Kicker-Ticker

Fans von AEK Athen schlagen Trainer nieder

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Foto: ddp / ddp/DDP

Anhänger des grieschischen Erstligisten attackieren Trainer Dusan Bajevic. Außerdem: Sami Khedira wartet weiter auf sein Debüt bei Real Madrid.

++++ Rund ein Dutzend Anhänger des griechischen Erstligisten AEK Athe n haben am Samstagabend den Trainer der Mannschaft, Dusan Bajevic, attackiert und mit Faustschlägen niedergestreckt . Das Meisterschafts-Vorbereitungsspiel bei Kallithea wurde beim Stand von 1:2 für den Zweitligisten in der 86. Minute abgebrochen. Bajevic musste nicht ins Krankenhaus. Er verließ den Fußballplatz rund zwei Stunden nach dem Abbruch, wie das Fernsehen zeigte. „Ich fordere alle Fans von AEK auf, diese Hooligans zu isolieren. Wir werden juristisch gegen die Täter vorgehen“, sagte AEK-Präsident Stavros Adamides. Der Streit zwischen einem Teil der als fanatisch geltenden Fans mit dem 61 Jahre alten Trainer dauert seit mehr als zehn Jahren an. Die Anhänger verzeihen Bajevic nicht, dass er in den 90-er Jahren den Verein verließ und mit Erzrivale Olympiakos Piräus Meister wurde. Bajevic, der mit acht Titeln zu den erfolgreichsten Trainern in Griechenland gehört, war vor zwei Jahren zu AEK zurückgekehrt. Seitdem kommt es immer wieder zu Streitigkeiten mit und Sprechchören gegen ihn. ++++

++++ Bundesligist Bayer Leverkusen sorgt sich erneut um Nationaltorwart Rene Adler . Der 25-Jährige musste am Samstag wegen Problemen im rechten Knie das Training abbrechen . „Rene hat seit einigen Tagen Probleme mit der Patellasehne. Jetzt hat er wieder etwas gemerkt“, sagte Bayer-Trainer Jupp Heynckes der "Bild am Sonntag". Eine Untersuchung am Sonntag ergab allerdings keine schwerwiegende Verletzung im rechten Knie, in dem Adler offenbar Probleme an der Patellasehne plagten. Rene Adler hatte an der WM in Südafrika wegen eines Rippenbruchs nicht teilnehmen können. Für das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch in Kopenhagen gegen Dänemark hatte Bundestrainer Joachim Löw den Leverkusener nicht nominiert. ++++

++++ Sami Khedira muss weiter auf seinen ersten Einsatz für Real Madrid warten . Die „Königlichen“ gewannen auch das zweite Testspiel ihrer Kalifornien- Tour ohne den vom VfB Stuttgart verpflichteten deutschen Nationalspieler. Vier Tage nach dem 3:2-Sieg gegen Club America aus Mexiko besiegte der spanische Rekordmeister die Los Angeles Galaxy aus der Major League Soccer MLS ebenfalls 3:2 (0:2). Khedira musste wegen einer Prellung am linken Fuß passen, spielt aber in den Planungen von Trainer José Mourinho als zweiter „Sechser“ neben Xabi Alonso oder in der Dreierkette vor der Abwehr eine zentrale Rolle. „Ich hatte ihn schon vor der WM im Visier. Dort hat er mich dann vollends überzeugt“, sagte der portugiesische Coach. Es werde zwar schwer für Khedira, „weil Real eine große Mannschaft ist und er noch kein Spanisch spricht“, räumte Mourinho ein. „Aber er ist physisch ein sehr guter Spieler und besonders mental stark. Das schätze ich ungemein an ihm. Er ist ein Spieler, der nie aufgibt.“ Vor 89.134 Zuschauern im „Rose Bowl“ von Pasadena hatte Galaxy nach Treffern von Todd Dunivant (40. Minute) und US-Nationalspieler Landon Donovan (45./Elfmeter) zur Pause bereits mit 2:0 geführt. Argentiniens Auswahlstürmer Gonzalo Higuain per Doppelpack (52./62.) sowie Pedro León mit einem sehenswerten Heber von der Strafraumgrenze (71.) drehten die Partie noch für die Madrilenen. ++++

