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Juventus bietet dem HSV elf Millionen für Elia

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Der italienische Rekordmeister will den niederländischen Nationalspieler verpflichten. Außerdem: Stuttgart holt den Franzosen Johan Audel. .

++++ Der italienische Rekordmeister Juventus Turin will nach Angaben der „Gazzetta dello Sport“ Eljero Elia vom Hamburger SV verpflichten. Der Serie-A-Klub habe in den vergangenen Tagen elf Millionen Euro für den niederländischen Nationalspieler geboten, berichtete die größte Sporttageszeitung Italiens. Der HSV habe jedoch abgelehnt. Der Bundesligist fordere für den vor einem Jahr von Twente Enschede für neun Millionen Euro verpflichteten Offensivspieler 15 Millionen Euro. Eine offizielle Anfrage liege dem HSV jedoch nicht vor, sagte Pressesprecher Jörn Wolf. Juve hatte bislang mit dem 25-jährigen Serben Milos Krasic von ZSKA Moskau geplant. Der 23 Jahre alte Vize-Weltmeister Elia sei den Piemontesern aber lieber, weil er jünger und taktisch variabler sei. Juves neuem Coach Gigi Del Neri würde der Niederländer sowohl im offensiven Mittelfeld als auch als Sturmspitze ins Konzept passen. Elia hatte vor wenigen Tagen geäußert, beim HSV bleiben zu wollen. Der Flügelstürmer besitzt bei den Hanseaten einen Vertrag bis 2014. Am Randes des Testspiels zwischen Juventus und dem HSV in Lübeck (0:0) vor drei Wochen gab es von den Italienern einen lockere Anfrage, jedoch kein Angebot. Sollte sich der HSV mit dem Thema befassen, müsste Juve bereit sein, deutlich tiefer in die Tasche zu greifen. ++++

++++ Der Wechsel des Franzosen Johan Audel zum VfB Stuttgart ist perfekt. Wie der Bundesligist mitteilte, unterschrieb der 26-Jährige vom französischen Erstligisten AFC Valenciennes einen Vierjahresvertrag beim VfB. Zur Höhe der Ablösesumme machten beide Vereine keine Angaben. Sie soll nach unterschiedlichen Medienberichten zwischen 1,5 und 3 Millionen Euro liegen. Laut „Stuttgarter Zeitung“ steht mit dem slowakischen WM-Teilnehmer Wladimir Weiss bereits der nächste offensive Mittelfeldspieler kurz vor einem Transfer nach Stuttgart. ++++

++++ Der frühere Bundesliga-Profi Wolfgang Sidka ist neuer Nationaltrainer im Irak . Der 56-Jährige hat nach Angaben von „Kicker online“ einen Einjahresvertrag mit der irakischen Verbandsführung unterzeichnet. Für den Ex-Spieler von Hertha BSC, TSV München 1860 und Werder Bremen ist es die zweite Station als Nationaltrainer. Sidka betreute von 2000 bis 2002 die Auswahl von Bahrain und war danach unter anderem für zwei Teams in Katar als Clubtrainer tätig. Zuletzt hatte der frühere Werder-Coach zur Jahreswende 2008/09 gut zwei Monate für den Regionalligisten FC Oberneuland in Bremen gearbeitet, wo er auch seinen Wohnsitz hat. ++++

++++ Abwehrchef Daniel van Buyten vom FC Bayern München hat nach rund einwöchiger Verletzungspause wieder das Training aufgenommen . Am trainingsfreien Montag absolvierte der Innenverteidiger des deutschen Fußball-Rekordmeisters einige Übungen auf dem Platz an der Säbener Straße. Van Buyten hatte sich im Drittliga-Spiel gegen Wacker Burghausen am 1. August in München eine Bänderzerrung im linken Sprunggelenk zugezogen. Franck Ribéry bestritt am Montag unter Anleitung von Co-Trainer Andries Jonker eine intensive Einheit. ++++

++++ Der französische Nationalmannschaftskapitän Patrice Evra hat nach der peinlichen Vorstellung der Equipe Tricolore bei der WM in Südafrika erstmals öffentlich Stellung genommen und Ex-Nationaltrainer Raymond Domenech harsch kritisiert . „Nach jedem Training gab es Beschwerden bei mir wegen Domenechs schlechter taktischer Arbeit. Ich habe versucht, mit seinen Assistenten darüber zu sprechen - ohne Ergebnis“, sagte Evra in einem Interview mit der Zeitung "Le Figaro". Der 29-Jährige räumte jedoch auch ein Fehlverhalten der Mannschaft ein: „Wir haben es versäumt, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Weltmeisterschaft war eine Katastrophe. Es gab kein Kollektiv, kein Projekt.“ Es sei zudem „konsequent“, dass keiner der 23 Spieler aus dem WM-Kader für das Testspiel in Norwegen (Mittwoch, 20.30 Uhr) nominiert worden sei. ++++

++++ Der Transfer des brasilianischen Nationalspielers Maicon von Champions-League-Sieger Inter Mailand zu Real Madrid ist offenbar geplatzt . Der italienische Meister und der spanische Rekordtitelträger konnten sich nicht auf die Transfersumme einigen. „Maicon bleibt bei Inter. Wir haben ihn vom Markt genommen“, sagte Inters Klubpräsident Massimo Moratti. 30 Millionen Euro Ablösesumme verlangten die Lombarden für Maicon, Real hatte 25 Millionen geboten. Maicon war der Wunschkandidat von Coach Jose Mourinho, der in diesem Sommer von Inter zu Real gewechselt ist. ++++

