Disziplinarverfahren

Claudia Pechstein bleibt Polizeibeamtin

Claudia Pechstein muss nicht mehr um den Verlust ihres Jobs bei der Bundespolizei fürchten. Nach einem Bericht der Behörde soll die zweijährige Dopingsperre keine Auswirkungen auf den Beruf der Berliner Eisschnellläuferin haben.

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Olympiasiegerin Claudia Pechstein, Polizeimeisterin beim Bundesgrenzschutz, darf trotz Dopingsperre Beamtin auf Lebenszeit bleiben. In einem vertraulichen 35-Seiten-Ermittlungsbericht der Bundespolizei-Akademie werde die Einstellung des im Juni 2009 eingeleiteten Disziplinarverfahrens empfohlen, sagte am Freitag Pechstein-Manager Ralf Grengel und bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Die 38-Jährige arbeitet als Polizeihauptmeisterin beim Bundesgrenzschutz, ihre Stellung als Beamtin stand durch die Sperre auf dem Spiel.

Der „nötige Beweis für ein mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorliegendes Dienstvergehen“ liege nicht vor, sagte Grengel. Die offizielle Bestätigung der Behörde sei nur noch ein formeller Dienstvorgang.

Wegen zu hoher Retikulozytenwerte hatte der Eisschnelllauf-Weltverband Pechstein in einem Indizienprozess bis Februar 2011 gesperrt. „Ich hoffe, die Spitzenfunktionäre ziehen ihre Lehren aus dem Bericht der Bundespolizei und machen sich Gedanken darüber, dass Sportrecht zu reformieren. Nur so kann der Anti-Dopingkampf neue Glaubwürdigkeit erlangen“, erklärte Pechstein, die nach Ablauf ihrer Sperre ein Comeback starten will. Endlich sei verdeutlicht, „dass auch Dopingurteile nicht auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen, sondern auf Daten und Fakten beruhen sollten“.

Hämatologen hatten Pechstein ein Blutanomalie als Grund für ihre hohen Werte bestätigt, Anti-Doping-Kämpfer sehen dies nicht als hinreichende Begründung ihrer Blutwerte.