++++ Bundesliga-Aufsteiger FC St. Pauli beklagt einen weiteren verletzten Spieler. Torhüter Thomas Kessler hat sich beim 6:0 (1:0)-Erfolg der Hanseaten beim Oberligisten Arminia Hannover einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. „Er fällt vorerst aus“, bestätigte St. Paulis Teammanager Christian Bönig am Sonntag das Pech für den 24 Jahre alten Ex-Kölner. Damit dürfte die Entscheidung in der bisher offenen Frage nach der Nummer eins im St. Pauli-Tor zugunsten des bisherigen Stammkeepers Mathias Hain (37) gefallen sein. Im Vergleich der beiden 100 Jahre alten Traditionsclubs hatten die Hamburger trotz ihres klaren Sieges keine überzeugende Leistung gezeigt. „Außer den beiden Torleuten konnte sich kein Spieler empfehlen“, kommentierte Trainer Holger Stanislawski sarkastisch den ideenlosen Auftritt der Kiez-Kicker. Bei den Hamburgern saß der verletzte Neuzugang Gerald Asamoah als Zuschauer auf der Tribüne. ++++

++++ Philipp Degen vom FC Liverpool verstärkt ab sofort den Bundesligisten VfB Stuttgart . Die Schwaben liehen den schweizerischen Nationalspieler wie erwartet für ein Jahr von den „Reds“ aus. Der 27 Jahre alte Rechtsverteidiger soll keine Leihgebühr kosten. Degen absolvierte am Freitag die sportärztliche Untersuchung in Stuttgart. „Ich freue mich auf die Herausforderung. Ich will meine Chance unbedingt nutzen. Es ist schön, wieder mit Christian Gross zusammenzuarbeiten. Mit ihm hatte ich eine sehr erfolgreiche Zeit in Basel“, sagte Degen. Der frühere Dortmunder, der von 2005 bis 2008 beim BVB spielte und dann in die Premier League wechselte, gilt als Wunschkandidat von VfB-Coach Christian Gross . „Ich kenne Philipp sehr gut und schätze ihn sowohl als Fußballer als auch als Menschen. Er ist ein sehr athletischer und schneller Spieler, der oft den Weg nach vorne sucht“, sagte Gross über seinen Landsmann. Der VfB hat damit seine Planungen aber noch nicht abgeschlossen. Gross wünscht sich vor allem zwei Spieler für die Außenbahnen. Mit Ibrahima Traore von Zweitligist FC Augsburg sind sich die Stuttgarter bereits einig. Derzeit feilschen die Klubs aber noch um die Ablösesumme. Angeblich soll der VfB nun sein erstes Angebot über eine Million Euro erhöht haben. Augsburg will 2, 5 Millionen. Eine Absage gab es indes vom Ghanaer Andrew Ayew von Olympique Marseille. ++++

++++ Testspiele: 1899 Hoffenheim – AFC Sunderland 3:1 (2:0), 1. FSV Mainz 05 – FC Malaga 2:0 (1:0), Hamburger SV – Energie Cottbus 2:4 (1:1), Turnier in Aachen (Spielzeit je 45 Min.): Alemannia Aachen – Fortuna Düsseldorf 1:0, Fortuna Düsseldorf – Bayer Leverkusen 1:2, Alemannia Aachen – Bayer Leverkusen 2:0. ++++

++++ Erfolgreiches Debüt für Nationalspieler Jerome Boateng bei Manchester City : Der Innenverteidiger, der im Sommer für 12,5 Millionen Euro vom Hamburger SV in die Premier League gewechselt war, bereitete beim 2:0 der Citizens gegen den FC Valencia mit einer schönen Rechtsflanke auf den langen Pfosten das Führungstor von Gareth Barry vor. Boateng, der auf diese Weise im WM-Spiel Deutschlands um Platz drei gegen Uruguay den Treffer von Marcell Jansen vorbereitet hatte, wurde von Teammanager Roberto Mancini nach der ersten Halbzeit vom Feld genommen. Den Zugängen Boateng, Weltmeister David Silva, Yaya Toure und Alexander Kolarow sollen weitere folgen. Mancini erklärte, dass man die Bemühungen um Mario Balotelli von Champions-League-Sieger Inter Mailand und den englischen Nationalspieler James Milner von Aston Villa fortsetzen wolle. Für Milner ist eine Ablösesumme von 30 Millionen Euro im Gespräch. Die sollen sich um zwölf Millionen reduzieren, wenn Villa im Tausch Citys Stephen Ireland nimmt. Für Balotelli hat man bislang 30 bis 35 Millionen Euro geboten. ++++