++++ Matthias Sammer , Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat nach dem überzeugenden Auftritt der Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika vor Nachlässigkeiten bei der Nachwuchsarbeit gewarnt . „Der größte Fehler wäre es, sich jetzt selbstzufrieden zurückzulehnen“, wird der Europameister von 1996 in einem Interview auf der Verbandsseite dfb.de zitiert. England, Italien und Frankreich hätten bei der WM enttäuscht. Aber das sei nur eine Momentaufnahme. „Wir dürfen uns daher nicht blenden lassen“, so Sammer. Die Europameistertitel der U19 2008 sowie der U17 und U21 im vergangenen Jahr „waren Markierungen auf unserem Weg“, dessen Ende noch nicht erreicht sei. Um eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit zu gewährleisten, wünscht sich Sammer mehr ehemalige Nationalspieler im Trainerbereich . Der ehemalige Profi von Borussia Dortmund plädiert für einen alternativen Trainerlehrgang, der den Bedürfnissen der Teilnehmer mehr entspricht, um „herausragende Akteure, die dem Fußball viel gegeben haben“ für eine Ausbildung zu gewinnen. Weiterhin wolle man differenzierte Ausbildungszweige für Torwart- und Fitnesstrainer anbieten. Auch die finanziellen Anreize für Nachwuchstrainer müssten möglicherweise erhöht werden . ++++

++++ Trainer Michael Skibbe hat sich nach acht Siegen in neun Testspielen von Eintracht Frankfurt bei der Zielsetzung für die neue Bundesliga-Saison weit aus dem Fenster gelehnt . „Einhellig ist die Meinung, dass wir uns fußballerisch weiter verbessern wollen und uns ein paar Punkte mehr zutrauen als in der vergangenen Saison“, sagte Trainer Michael Skibbe im Trainingslager in Kärnten dem Hessischen Rundfunk. Nach intensiven Gesprächen mit Teilen der Mannschaft sei man zu dem Schluss gekommen, „dass es am Ende etwa auf 50 Punkte hinauslaufen soll“, gab der 45-Jährige trotz der 1:2-Niederlage am Samstag in Tolmezzo gegen den Seria-A-Ligisten Calcio Undinese als Parole aus. Im Mai hatte Frankfurt zum Ende der Vorsaison die Sollzahl von 46 Zählern exakt erreicht. ++++

++++ Ilja Kaenzig wird neuer starker Mann beim Schweizer Vizemeister Young Boys Bern . Der 37-Jährige, ehemaliger Manager von Bayer Leverkusen und Geschäftsführer von Hannover 96, löst überraschend Stefan Niedermaier als Delegierter des Verwaltungsrates ab. „Mit seiner Erfahrung im internationalen Fußballgeschäft ist Ilja Kaenzig eine enorme Verstärkung für unsere ganze Organisation“, sagte Verwaltungsrats-Präsident Benno Oertig. Zuletzt hatte der 37-Jährige als Sportchef der Tageszeitung "Blick" gearbeitet. ++++

++++ Der kroatische Rekordmeister Dinamo Zagreb hat sich nach nur drei Monaten von Trainer Velimir Zajec getrennt . Der amtierende Champion liegt nach drei Spieltagen mit vier Punkten nur auf Platz acht, zudem war der Klub in der Qualifikation zur Champions League an Sheriff Tiraspol (Moldawien) gescheitert. Der Kroate Zajec, Ex-Trainer des englischen Erstliga-Absteigers FC Portsmouth, hatte erst im Sommer Meistercoach Krunoslav Jurcic abgelöst. ++++

++++ Nach 112 Länderspielen und 52 Toren hat Dänemarks Rekordtorschütze Jon Dahl Tomasson seinen Rücktritt aus der Nationalelf erklärt. „Ich beende ein wichtiges Kapitel in meinem Leben, in den vergangenen 13 Jahren war die Nationalmannschaft ein bedeutender Teil meiner Laufbahn“, sagte der 33-Jährige Profi von Feyenoord Rotterdam . Der Stürmer, der zwischenzeitlich beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand, wurde 2004 zum Kapitän der dänischen Auswahl ernannt. Bei der WM in Südafrika, erzielte er sein 52. Länderspieltor und zog damit mit dem bisherigen Rekordhalter Poul Nielsen gleich. ++++

++++ Drei Wochen vor Saisonbeginn wächst in Italien die Sorge vor der zunehmenden Gewalt in Stadien . In der vergangenen Spielzeit seien Vorfälle im Zusammenhang mit Ausschreitungen gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent gestiegen , teilte das italienische Innenministerium mit. Die Serie B verzeichnete sogar einen Anstieg um 20 Prozent. Insgesamt wurde gegen 1840 Hooligans ein Stadionverbot ausgesprochen . Als besonders gefährlich erwiesen sich die Begegnungen der 2. Liga. Hier stieg die Zahl der Verletzten um 71 Prozent, im Oberhaus immerhin um 24 Prozent. Erst am Sonntagabend war es beim Freundschaftsspiel zwischen Erstliga-Aufsteiger Pescara Calcio und Ex-Meister AS Rom (0:1) zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden zwei Tifosi verletzt. „Ich bin besorgt. Gegen 4000 Personen wurde in den letzten fünf Jahren eine Stadionsperre wegen Gewalt verhängt. Das bedeutet, dass das Problem der Gewalt in den italienischen Stadien wieder zunimmt“, erklärte der italienische Innenminister Roberto Maroni. ++++

( sid/dpa/jr )