen Euro geschätzt. ++++

++++ EM-Gastgeber Ukraine muss sich nach einem neuen Nationaltrainer umsehen. Aus Protest gegen die durch den ukrainischen Fußball-Verband FFU ausgesprochene Strafe gegen seinen Klub Metalist Charkow ist Myron Markewitsch nach knapp sechsmonatiger Amtszeit von seinem Posten zurückgetreten . Der Klub war vor wenigen Tagen wegen der Manipulation eines Meisterschaftsspiels mit einem Punktabzug und einer Geldstrafe belegt worden. „Der ukrainische Fußball-Verband hat sich mit der Entscheidung gegen Metalist komplett ins Abseits gestellt. Ich kann nicht für eine Organisation arbeiten, die den Fußball in Charkow vorsätzlich zerstören will“, sagte der 59-jährige. Das Amt als Nationaltrainer in der Ukraine, die 2012 die EM-Endrunde gemeinsam mit Polen ausrichtet, hatte Markewitsch Anfang Februar übernommen und parallel als Coach in Charkow weitergearbeitet. Neben Charkow waren in der Manipulations-Affäre auch Karpaty Lemberg und der Boss der ukrainischen Premier Liga, Alexander Jefremow, zur Rechenschaft gezogen worden. Jefremow wurde für sechs Monate suspendiert, die Klubs mit Abzügen von je neun Punkten und Geldstrafen in Höhe von umgerechnet je rund 20.000 Euro bestraft. Charkows Klubchef Jewgeni Krasnikow wurde auf Lebenszeit gesperrt. Krasnikows Lemberger Pendant Igor Dedyschin erhielt eine Fünf-Jahres-Sperre. Sanktioniert wurde die Manipulation eines Meisterschaftsspiels, das bereits vor gut zwei Jahren stattgefunden hat. Charkow hatte die verschobene Partie gegen Lemberg am 19. April 2008 mit 4:0 gewonnen. ++++

( sid/dpa/jr )