Golf-Turnier

Wannsee räumt die meisten Titel ab

| Lesedauer: 5 Minuten
Steffen Lüdeke

Foto: Krauthoefer

Hochklassiges Golf wurde bei der fünften Auflage der Champions Trophy der Berliner Morgenpost in Bad Saarow gespielt. Längst ist das Turnier auf Deutschlands schwierigstem Platz zum Saisonabschluss eine schöne Tradition. Und der Bürgermeister von Fleesensee lernte sogar eine neue Lady kennen.

Der Tag begann mit einer Lady und endete mit einer strahlenden Siegerin und einem Versprechen. Zum fünften Mal hatte die Berliner Morgenpost zur Champions Trophy geladen, dem Turnier der besten Golfspieler aus den Klubs in Berlin und Brandenburg. Längst ist das Turnier auf Deutschlands schwierigstem Platz, dem Nick-Faldo-Course, in Bad Saarow zum Saisonabschluss eine schöne Tradition. Flankiert durch 16 Präsidenten der Golfklubs aus Berlin und Brandenburg, die verstärkt durch prominente Sportler und Persönlichkeiten im Präsidenten-Cup auf dem Arnold-Palmer-Platz an den Start gingen.

Die Ehre des ersten Schlages wurde Peter Becher zuteil, dem Bürgermeister aus Fleesensee, dem Gast aus Mecklenburg-Vorpommern. An der ersten Spielbahn teete er auf und schlug den Ball kerzengerade in die Luft. „Gleich eine Lady“, rief der ehemalige Klasse-Torhüter Axel Lange, der im nächsten Flight mit Boxer Axel Schulz, Ex-Hertha-Stürmer Theo Gries und GSW-Chef Thomas Zinnöcker auf den Start wartete. Also ein Schlag bei dem der Ball noch vor dem Abschlag der Frauen zum Liegen kommt.

Einige Stunden, viele gelungene und wenige missglückte Schläge später ergriff Lange erneut das Wort. In diesem Jahr hatte der Versicherer („Generali“) das Turnier finanziell unterstützt. Nach der Siegerehrung versprach er, sein Engagement auch im kommenden Jahr fortzusetzen und endete mit einer Ankündigung, die alle anwesenden Golfer freute: „Auch im Jahr 2010 werden wir Partner der Champions Trophy sein, das verspreche ich.“ ADAC-Chef Walter Müller nannte die Champions Trophy „eine großartige Idee. Weil Sie mit diesem Turnier alle Klubs unserer region gleichermaßen ansprechen.“

Beim Präsidenten-Cup durften auch andere jubeln

Hinter den Teilnehmern lagen 18 Löcher mit hochklassigem Golf, mit vielen fröhlichen Gesichtern und jeder Menge guter Laune. Traditionell spielte das Wetter mit, die Sonne nahm alle Spieler in den Arm. Nicht nur die Wannseer, die beinahe traditionell die Siegerpokale bekamen.

Lediglich im Präsidenten-Cup durften auch Spieler anderer Klubs jubeln. Hier setzte sich im Bestball-Format das Team mit den höchsten Handicaps durch: In der Nettowertung gewannen Barbara Krämer (Gatow), Steffen Schnoor (Tremmen), Alexander Rittel (Wannsee) und Marco Heinisch (Prenden).

Ansonsten gingen die Titel ausschließlich in den Süden Berlins. Wenig verwunderlich, dass auch die Klubwertung an den ältesten Golfklub Deutschlands ging. Wannsee gewann vor dem GC Motzen und dem Lausitzer GC.

Bei den Männern sicherte sich Timo Konieczka den Titel, der 22-Jährige setzte sich mit 75 Schlägen vor Suat Bicer aus Motzen durch (76). „Ich hätte nicht gedacht, dass mir das Turnier so viel Spaß machen würde“, sagte Konieczka nach seiner Premiere bei der Champions Trophy. Am Abend zuvor war er erst spät vom Länderpokal zurückgekehrt. Gemeinsam mit Nina Holleder, Lara Katzy, Max Fischer, Philipp Mejow (alle Wannsee), Christopher Krai, Kristoff Kunst (beide Stolper Heide) und Julia Neumann (Gatow) hatte er bis zum Sonntag im Golfclub Lich einen respektablen achten Platz für den Golfverband Berlin-Brandenburg erkämpft. „Ich war etwas müde“, sagte er deswegen. „Aber als ich gemerkt habe, dass ich gewinnen kann, war ich auf einmal hellwach. Es macht mich stolz, dieses schöne Turnier zum Abschluss der Saison gewonnen zu haben.“

Vorjahressieger Mejow ging mit Handicap an den Start

Die Entscheidung fiel, als Konieczka an der 17. Spielbahn seinen Annährungsschlag direkt neben die Fahne legte und wenig später den Putt zum Birdie versenkte. Fast zeitgleich vergab Vorjahressieger Philipp Mejow seinerseits eine Birdiechance und musste sich am Ende mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. „Ich bin nicht unzufrieden“, sagte Mejow. Immerhin war er mit einem Handicap an den Start gegangen. Eine Augenentzündung hatte ihn schon beim Länderpokal behindert, bei der Champions Trophy musst er deswegen ohne Kontaktlinsen antreten. „Natürlich hätte ich meinen Titel gerne verteidigt“, sagte er, „aber wichtiger ist, dass ich hier einmal mehr einen schönen Tag verlebt habe.“

Ähnlich sah es Chris Utermarck (Wannsee). Mit einem Handicap von 0,6 war sie nominell die Favoritin bei den Damen, dieser Rolle wurde sie nur beinahe gerecht. „Die Putts sind nicht gefallen“, haderte sie, „ich hätte sehr gerne gewonnen, aber natürlich freue ich mich für Miriam Hiller. Sie hat sehr gut gespielt und den Sieg verdient.“

Die Leistungssportkoordinatorin aus Wannsee hatte den Titel schon im Jahr 2007 gewonnen, mit 81 Schlägen war sie in diesem Jahr um einen Schlag besser als Utermarck. Ähnlich gut wie ihr Spiel war ihre Rede danach: „Die Champions Trophy ist mittlerweile einer der Höhepunkte im Golfkalender“, sagte Hiller. „Ich danke der Berliner Morgenpost und freue mich schon jetzt auf die Champions Trophy im nächsten Jahr.“