++++ Kevin Kuranyi muss auf sein zweites Pflichtspiel für den russischen Erstligisten Dynamo Moskau länger warten als geplant. Wegen des giftigen Qualms von den Torfbränden rund um Moskau hat die russische Liga das für Sonntag angesetzte Derby gegen Pokalsieger ZSKA Moskau abgesagt . „Ich habe für die Spielabsage Verständnis, sie ist vernünftig. Beim Training spürt man das schon. Es riecht nach Rauch“, sagte Kuranyi, der im Sommer von Schalke 04 zu Dynamo wechselte, dem SID. Auch die Begegnung zwischen Spartak Moskau und Tabellenführer Zenit St. Petersburg wurde verschoben, ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Die verheerenden Waldbrände hatten den russischen Verband bereits gezwungen, das Länderspiel gegen Bulgarien am kommenden Mittwoch von Moskau nach St. Petersburg zu verlegen. „Ich weiß, dass es in Russland Gebiete gibt, in denen es dramatisch ist. Aber hier in Moskau ist das Leben eigentlich normal. Nur den Smog und die Hitze merkt man“, meinte Kuranyi weiter und ergänzte: „Einen Mundschutz tragen wir nicht. Meine Ehefrau und ich achten nur darauf, dass die Kinder nicht zu lange draußen sind.“ ++++

++++ Nach nur drei Spieltagen hat Trainer Victor Piturca beim rumänischen Rekordmeister Steaua Bukarest das Handtuch geworfen . Der ehemalige Nationaltrainer Rumäniens reagierte damit auf die anhaltende Kritik von Vereinspräsident Gigi Becali . Piturca hatte das Amt zu Saisonbeginn unter der Bedingung angetreten, dass sich der Klubboss nicht in der Öffentichkeit negativ über Spieler oder Fans äußert. „Ich habe ihm eine Verdopplung seines Gehalts angeboten“, sagte Becali, der in den vergangenen Jahren zahlreiche Trainer verschlissen hat: „Aber er möchte eine Garantie, dass ich meinen Mund halte. Dann würde ich allerdings Zungenkrebs bekommen.“ Nach drei Runden hat Steaua sieben Punkte auf dem Konto. ++++

++++ Der englische Star David Beckham kehrt möglicherweise schon im September auf den Platz zurück. Er plane sein Comeback beim US-Klub Los Angeles Galaxy „zwei oder drei Wochen“ vor dem von den Ärzten angedachten Termin im Oktober, sagte der 35-Jährige: „Es geht nur noch darum, die Wade aufzubauen.“Damit dürfte Beckham den Kaliforniern rechtzeitig zu den Play-off-Spielen um die Meisterschaft im November wieder zur Verfügung stehen. Am 24. September könnte es zudem zu einem Treffen der Stars kommen, wenn die New York Red Bulls mit Neuzugang Thierry Henry in Los Angeles zu Gast sind. Beckham hatte im vergangenen Frühjahr einen Achillessehnenriss erlitten, der auch seine Teilnahme an der WM in Südafrika verhinderte. ++++

++++ Nach 14 Jahren in Europa kehrt Portugals ehemaliger Nationalspieler Deco in seine brasilianische Heimat zurück. Der 32-Jährige wechselt vom englischen Meister und Pokalsieger FC Chelsea zu Fluminense Rio de Janeiro . „Nach intensiven Verhandlungen hat der Spieler, der an zwei Weltmeisterschaften für Portugal teilnahm, seine Freistellung für einen Wechsel bekommen. Er wird am Montag einen Zweijahresvertrag unterschreiben“, hieß es in einer Erklärung von Fluminense. Der in der Nähe von Sao Paulo geborene Deco hatte Südamerika 1996 verlassen. In Europa gewann der Mittelfeldspieler mit dem FC Porto (2004) und dem FC Barcelona (2006) zweimal die Champions League, 2008 folgte der Wechsel nach Chelsea. „Wir wünschen Deco und seiner Familie alles Gute und danken ihm für seinen Einsatz“, teilten die Blues zum Abschied mit. Nach der WM in Südafrika war Deco, der 2002 die portugiesische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. In Südafrika war der 75-malige Nationalspieler nur zu einem 62-minütigen Einsatz zum Auftakt gegen die Elfenbeinküste gekommen, ehe ihn eine Hüftverletzung im weiteren Turnierverlauf zum Zuschauen zwang. Die Portugiesen waren im Achtelfinale am späteren Weltmeister Spanien gescheitert. ++++

