Traber-Derby

Wewering mit zwei Pferden in den Finals

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Matthias Brzezinski

Heinz Wewering, mit rund 16.500 Siegen der erfolgreichste Trabrennfahrer der Welt, hat die Pferde "Angelique Transs R" und "Unikum" für die beiden wichtigsten Rennen des Jahres in Berlin-Mariendorf qualifiziert.

Die niederländischen Traber haben zum Start in den zweiten Teil der Derby-Woche erneut ihre Überlegenheit demonstriert. Beim Vierjährigen-Marathon am Donnerstag siegte auf der Bahn in Berlin-Mariendorf Zycknit mit Thomas Panschow im Sulky. Kurz vor dem Ende der Steherdistanz von 2500 Metern kämpfte Zycknit den Rivalen Candles N Caviar unter Dion Tesselaar noch nieder. Das Duo lag im Feld der 14 Starter weit vor den übrigen Teilnehmern. Rang drei belegte der bayerische Traber Arathorn mit Helmut Biendl. Das Rennen war mit 10.000 Euro dotiert.

Doch auch Heinz Wewering kann lächeln. Der Hamburger ist mit rund 16.500 Siegen bei etwa 65.000 Starts der erfolgreichste Trabrennfahrer der Welt. Die Augen hinter den für ihn typischen blauen Sonnenbrillengläsern versteckt, steht der 60-Jährige ausgangs des Schlussbogens auf der Trabrennbahn Mariendorf. Der Job ist wieder einmal einwandfrei erledigt. Er hat „Angelique Transs R“ und „Unikum“ für die beiden wichtigsten Rennen des Jahres qualifiziert. Die dreijährige Stute für das Arthur-Knauer-Rennen (auch Stuten-Derby genannt) am Sonnabend, dotiert mit 50.000 Euro. Und den gleichaltrigen Hengst für das Deutsche Derby, bei dem es am Sonntag 218.430 Euro Preisgeld plus zehn Prozent Züchterprämien zu verdienen gibt.

„Es ist die wichtigste Woche des Jahres für unseren Sport in Deutschland. Innerhalb von sechs Renntagen können wir uns überzeugend präsentieren. Die Derby-Woche baut die Spannung auf und bietet dazu diverse gute Rennen im Rahmenprogramm. Nicht zuletzt die deutsche Meisterschaft der Amateure“, sagt er. Doch Wewering sieht auch die latenten Probleme, mit denen der Trab-, aber auch der Galoppsport hierzulande zu kämpfen hat: „Auch wenn sich zuletzt der Trend etwas umgedreht hat, stehen wir in Deutschland abnehmenden Geburtenzahlen bei den Pferden gegenüber. Dazu kommt, dass sich die wirtschaftliche Lage immer noch als ziemlich schwierig erweist. Das trifft uns alle: Fahrer, Trainer, Besitzer und Bahnbetreiber. Und natürlich die Zuschauer, die ihre Wetteinsätze etwas vorsichtiger kalkulieren.“

Einen eindeutigen Favoriten für das Stuten- und das Deutsche Derby sieht Wewering nicht. „Beide Starterfelder sind so ausgeglichen besetzt wie lange nicht. Es wird ganz viel von der jeweiligen Tagesform und dem Rennverlauf abhängen. Wir Fahrer werden alle gut nachdenken, um unsere Taktik festzulegen“, so Wewering – und das feine Lächeln ist wieder da.

Zur Einstimmung auf den Saisonhöhepunkt ermitteln die Amateure am Freitag (ab 17.30 Uhr) ihren Meister, der schönste Hut wird prämiert und ein großes Feuerwerk entlässt die Zuschauer in die Nacht.

Eintritt: Erwachsene zahlen zehn Euro für das Tagesticket, darin enthalten ist ein Wettgutschein über vier Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben während der Derby-Woche freien Eintritt, erhalten aber keine Wettgutscheine.