++++ Torwart Paul Robinson hat seine Karriere im englischen Nationalteam aus Frust beendet . Nationaltrainer Fabio Capello hatte ihn zuvor nur als zweiten Ersatzmann für das Freundschaftsspiel gegen Ungarn nominiert. „Ich sehe mich nicht als Nummer drei oder vier“, sagt der 30-Jährige Schlussmann des Premier-League-Klubs Blackburn Rovers. Die Rolle als Ersatztorwart sei „frustrierend“, er wolle sich jetzt nur noch auf Blackburn konzentrieren, erklärte der 41-fache Nationalspieler. Englands WM-Torwart von 2006 hat seit knapp drei Jahren nicht mehr für die „Three Lions“ gespielt und war von Capello auch für die Weltmeisterschaft in Südafrika nicht berücksichtigt worden. Robinsons Nominierung als Nummer drei hinter Joe Hart and Ben Foster für das Ungarn-Spiel am 11. August im Wembleystadion erfolgte, nachdem Capello den 40-Jährigen David James und Robert Green aussortiert hatte. Green hatte in Südafrika mit einem kapitalen Schnitzer den Ausgleich beim 1:1-Auftakt gegen die USA verschuldet. ++++

++++ Frauen-Pokalsieger FCR 2001 Duisburg hält Kurs auf die Champions League . Das Team von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg feierte beim Qualifikationsturnier im nordirischen Belfast gegen Gastgeber Crusaders Newtownabbey beim 6:1 (4:0) den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Zum Auftakt hatte es einen 3:0-Erfolg gegen Slovan Bratislava gegeben. Trotzdem muss Duisburg am Dienstag (18 Uhr) gegen Glasgow City gewinnen, um sicher die Königsklasse zu erreichen. Glasgow hat ebenfalls bisher beide Spiele gewonnen und gegenüber Duisburg die bessere Tordifferenz. Beim souveränen Erfolg gegen Newtownabbey erzielten Luisa Wensing (3. und 6.), Mirte Roelvink (33.), Annemieke Kiesel-Griffioen (36. und 84./Elfmeter) sowie Annike Krahn (73.) die Tore. Julie Nelson sorgte für den Ehrentreffer (52.). Nur die jeweils Erstplatzierten und die beiden besten Gruppenzweiten der insgesamt sieben Mini-Turniere schaffen den Sprung in die Runde der besten 32, die ab 22. September in die erste K.o.-Phase gehen. Das Champions-League-Finale findet am 26. Mai 2011 in London statt. Der deutsche Meister und Titelverteidiger Turbine Potsdam ist dank eines Freiloses direkt für die erste Runde der Königsklasse qualifiziert. ++++

++++ Der FC Porto hat zum 17. Mal den portugiesischen Supercup gewonnen . Der Pokalsieger der abgelaufenen Saison bezwang Meister Benfica Lissabon in Aveiro mit 2:0 (1:0). Vor 30.000 Zuschauern schossen Innenverteidiger Rolando (3. Minute) und der kolumbianische Nationalstürmer Radamel Falcao (67.) die Tore der „Drachen“. Porto war über die gesamte Partie deutlich überlegen. „Man traut uns diese Saison nicht viel zu, aber wir lachen über dieses Misstrauen“, sagte der neue Porto-Trainer André Villas-Boas. Die portugiesische Meisterschaft beginnt am 13. August. ++++

++++ Am Rande des Ligaspiels Paris St. Germain gegen AS St. Etienne (3:1) sind am 249 randalierende Fans vorübergehend festgenommen worden . Sie hatten nach Polizeiangaben am Pariser Prinzenpark-Stadion gewalttätig gegen neue Zugangsbestimmungen protestiert und andere Fans vor dem Spiel am Betreten der Arena zu hindern versucht. Augenzeugen berichteten, die Polizei sei nach Tätlichkeiten mit Tränengas gegen die Randalierer vorgegangen. Bei den vorübergehend Festgenommenen handelte es sich fast ausschließlich um PSG-Fans. Neun kamen in Untersuchungshaft, die weiteren Anhänger wurden wenig später freigelassen, teilte die Polizei mit. Frankreichs Innenministerium sprach von einer „ungewöhnlich“ hohen Zahl – in der gesamten vorherigen Liga-Saison hatte es lediglich 152 Stadionverbote von PSG-Fans gegeben. Ein Ministeriumssprecher begrüßte zugleich das harte Vorgehen der Polizei. Die neuen verschärften Sicherheitsbestimmungen waren nach diversen gewalttätigen Zwischenfällen bei PSG-Spielen eingeführt worden. Die neuen Maßnahmen sehen unter anderem vor, dass die Fans während der Spiele sitzen müssen. Das Reformsystem hatten zudem zur vorübergehenden Aussetzung des Ticket-Abonnementssystems geführt. ++++

( sid/dpa/jr )